Ember Rose, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Ember Rose
Datum, Uhrzeit: 25.06.2016, 21:30 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Interview

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The Pinpricks, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: The Pinpricks
Datum, Uhrzeit: 25.06.2016, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Max Giesinger, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Max Giesinger
Datum, Uhrzeit: 25.06.2016, 19:00 |
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As If You Knew Me, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: As If You Knew Me
Datum, Uhrzeit: 24.06.2016, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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The Rockabilly Rabbits, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: The Rockabilly Rabbits
Datum, Uhrzeit: 23.06.2016, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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The Right Season, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: The Right Season
Datum, Uhrzeit: 23.06.2016, 21:30 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Confusion In Sonic Paradise, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Confusion in Sonic Paradise
Datum, Uhrzeit: 23.06.2016, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Fools & Kings, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Fools & Kings
Datum, Uhrzeit: 23.06.2016, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Asura, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Asura
Datum, Uhrzeit: 22.06.2016, 21:30 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Gordon Shumway, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Gordon Shumway
Datum, Uhrzeit: 22.06.2016, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Basement Character, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Basement Character
Datum, Uhrzeit: 22.06.2016, 19:10 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Interview

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Lichtjahr, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Child In Time
Datum, Uhrzeit: 22.06.2016, 18:00 |
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Elvis Dies Tomorrow, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Elvis Dies Tomorrow
Datum, Uhrzeit: 20.06.2016, 20:20 |
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Appendix, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Appendix
Datum, Uhrzeit: 20.06.2016, 19:10 |
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Interview

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Sergeant Dystopia, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Sergeant Dystopia
Datum, Uhrzeit: 20.06.2016, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Firth Of Drangiss, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Firth Of Drangiss
Datum, Uhrzeit: 19.06.2016, 20:20 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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Interview

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Kahuna, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: Kahuna
Datum, Uhrzeit: 19.06.2016, 18:00 |
Location: Junge Bühne Kiel |
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The Pies, KiWo 2016

Gruppe, Interpret: The Pies
Datum, Uhrzeit: 18.06.2016, 21:30 |
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Interview

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„The Pinpricks“ –
ein Interview das piekst!

Diese Stiche gehen unter die Haut

Begleitet von der Abendsonne mache ich mich am 28.05.2016 auf zum Hochbunker Kiel, um mich mit dem gutgelaunten Trio von The Pinpricks zum Interview zu treffen. Im obersten Stockwerk setzen wir uns in eine Ecke und reden über die Wandlung, die diese Band durchgemacht hat… Die Nadelköpfe Dieses Powertrio besteht aus Sängerin und Gitarristin Ronja (24), Nils (32) – dem Mann am Bass und Palle (21) – der die Sticks in Händen hält und es damit am Schlagzeug krachen lässt. Zusammen stechen sie mit ihrer Musik in jeden, der sie hören will. ki-wo-de_kieler_woche_2016_the_pinpricks2_850 (von links nach rechts: Nils, Ronja und Palle) Ronja überlegt und erzählt: „Mein Papa spielt Gitarre und er hat mir, als ich zehn war, eine Gitarre geschenkt. Zu der Zeit fand ich das noch nicht so toll. Erst mit 12 habe ich dann gesagt `Ich will’s jetzt doch´. Dann hat zuerst er mir was beigebracht und dann habe ich meine beste Freundin mitreingezogen. Die hat dann auch angefangen Gitarre zu spielen und zusammen haben wir Unterricht genommen.“ Nils spielt erst seit zwei Jahren Bass – und das sehr gut. „Bei mir hat alles mit dieser Band angefangen. Ronja hat mal irgendwann gefragt, ob ich nicht Bass spielen könne, weil der Band noch ein Bassist fehlt. Ich habe mir einfach einen Bass bestellt und dann habe ich damit angefangen.“ Weil ihm die Musik der Band sehr zusagt, investiert er viel Zeit in seinen Bassunterricht. Palle denkt an seine Kindheit zurück und lächelt: „Mein Vater ist Schlagzeuger. Ich konnte kaum laufen, als ich mich an sein Schlagzeug gesetzt und gespielt habe. Mit sechs Jahren habe ich dann mein eigenes Schlagzeug gekriegt und damit war das Fundament gelegt. Ab dem Zeitpunkt war Schlagzeug eines der größten Teile meines Lebens.“ Gemeinsam teilen sie denselben Humor. „Bei Bandproben können wir wie kleine Kinder sein, die zusammen viel Spaß haben“, meint Ronja grinsend. Und den Spaß, den sie zusammen haben, teilen sie mit anderen, wenn sie ihre Instrumente erklingen und ihre Songs für sich sprechen lassen. „Grüne Oma“ war einmal Ronja, Nils und Palle haben nicht von Anfang an gemeinsame Sache gemacht. Ronja und ihre beste Freundin gründeten mit 15 Jahren eine Band und waren auf der Suche nach weiteren Bandmitgliedern. Die Zeit verging und mit 16 Jahren wurde Palle, der zu dem Zeitpunkt erst 13 war, in die Runde aufgenommen. „Mein Vater meinte damals `Palle, du spielst immer nur im Keller. Du brauchst eine Band´ und so wurde ich eigentlich `gezwungen´, in diese Band zugehen“, erzählt Palle amüsiert. Diesen Schritt vor acht Jahren hat er nie bereut. Die ersten gemeinsamen Proben fanden statt und bald schon stand der erste Auftritt an, für den sie sich zuerst aber einen Bandnamen überlegen mussten. „Wir wollten was Witziges“, erklärt Palle. Eine `kiffende Oma´ kam ihnen in den Sinn und so nannten sie sich GreenGrandma. Ein Name, der bei vielen hängen geblieben ist und der mit vielen Auftritten der Band verbunden wird. GreenGrandma machte in den folgenden Jahren weitere Musikerwechsel durch. Nils ist seit den Anfangsjahren als Zuhörer und Mann hinter den Kulissen („Er war unser Merch-Man“ – Ronja) Teil der Crew. Da vor einigen Monaten der ehemalige Bassist nicht mehr bei den Bandproben dabei sein konnte, meinte Ronja zu Nils: „Du kannst die Songs ja eh schon spielen.“ Bei besagten Proben stellte sich heraus, dass das ganz gut klappt. Aus dem Ersatz-Bassisten wurde Anfang 2016 ein fester Bestandteil des Trios. „Und dann dachten wir darüber nach, was wir eigentlich noch mit dem Namen `GreenGrandma´ verbinden; was ist unser Bezug dazu; was präsentieren wir damit und dabei ist uns dann aufgefallen, dass es sich so anfühlt, als würden wir uns nicht selber vorstellen, wenn wir diesen Namen sagen, sondern als würden wir von etwas anderem sprechen“, versucht Palle zu beschreiben. Jedes Bandmitglied ist mit der Zeit reifer geworden, hat Erfahrungen gesammelt und so kamen sie zu dem Entschluss, dass die Band einen seriöseren Standpunkt erreicht hat. Pink Floyd gab mit seiner Liedzeile „Just a little pinprick“ (aus dem Lied „Comfortably Numb“) den Anstoß. Heute nennt sich die Kieler Band `The Pinpricks´ (dt. Die Nadelstiche). Es dauert nicht lange und Palle erzählt mir seine ganz persönliche Assoziation zu dem Namen: „Der Stich – die Musik - geht unter die Haut. Die Themen, die wir in unseren Liedern bearbeiten, sind häufig gesellschaftskritisch und gehen um Liebe und Schmerz. Diese Verbindung, dass man irgendwo einsticht, fand ich persönlich sehr gut.“ Aber nicht überall kam der neue Name gut an. Viele Fans beschwerten sich und verstanden diesen Wandel nicht. Heute haben sie erkannt, dass die Band einen Neuanfang gemacht hat, aber trotzdem ihrer Musik treu geblieben ist. Ihre Musik geht wie ein Nadelstich unter die Haut. Es ist kein Stich, der mit Schmerzen verbunden ist - Punk, Hardrock, Stoner, Classic Rock, Blues Rock und Alternative unterscheiden ein Lied vom anderen und lassen die Zuhörer wippen, tanzen und hüpfen. „Alternativer Hardrock, der ein bisschen an die 70er Jahre erinnert, aber in druckvollem, modernerem Stil wiedergeben wird.“ Von der Straße bis zur Arztpraxis Der erste gemeinsame Auftritt in dieser Formation war im „Medusa“ (Kieler Club). Für Nils war es der allererste Auftritt seines Lebens und die Aufregung dementsprechend groß. „Ich habe auf der Bühne gestanden und gedacht `Was machst du hier eigentlich?´ Und dann haben die anderen beiden angefangen zu spielen und ab da lief alles wie von selbst“, erinnert er sich. Chaotisch war der Auftritt, aber am Ende waren sie sich alle sicher: „So wie es jetzt ist, ist es das Richtige.“ Die Herausforderung, eigene Lieder zu spielen, die eigentlich keiner kennt, gibt es vor jedem Auftritt. Die Drei wissen, dass es immer jemanden gibt, der hinter ihrer Musik steht – nämlich sie selbst. Palle lehnt sich in seinem Stuhl zurück und zitiert singend Udo Lindenberg: „Ich spiele einfach weiter und ich mach‘ mein Ding. Egal, was die anderen sagen“, denn er findet: „Als Gruppe merken wir – um Udo Lindenberg nochmal zu zitieren - `Gemeinsam sind wir stark´.“ Gemeinsam rocken sie das Publikum vor kleiner und großer Bühne. Gelangweiltes Publikum beginnt zu staunen und ein Lächeln macht sich in ihren Gesichtern breit; Publikum, das bereits am abfeiern ist, feiert noch mehr ab. „Das, was wir in unseren Songs verpacken ist das, was wir in unserem Herzen spüren und spielen wollen und dadurch klingt die Musik dann auch so, wie sie jetzt klingt. Mit dem, was man selbst geschaffen hat, geht man ganz besonders um. Wir haben den Mut, das zu tun, was wir für richtig halten.“ Nadelstiche – man sieht sie auf der Straße und in Arztpraxen. Jeder braucht seine Dosis zum Überleben. Und wir als Zuhörer brauchen unsere „Nadelstiche“ (Musik) ebenso. Auf der „Straße“ (kleine Bühne) und auch in der „Arztpraxis“ (große Bühne)! Immer mehr davon Vor kurzem haben The Pinpricks eine Demo mit drei Liedern aufgenommen, die sie zu ihrem Auftritt auf der Kieler Woche mitbringen werden. Die Zeit im Studio? „Es war eine geile, aber auch anstrengende Zeit“, findet Nils glücklich. Ronja lacht und sagt: „Ich habe zwischendurch gedacht `Ich kann überhaupt nicht Gitarre spielen´, weil man auf den Aufnahmen jeden Fehler hören konnte. Aber das hat mich motiviert, noch besser zu werden.“ Ähnlich erging es auch Palle. Spielerisch genervt demonstriert er: „Du spielst acht Stunden lang den gleichen Song und jedes Mal verspielst du dich an der gleichen Stelle. Dann denkst du `Ok, alles klar. Dann höre ich jetzt halt auf Schlagzeug zu spielen. Ist doch egal, kann ich’s halt doch nicht´“, und ein Lachen hallt durch den kleinen Flur, in dem wir sitzen. Die Demo wird aber nicht das einzige Material sein, das wir von dem Powertrio zu hören und zu sehen bekommen – ein Video soll gedreht werden. Wann das veröffentlicht wird, steht noch offen. Auf ihren Auftritt zur Kieler Woche freuen sie sich auch schon – es ist bereits ihr 6. Mal. „Es ist jedes Jahr irgendwie familiär, aber trotzdem immer was Neues. Ihr Menschen da draußen seid alle herzlich willkommen!“ Dieses Team will mehr! Mehr Auftritte, mehr richtige Konzerte und vielleicht irgendwann aufs Ganze gehen. Das Zeug dazu haben sie! Zeug, das süchtig macht. Zeug, von dem man immer mehr haben will. Immer mehr Nadelstiche, die das Zeug unter die Haut stechen - The Pinpricks und ihre Musik. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr euch selbst nie an euren Nadeln stecht und verletzt! Setzt sie bei anderen an und „infiziert“ sie mit eurer Musik und lasst diese durch das Blut anderer fließen. terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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Mystisches Interview mit „Asura“

Ihr Karma rockt

Auch die bösen Götter meinten es an diesem Tag (24.04.2016) gut mit uns: Die Sonne schien auf die Band Asura und mich herab, während wir es uns für ein Interview in einem Café gemütlich machen. Entspannt warten wir auf unsere Bestellung und beginnen zu reden… Gegner der Lichtwesen Die Asuras sind im Hinduismus Dämonen; das Wort „Sura“ bedeutet im Sanskrit „Lichtwesen“. Durch die Vorsilbe „a“ wird die Verneinung ausgedrückt, somit sind die Asuras „Gegner der Lichtwesen“. Umut (30) ist in der Band der Sänger, Andreas Lukas (25) und Léon (24) spielen Gitarre, Shane (23) den Bass und der Schlagzeuger ist aus privaten/beruflichen Gründen nicht vorhanden. Zusammen bilden sie die Kieler Asuras, deren Eigenschaften sich zu denen der Original-Asuras unterscheiden. ki-wo.de_kieler_woche_2016_asura2_850 (von links nach rechts: Umut, Shane und Andreas Lukas) Umut setzt sein Glas ab und beginnt zu erzählen: „Ich komme aus einer Familie, in der alle Musik machen. Mein Vater schreibt Gedichte und macht Musik auf Türkisch und Kurdisch. Ich habe mich fürs Musikmachen nie so richtig interessiert. Erst mit 18 bin ich auf die Idee gekommen, mal eines der Instrumente in die Hand zu nehmen und verkehrtherum darauf rumzuspielen. Ich habe gemerkt, dass ich tatsächlich spielen kann und habe zuerst gelernt Orientalisches Saz (Langhalslaute) zu spielen und hatte dann bei meiner Schwester einen 3-Wochen-Crashkurs für Gitarre. Gesangsstimmlich habe ich mich erst entwickelt, nachdem ich in diese Band reingekommen bin.“ Andreas Lukas ist nicht nur Gitarrist bei Asura, sondern auch bei Fools & Kings, der Kieler Bigband und bei Kammerpop aus Lübeck. Gitarre spielt er schon von klein auf. „Bei Volksfesten blieb ich immer bei den Bigbands mit ganz großen Augen stehen, weil ich die so beeindruckend fand. Meine Eltern haben mich dann mit acht Jahren zum Gitarrenunterricht geschickt.“ Das richtige Interesse kam dann mit elf, als er Jimi Hendrix hörte. Seitdem interessiert er sich für alle möglichen Musikarten. Mit seinem absoluten Gehör fiel ihm das Musizieren nicht schwer. So kam es, dass er erst im Nachhinein Notenlesen gelernt hat. „Ich brauchte die nie, weil ich alles raushören konnte“, schmunzelt er. Shane fängt an zu grinsen und erzählt: „Mit 12 haben zwei meiner Freunde Gitarre und Schlagzeug gespielt. Der eine schlug vor, eine Band zu gründen und dann war der Bass als Instrument halt übrig. Ich habe daraufhin angefangen Bassunterricht zu nehmen. Das hat mir zugesagt und Spaß gemacht.“ Aus dem Atem des Schöpfers Laut Mythologie entstanden die Asuras (Dämonen) zusammen mit allen Himmlischen, Menschen und Tieren aus dem Asu, dem Atem des Schöpfers. Auch die Band Asura entstand nur, weil jemand diese Idee aussprach. Shane ist in der neuen Besetzung das einzige Gründungsmitglied. Zusammen mit Jan, dem einstigen Sänger und Gitarristen, bildete er 2013 den Grundstein. Zufällig trafen sie auf eine Keyboarderin (Lydia) und einen weiteren Gitarristen (Kevin), die sich ihnen anschlossen. Auch ein Schlagzeuger ließ sich schnell finden – Phil. Im Herbst 2014 kam es zu bandinternen Meinungsverschiedenheiten, woraufhin Jan und Lydia die Band verließen. „Und dann ging das erste Casting los“, erinnert sich Shane. Andreas Lukas war kein unbekanntes Gesicht bei den übriggebliebenen Bandmitgliedern, denn zusammen hatten sie schon ein kleines Demo aufgenommen. „Wir haben ihn einfach gefragt, ob er nicht Lust hat, bei uns einzusteigen.“ „Ich habe damals diesen Aufruf, dass Asura einen Sänger sucht, bei Facebook gesehen“, bringt sich Umut in die Unterhaltung ein. Die lockere und freundschaftliche Antwort, die er erhielt, nachdem er sich bei ihnen beworben hatte, hat er nicht erwartet. Es gab ein Vorsingen und die experimentierfreudige Einstellung auf beiden Seiten brachte sie zusammen. Gitarrist Kevin musste nach einiger Zeit die Band aus beruflichen Gründen verlassen und die Suche nach einem neuen Gitarristen begann von neuem. Léon, der zusätzlich in der Band As If You Knew Me spielt, hat dessen Platz übernommen. Phil (Schlagzeuger) zog nach einiger Zeit aus beruflichen Gründen nach Duisburg, wird aber bei Auftritten von Simon (Fools & Kings) ersetzt. Durch den regelmäßigen Wechsel der Bandmitglieder hat Andreas Lukas das Gefühl, Asura sei „die Band des Trennungsschmerzes“. Asura – Dämon. Warum dieser Bandname? Shane hat einen indischen Vater und hat dadurch zur Indischen Mythologie mehr Beziehung, als zur Nordischen. Zudem ist die Nordische sehr häufig bei anderen Bands vertreten - die Indische nicht. Alleine der Klang „Asura“ gefiel Shane sehr gut und gab der Band ihren Namen. Bevor es zu den Mitgliederwechseln kam, machte die Band harte Musik – Death Metal. Die neuen Bandmitglieder brachten neue Einflüsse in die Musik mit und heute bewegen sie sich in Richtung Melodic Metal. Trotzdem wollen sie sich von dem Genre keine Grenzen setzen lassen – es wird gespielt, was ihnen Spaß macht. Shane schreibt gerne und kümmert sich um die Songtexte. „Ich bin aber nicht derjenige, der über seine Gefühle schreibt, sondern mehr so über soziale Phänomene – gesellschaftskritische Sachen.“ Andreas Lukas kümmert sich größtenteils um die Umsetzung. „Wenn er einen Gesangspart schreibt – melodientechnisch – dann sucht er sich bei mir immer den höchsten Ton aus, den ich treffe und versucht daraus eine ganze Melodie zu machen. Ich muss dann die Songs immer wieder runterschrauben. Dann höre ich immer so ein `Ok´, aber seine Stimme sagt `Och menno´“, fügt Umut hinzu. Shane fängt an zu lachen und meint: „Songwriting am Limit.“ Karma rockt Andreas Lukas und Shane sind schon früher in der Schule aufgetreten; für Umut war der erste Asura-Auftritt auch sein erster eigener. „Das war im Dezember 2015 in Wahlstedt. Ich habe die ganze Szenerie mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Ich hatte in dem Laden ein Problem mit der Luft. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es richtig gut geworden ist, was ich abgeliefert habe“, erinnert er sich. Alle drei Jungs sind sich einig, dass dieser erste Auftritt auch mit der Beste war, denn „da ging am wenigsten schief“, lachen sie. Ihr Karma hat gerockt – und es fühlte sich gut an! Andreas Lukas ist der Ansicht: „Die Musik ist so ein großer Teil meines Lebens, dass sie meine ganze Persönlichkeit geformt hat. Vor allem den Humor. Ohne wäre ich wahrscheinlich viel schüchterner.“ Bei der Frage, wie sie sich den perfekten Auftritt vorstellen, fangen sie an zu lachen und sagen: „Es funktioniert alles“ (Andreas Lukas), „Feuerwerk“ (Shane) und „Shane mit nacktem Oberkörper“ (Umut). Mal sehen, ob ihr Karma das auch vorhergesehen hat. Peinliche Situationen waren wohl auch Karma. „Bei unserem Auftritt in Wahlstedt hatte ich Probleme mit der Gitarre. Die war zickig und wollte sich nicht stimmen lassen und das hörte man auch. Den ganzen Abend lang musste ich auf einer verstimmten Gitarre spielen“, schmunzelt Andreas Lukas. Nach kurzer Überlegung fällt Shane lachend ein: „Jan hatte lange Haare und hat geheadbangt und ist dann mit seinen Haaren in meinem Bass hängengeblieben und dann hingen wir da so und mussten erst mal seine Haare entwirren. Beim gleichen Auftritt ist mir dann auch noch der Verstärker runtergefallen.“ Kaum ist Shane fertig, hat auch Umut eine Geschichte parat: „Ich habe einen Fehler bei der Ansage gemacht. Ich meinte so `Diesen Song mag unser Sänger Andreas Lukas´ und er `Ich bin Gitarrist´ und ich dann `Stimmt´.“ Glück statt Unglück Asura haben in ihrer Anfangszeit ein virtuelles Demo mit drei Songs aufgenommen. Da zu dieser Zeit der Sänger nicht mehr dabei war, hat Simon (Fools & Kings) den Gesang übernommen. Bei ihrem Album, an dem zurzeit gearbeitet wird, nehmen sie sich mehr Zeit für die Aufnahmen. Andreas Lukas witzelt: „Ich bin immer zu den anderen gegangen und habe die geprügelt, so nach dem Motto `Dein Instrument spielst du jetzt auch noch ein 100. Mal ein. Ja, das musst du machen. Hör auf zu weinen´.“ Mit dem Album kann in diesem Jahr noch gerechnet werden! Für eine Band ist ein Raum, in dem sie ganz unter sich (kreativ) sein kann, wichtig. Asura hatten vor kurzem einen Wasserschaden in ihrem Proberaum. „Erst kam der Putz von der Decke, dann roch es die ganze Zeit nach Fischmarkt“, sagt Andreas Lukas und rümpft unbewusst seine Nase. „Aber unabhängig davon sind immer irgendwelche Steckdosen abgeraucht und dann hatten wir aus irgendeinem Grund den ganzen Flur lahmgelegt. Das war sehr schön. Nebenan haben The Pinpricks (ehemals GreenGrandma) geprobt. Wir haben den Lichtschalter umgelegt und nebenan war dann nur noch das Schlagzeug zu hören; alles dunkel. Wir so `Entschuldigung, geht gleich weiter!´ Umut ist dann in den Keller und hat die Sicherung wieder rein gemacht“, fährt er amüsiert fort und alle fangen wir an zu lachen. Detaillierte Ausführungen über die Ursache des Niedergangs der Asuras in einer fernen mythischen Vergangenheit finden sich im Mahabharata. In einer Passage des 3. Buches berichtet der Seher Lomasha dem Helden Yudhishthira, wie die ursprünglich mächtigen Asuras aufgrund von Verblendung dekadent wurden. „Dereinst, im Zeitalter der Götter, wurde ich Zeuge all dessen, wie die Götter den Dharma (Gesetz, Religion, Moral) schätzten, während die Asuras ihn preisgaben.“ Weiter heißt es dann, dass die Asuras von Stolz erfüllt waren, der zu Hochmut wurde und sich schließlich zu Zorn und zu Schamlosigkeit entwickelte, welche sie verdarb. „So wurden Glück und Fülle den Göttern zuteil, während die Asuras ins Unglück stürzten.“ (aus Wikipedia) Die Jungs von Asura haben aber nicht vor, sich von genannten Dingen ins Unglück stürzen zu lassen – sie haben Pläne .. auch wenn nicht alle umgesetzt werden können! „Eine stabile Bandformatierung“ (Andreas Lukas), „Weltherrschaft“ (Umut), „Eine eigene Marke gründen“ (Shane) und auch die Überlegung zu einem eigenen Bandcomic schwirrt in ihren Köpfen umher. Prahlsucht, Anmaßung, Überheblichkeit, Zorn, Rauheit und Unwissen – Eigenschaften eines Asura (Dämon). Selbstbewusstsein, Humor, Freude, Stärke, Pflichtbewusstsein und Wissen – Eigenschaften der Jungmusiker, die sich Asura nennen. Umut sagt über sie selbst: „Andreas Lukas ist der Captain, Shane der 1. Offizier, Léon der 1. Maat und ich bin der Navigator.“ Sie können sich auf den jeweils anderen verlassen und haben viel Spaß zusammen. „Wir sollten eine Sitcom draus machen - `Die Asuras´“, findet Umut. Andreas Lukas summt sofort eine Titelmelodie und kündigt ein „Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von..“ an, bevor wir alle ins Gelächter ausbrechen. Shane soll auch etwas beitragen, findet aber, dass bereits alles gesagt ist. Andreas Lukas lässt ihn jedoch nicht in Ruhe und entgegnet humorvoll: „Sag was! Du musst mich jetzt lieb haben und Umut lieb haben und Léon lieb haben und .. warte ich hole mal eben die Liste raus.“ Das Interview neigt sich dem Ende entgegen, ihr Auftritt entgegen der Kieler Woche. „Kommt da hin, feuert uns an, habt Spaß! Ihr bekommt auch einen Asura-Comic .. irgendwann.“ Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr euch nie in die Asuras verwandelt, die im Hinduismus vertreten sind! Bleibt eurem Herzen treu und findet euren Weg. terminkalender

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Witzige Gesprächsrunde mit
„The Right Season“

Alles eine Frage der Zeit

Der 28.05.2016 - ein sonniger Tag scheint wie für das Interview mit The Right Season gemacht worden zu sein. Bei kühlen Getränken und Kuchen sitzen wir (leider ohne Bassist Sebastian, dafür mit Freund/Tourmanager Lennart) in bequemer Runde beisammen und reden über den richtigen Zeitpunkt… Jungs von nebenan Den richtigen Zeitpunkt, eine Band zu gründen, haben Sänger und Gitarrist Jan (22), Bassist Sebastian (26) und Schlagzeuger Dodo (26) gut abgepasst. Gemeinsam streifen sie durch die Zeit und haben für jeden Moment die richtige Musik dabei. ki-wo-de_kieler_woche_2016_the_right_season_850 (von links nach rechts: Basti, Jan und Dodo) Jan blickt in die Ferne und erinnert sich: „Das Musikmachen liegt bei mir in der Familie. Mein Papa hat früher schon Musik gemacht und das Interesse daran an mich weitergegeben. Da ‚musste‘ ich halt Musik machen; Fußball spielen durfte ich nicht - nein, das stimmt nicht. Ich bin da einfach reingewachsen.“ Bevor er zur Gitarre gewechselt hat, ließ er jedoch Basedrum und Becken am Schlagzeug knallen. Dodo, der eigentlich Max heißt, lehnt sich nach vorne und sagt: „Meine Eltern machen auch beide Musik und ich fand früher verzerrte E-Gitarren richtig geil! Nur bin ich jetzt beim Schlagzeug gelandet.“ Gitarre spielen kann er trotzdem. Sebastian, von allen Basti genannt, wurde der Bass „aufgezwungen“. Lange Zeit vor Bandgründung wurde Basti gefragt, ob er nicht Bass lernen möchte. Später wurde er von Dodo und Jan gefragt: „Wir wollen eine Band gründen. Möchtest du unser Bassist sein?“ Lennart schmunzelt und fügt hinzu: „Wer Basti heißt, muss auch Bass spielen“. Aus dem „Zwang“ ist inzwischen Leidenschaft geworden und Jan sagt über ihn: „Er ist auf seinem Instrument mit Abstand der Beste aus der Band, weil er sehr professionell an die Sache ran geht.“ Zudem ist er sehr organisiert und hält die Bande zusammen. Alle drei stecken viel Leidenschaft in ihr Tun, verfolgen ihre Ziele mit realistischem Blick und sind menschlich nicht abgehoben. „Wir sind sehr anspruchslos. Klingt komisch, ist aber so. Wir schlafen auch auf dem Boden, wenn wir nach der Probe mal nicht nachhause fahren wollen“, erklärt Jan, der laut Dodo jemand ist, der für andere sein letztes Hemd geben würde. Und Dodo? Dodo ist Tischler und das findet Jan ziemlich praktisch. Zeit für etwas Neues Alle drei kommen aus Niebüll und wohnten nah beieinander. Jan schwelgt in Gedanken: „In den Dörfern bei uns hat man früher auf Bandabenden gespielt. Ich war damals zehn Jahre alt und habe mir das immer angeguckt und fand die Bands, die da gespielt haben, immer ganz cool. Dodo und Basti haben da mitgespielt. Die waren ja älter als ich und dann haben wir irgendwann alle zusammen in verschiedenen Projekten gespielt; manchmal auch alle beim selben.“ Sicher wird so mancher denken, Jan und Dodo kommen mir bekannt vor. Die zwei haben bereits bei Alessa’s Appetite mitgespielt – Jan als Schlagzeuger und Dodo als Gitarrist. Nach einiger Zeit hat das Duo festgestellt, dass die Punkband nicht ganz das Richtige für sie ist. So starteten sie zu zweit ein Akustik-Pop-Projekt. Die Lust auf etwas Rockiges kam nach einiger Zeit wieder zum Vorschein und zusätzlich ein weiteres Gesicht in der Runde – Basti am Bass. Die Gründung fand im Dezember 2014 statt. Der Bandname hätte auf Grund dieser Situation, etwas Neues starten zu wollen, nicht besser gewählt werden können: The Right Season. Für die drei Jungmusiker ist die richtige Zeit angebrochen! Der geschmackvolle Rock bringt die Zuhörer zum Mittanzen, Mitsingen und ab und an kann das Feuerzeug entzündet in die Höhe gehalten werden. Beim gemeinsamen Musikmachen bringt jeder seine Einflüsse, die sich mal wöchentlich, mal täglich ändern, mit ein. Dann kann man es in ihren Köpfen knistern hören – „Wir brauchen diese Spannung. Sie macht uns aus“, sagt Jan dazu. Jan ist als Sänger für die Songtexte verantwortlich. Auch in der alten Band hat er schon die Texte geschrieben. „Irgendwie ist es aber schöner, wenn man seine eigenen Sachen singen kann“, findet er. Fällt ihm spontan eine coole Zeile ein, holt er sein kleines Notizbüchlein heraus und schreibt sie hinein. Mit der Zeit haben sich viele solcher Zeilen angesammelt und er versucht daraus konzeptmäßig einen passenden Text zu schreiben. Dabei lässt er sich nicht unter Druck setzen – so entsteht ein Song auf ganz natürliche Weise und das kann man dem Endergebnis hörbar entnehmen. Momente machen die Zeit Der erste und wohl auch größte Auftritt als „The Right Season“ hatten sie beim Festival Les Pétarades 2015 in Brest (Frankreich) im Rahmen eines Wettbewerbs der Jungen Bühne Kiel. „Wir haben vor 6.000 Leuten gespielt. Abends um 23 Uhr war da schon richtig Stimmung. Das war echt cool und hat echt Spaß gemacht! Da erinnert man sich gerne dran“, erzählt Dodo enthusiastisch. Jan schließt sich ihm an: „Es war überwältigend! Ich dachte, dass das Festival kleiner ist und als man uns sagte, wie viele Leute kommen, dachte ich ` Vielleicht sollen wir da lieber doch nicht spielen´.“ Dodo fängt an zu lachen und teilt seine Erinnerung mit uns: „Ich weiß noch, als du das Mikro genommen und das Kabel unten dran entfernt hast, um damit ins Publikum zu springen. Da hast du dich dann gewundert, warum das nicht mehr geht.“ „Ja, das war geil! Die haben die Lieder mitgesungen. Ich habe die Gitarre weggeschmissen und bin rockstarmäßig nach vorne und da war dann so eine Metalabsperrung und da habe ich mich dann draufgestellt. Ich habe mich gefühlt wie King Lui“, ergänzt Jan mit einem Leuchten in den Augen. In Dodo‘s Gesicht macht sich ebenfalls ein Lächeln breit und er meint: „Ich wurde mal ja mal gefragt, ob ich Schlagzeugunterricht gebe.“ Dann erinnert sich Dodo an eine peinliche Begebenheit bei sich selber: „Das war bei meinem Realschulabschluss. Ich habe amateurmäßig Schlagzeug gespielt. Das Schlagzeug stand auf zwei Podesten, die nur zusammengeschoben worden waren und in der Mitte war ein kleiner Spalt. Der Schlagzeughocker war genau in dieser Spalte, ich habe gespielt und mitgewippt und auf einmal rutschte der Stuhl da noch weiter rein und ich bin nach hinten umgekippt.“ Jan versucht die Geschichte zu toppen: „Wir haben in Kiel beim SPH-Bandcontest gespielt. Da hat man nur 15 Minuten für den Umbau und Soundcheck. Das ist immer hektisch. Ich hatte an dem Abend meine Umhängetasche mit, weil wir irgendwo übernachten sollten und da hatte ich halt T-Shirt, Unterhosen, Socken und den ganzen Kram mit, aber auch meine Kopfhörer für das Live-Spielen. Ich war so im Stress und habe auf der Bühne alles aus der Tasche gerissen. Dann war das Konzert zu Ende, es wurde aufgeräumt und einer so ‚Hey, hier ist noch eine Unterhose‘ und ich ‚Jo, das ist meine‘ und ein anderer dann ‚Hier sind auch noch Socken‘ und ich ‚Ja, geil‘. Beim Auftritt hatte ich eine offene Flasche Wasser umgestoßen - alles nass und ekelig. Ich hatte dann diese nasse, ekelige Unterhose in der Hand. Das war unangenehm.“ Ihre ehrliche Rockshow macht das aber wieder wett. Und die Aufregung, die durch ihre Adern fließt, merkt das Publikum auch nicht. Jan‘s Meinung dazu ist: „Wenn man da zu lässig ran geht, wirkt das alles nicht mehr so. Eine Grundspannung gehört dazu.“ Jeder Moment auf der Bühne formt die unvergessliche Zeit, die sie zusammen verbringen dürfen. Mit Alessa’s Appetite standen sie schon auf der Bühne von „Das Supertalent“ (RTL). Ironisch berichtet Jan: „Es war hinreißend, mal so ein geiles, ehrliches Format wie RTL auch hinter den Kulissen zu sehen – wie echt das alles ist! Aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert.“ Sie sind sogar eine Runde weitergekommen. Wenn nicht jetzt - dann wann anders Bevor The Right Season in ihrer Zeit so richtig angekommen waren, begannen sie damit, eine erste EP aufzunehmen. Die richtige Erfahrung fehlte und so spielte jeder mal die Gitarre oder verausgabte sich am Schlagzeug. „Das klang alles sehr selbstgemacht“, sagt Jan amüsiert. Im Moment befindet sich die Band in der Vorproduktionsphase zur zweiten EP, die in der zweiten Jahreshälfte 2016 herauskommen soll. Einen ersten Vorgeschmack bietet ihre neue Single „All I Ever Wanted“, die im Juli zusammen mit einem neuen Video erscheinen soll; auch über ein Album wird nachgedacht. Wer aber nicht so lange auf die Musik von The Right Season warten möchte, der kann sich zur Kieler Woche einen ersten Eindruck verschaffen. Sie spielen nicht zum ersten Mal dort und freuen sich erneut auf die vielen Leute und die tolle Stimmung. „Fühlt euch geküsst, ihr süßen Mäuschen!“ The Right Season sind gespannt, wohin sie der Wind tragen wird und welchen Einfluss die Zeit auf sie bzw. welchen Einfluss sie auf die Zeit haben werden. Wir wissen: Im Hier und Jetzt haben sie treue Fans, die gerne ihre Zeit mit The Right Season-Musik auf den Ohren verbringen! Und wenn nicht jetzt – dann wann anders. Es ist alles eine Frage der Zeit. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr immer den richtigen Zeitpunkt trefft und die Zeit, die euch zur Verfügung steht, nutzt! Möge die Zeit mit euch gehen und ihr mit ihr. terminkalender

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Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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Untersuchung und Diagnose von
„Appendix“

Musikalische Bauschmerzen

Das Wort `Appendix´ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie `Anhang´. Zu Deutsch ist es der Wurmfortsatz - ein in der Regel bis zehn Zentimeter langes Anhängsel des Blinddarms. Der Wurmfortsatz ist anfällig für Entzündungen und wird fälschlicherweise oft mit der Blinddarmentzündung verwechselt. Aber was hat das alles mit Musik zu tun? - Wie kann sich eine Band übersetzt `Wurmfortsatz´ nennen? Bei strahlender Sonne und frischer Brise haben es mir die vier Jungs aus Rendsburg bei einem Interview am 12.05.2016 verraten. Die Würmer Diesen Wurmfortsatz bilden Sänger und Bassist Jakob (18), erster Gitarrist Fabius (15), zweiter Gitarrist Meister Lee (15) und Schlagzeuger Asmus (15). Appendix2 (von links nach rechts: Jakob, Asmus, Fabius und Meister Lee) Jakob und Fabius sind Brüder und wurden in eine musikalische Familie hineingeboren. „Unser Vater leitet eine Kulturakademie in Rendsburg und spielt Bratsche; unsere Mutter hat musikalische Früherziehung gemacht und gibt Unterricht. So kam es, dass wir uns ein Instrument aussuchen durften“, erzählt Jakob. „Es gibt Bilder, da war ich noch ganz klein, da habe ich auf irgendwelchen Töpfen herumgetrommelt. Letztendlich hat mich wohl aber mein größerer Bruder dazu gebracht ein Instrument zu spielen, weil er selber Gitarre spielt“, berichtet Asmus als Nächster. Lee hat vor sechs Jahren mit dem Gitarre spielen angefangen. Wer oder was seine Inspiration dazu war, diesen musikalischen Weg einzuschlagen, weiß er nicht mehr. Vielleicht war es einfach nur der Spaß an der Freude. Dafür kann er mir erzählen, wie er zu „Meister Lee“ wurde. „Ich dachte mir, Musiker haben oft Künstlernamen und dann kam mir die Idee `Meister´. Und das passte einfach“, erinnert er sich amüsiert. Laut seinen Bandkollegen sei er auf positive Art verrückt und mache manchmal seltsame Dinge, aber dafür würden sie ihn lieben. Wenn aus Mandarinen ein Wurmfortsatz wird Fabius und Lee waren auf der gleichen Grundschule. Bei einem Vorspiel in der Rendsburger Musikschule haben sie sich wiedergetroffen und angefangen zusammen zu jammen. Asmus und Lee gehen auf die gleiche Schule wie Jakob, hatten aber nie wirklich Kontakt zu ihm. Jakob zeigt auf seinen Bruder, der ihm gegenüber sitzt und schmunzelt: „Den da kenne ich, weil ich den manchmal zuhause sehe und die anderen zwei habe ich über unser gemeinsames Jammen kennengelernt.“ Ende 2014 haben sie beschlossen eine Band zu gründen. Nach einiger Zeit im Proberaum, der sich im Keller der Musikschule befindet, kam die Lust auf mehr als nur Proben – sie wollten vor Publikum auftreten. Aber wie sollten sie sich nennen? Jakob liebt Mandarinen und dachte an „The Tangerines“. Doch dieser Name wurde bald durch „Appendix“ ersetzt. „So ein Name muss einen als Band repräsentieren. Ich habe mich gefragt, was uns ausmacht. Wir hängen unnötig rum und wenn wir was machen, dann bereiten wir den Leuten Bauchschmerzen. Und da passte eben der Wurmfortsatz ganz gut“, erklärt Jakob mit einem Grinsen im Gesicht. Nach einiger Zeit fällt ihm stolz eine weitere Hintergrundgeschichte zu ihrem Bandnamen ein. Eine Geschichte, die nicht jede Band erzählen kann! „Es gibt eine 70er/80er-Jahre Punkband aus Finnland, die auch so heißt und wir dachten `Oh nein, was machen wir jetzt? Müssen wir uns wieder umbenennen, können wir den Namen behalten?´ Unsere Mutter hat dann erzählt, dass unsere Oma aus Finnland kommt und als Au-pair-Mädchen nach Deutschland gekommen ist und sich in unseren Opa verliebt hat. Deshalb sind wir Viertel-Finnen. Der Großcousin unserer Mutter – Jari – kommt auch aus Finnland und war tatsächlich eines der Gründungsmitglieder der Originalband Appendix. Vielleicht kann man mit dem was regeln wegen dem Namen. Das Musikmachen liegt jedenfalls im Blut.“ Ihr Musikstil lässt sich nur schwer definieren. Es ist eine Mischung aus Vielem. So sagen sie selbst, es handele sich um Punk/Grunge. Asmus bringt Metal-Elemente, Fabius Punk-Elemente, Lee Rock `n´ Roll-Elemente und Jakob Hardcore-Elemente mit ein. Dabei spielen Bands wie Nirvana, Scratch Acid, The Pixies, The Breeders und Talking Heads eine große Rolle. „Und Billy Ray Cyrus. Wir sind große Countryfans“, fügt Fabius hinzu. Um die Songtexte kümmert sich Jakob. Er sagt: „Ich habe mit dem Schreiben angefangen, als ich ca. 14 Jahre alt war. Da habe ich deutsche Rap-Texte geschrieben und irgendwann, als sich dann mein Musikgeschmack ein bisschen verschoben hat, habe ich mich auf Englisch probiert, das klappte ganz gut und es macht mir bis jetzt viel Spaß!“ Themen wie Religion, Liebe und Parasitismus, aber auch andere Dinge, die ihn beschäftigen, fließen in die Texte ein. In immer mehr Bäuchen An ihren ersten Auftritt denken sie mit einem breiten Grinsen zurück. „Der war grandios!“ Es fand ein Tag der offenen Tür in der Musikschule statt. Bei gutem Wetter durften sie draußen spielen. Viele Freunde waren gekommen und „ein paar Eltern haben etwas komisch geguckt, als sie unsere Musik gehört haben“. Jakob lacht und erinnert sich: „Wir haben direkt einen Vertrag angedreht bekommen von einem ominösen Mann. Der hat irgendwelche Musik- und Textverläge. Der bietet sich selbst auf seinen Websites als Synchronsprecher an und dann haben wir ihn mal gefragt, wen er denn schon so unter Vertrag hätte - er meinte, wir wären dann seine erste Band. Da sind wir dann aber nicht drauf eingegangen.“ Gerne denken sie ebenfalls an ihren Auftritt beim Talented Wettbewerb 2015 zurück, auch wenn die Aufregung davor „schrecklich“ war. „Der Laden war voll, die Leute sind schon richtig abgegangen und wir saßen hinter Bühne, um uns vorzubereiten“, berichtet Fabius. Aufregung – wenn sie mit befreundeten Bands (z.B. Gordon Shumway) oder vor Freunden spielen, ist diese weniger zu spüren. Bevor es dann aber auf die Bühne geht wünschen sie sich gegenseitig etwas. „Und was“, lautet meine Frage. „Irgendwas – Jeder sagt `Ich wünsche euch was´ und dann geht’s los“, lacht Asmus zu mir rüber. Pannen wünschen sie sich jedenfalls nicht – denn davon hatten sie schon so einige. „Bei unserem dritten Auftritt hat Jakob das Kabel von seinem Bass rausgerissen, nachdem er seinen Verstärker lautgedreht hatte“, fällt es Fabius sofort ein. Er selbst hat aber auch schon Akkorde vergessen und ein ganz anderes Lied angestimmt – auch gut, zwei Lieder gleichzeitig. „An Fabius mag ich, dass er mich immer anguckt und anfängt zu grinsen, wenn sich jemand verspielt hat“, sagt Asmus belustigt. Jakob zuckt lächelnd mit den Achseln und meint: „Dafür sind wir ja da, um peinliche Sachen zu machen.“ „Oder einfach den anderen angucken und sagen `Er war’s´“, fügt Lee hinzu. Peinlichkeiten sind schnell vergessen und die Vorfreude auf den nächsten Auftritt groß. Denn sie wollen sich in immer mehr Bäuchen bemerkbar machen – musikalische Bauchschmerzen verbreiten! Behalten oder entfernen Noch vor ihrem ersten Auftritt haben die Vier eine EP für Freunde erstellt. „Wir haben ein Diktiergerät in die Mitte unseres Proberaumes gestellt und einfach gespielt. Die Qualität war aber nicht so gut“, erzählt Fabius. 30 CDs haben sie selbst gebrannt und die Auskleidung der Hülle selbst gelayoutet. „Die Musik kam aber gut an und wir haben tatsächlich alle verkauft“, staunt Jakob. Zurzeit experimentieren sie mit neuen Mikrofonen und wollen dieses Jahr noch etwas Richtiges aufnehmen. Fans können sich also schon darauf freuen! In der Gruppe herrscht eine harmonische Stimmung und jeder ist für den anderen ein guter Freund und wichtiges Bandmitglied. So sagt Jakob über Asmus: „Wenn ich ein neues Lied mit den Jungs spielen möchte, dann sage ich zu Asmus `Zauber was´ und dann spielt er was und das passt immer. Das ist ganz cool!“ Er schaut zu Fabius, überlegt und lacht: „Und Fabius? Der ist halt da.“ Jeder beherrscht sein Instrument und Jakob gibt zusätzlich mit seinen bunten Haaren der ganzen Gruppe mehr Farbe. Grün, Grün-Gelb, Pink, Rot und Blau waren auf seinem Kopf schon vertreten. Er selbst sagt: „Ich finde das ganz witzig!“ Für die Zukunft hoffen sie aufs „Reich und berühmt werden!“ Und dann? „Dann werden wir die Weltherrschaft an uns reißen“, rufen sie mir selbstbewusst entgegen. Nach der Schule ist keine Bandauflösung geplant, sondern immer mehr Auftritte, denn das Musikmachen macht einfach großen Spaß! Im Juni kommt ihr Auftritt auf der Kieler Woche. „Gutes Wetter wäre echt schön, wenn man sich das hier so anguckt“, sagt Jakob und guckt in den blauen Himmel über uns. Sie freuen sich auf die vielen Leute und die gute Stimmung und wir freuen uns nicht nur auf ihre Musik, sondern auch auf die bunten Haare von Jakob – mit Blau würde er sich farblich gut anpassen! Ursprünglich dachte man, der Wurmfortsatz sei funktionslos. Man fand jedoch heraus, dass im Falle einer Durchfallerkrankung nützliche Darmbakterien in der Nische der Appendix überleben können. Nach einer Durchfallerkrankung können diese sehr schnell den Dickdarm erneut besiedeln und dabei schädliche Keime verdrängen – also doch nützlich dieser Wurmfortsatz. So auch diese Band. Körperlich ist es egal, ob man sich den Wurmfortsatz entfernen lässt oder ihn behält. Doch diesen Wurmfortsatz (Band Appendix) sollten wir unbedingt behalten! Mit musikalischen Bauchschmerzen lässt es sich gut leben! Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr euch als „Wurmfortsatz“ durchsetzt und ganz vielen Leuten musikalische Bauchschmerzen bereitet! Bleibt wie ihr seid und vor allem immer kreativ. terminkalender

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Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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In alten Zeiten mit „Ain’t The Ones“

Harmonische Färbung aus den 60ern und 70ern

Warme Sonnenstrahlen und ein frisches Lüftchen bringen die Band Ain’t The Ones und mich (Kreativpur) am 20.04.2016 zusammen. In einem Kieler Café suchen wir uns ein bequemes Plätzchen und beginnen zu erzählen. Kinder früher Zeiten Die gelassen wirkende Band besteht aus Sängerin Myriam (26), die zusätzlich Klavier und Synthesizer spielt, Gitarrist und Backgroundsänger Toby (26), Bassist Carl (28) und Schlagzeuger Toni (22). Gemeinsam fühlen sie sich der Musik aus früheren Zeiten verbunden und lassen diese im neuen Stil aufleben. ki-wo-de_kieler_woche_2016_aint_the_ones_850 (von links nach rechts: Carl, Myriam, Toby und Toni) Myriam und Toby sind Zwillinge und sind schon früh durch ihre Eltern mit Musik aus den 60ern und 70ern in Berührung gekommen. Ganz klassisch hatten beide Blockflötenunterricht. Es stellte sich jedoch heraus, dass Myriam sich viel mehr für Klavier interessiert und lieber auf diesem Instrument spielt. „Ich hatte das Glück, dass zu Hause immer irgendwo eine Gitarre rumstand, die mich dann immer beim Singen begleitet hat. Das war dann zusätzlich das Instrument, was mich zum Singen verleitet hat“, erzählt sie. Auch Toby war von einem anderen Instrument gefesselt: der Gitarre. „Wenn man mir eine Gitarre vor die Augen gehalten hat, dann war das so, wie wenn andere in einen Süßigkeitenladen gehen. Die Leidenschaft zum Gesang kam eigentlich erst später. Spätestens im Gymnasium habe ich gemerkt, dass ich einigermaßen gut singen kann.“ Carl erinnert sich, dass bei ihm alles in der Grundschule begann. „Ich habe in einem Gitarrenensemble mit 20 Gitarren gespielt. Der Leiter war der Meinung, es wäre gut, wenn einer Bass spielen würde und hat mich gefragt, ob ich darauf Lust hätte, weil er mir das zugetraut hat. Er hat mir immer seinen Bass geliehen und das Spielen hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte noch weiter Gitarrenunterricht nebenher, aber das wurde immer weniger und das mit dem Bass spielen immer mehr. Es hat sich irgendwann herausgestellt, dass ich viel mehr Lust auf Bass habe als auf Gitarre“, erzählt Carl amüsiert. Toni begann mit Gitarrenunterricht; Bass und Klavier folgten und am Ende entschied er sich für Schlagzeug. Er spielte in einer Jazz- und Soulband und nach seinem abgeschlossenen Designstudium möchte er sich nun wieder intensiver der Musik widmen, da diese während des Studiums etwas in den Hintergrund gerückt war. Schon immer diejenigen Den Bandnamen Ain’t The Ones (dt. Nicht diejenigen) gibt es laut Toby schon seit ca. zehn Jahren. Er und Myriam sind Lynyrd Skynyrd-Fans. Der für weitere Interpretationen offene Bandname leitet sich von dem Song „I Ain’t The One“ ab. „Wir fanden das cool damals“, meint Toby. Sie waren also schon immer diejenigen, die nicht diejenigen waren. Zur richtigen Bandgründung kam es erst viel später. Viele verschiedene Jungmusiker waren zu unterschiedlichen Zeiten an der Band beteiligt. Gegen Ende 2013 schloss sich Myriam Toby an; Anfang 2014 folgte Carl. „Ich bin nach Kiel gekommen, um zu studieren und habe direkt in der zweiten Woche Toby kennengelernt. Ich wurde dann immer zu ihren Konzerten eingeladen und war dann immer als Fan dabei. Dann wurde in der Band ein Bassist gesucht und Toby zu mir `Hey Carl, du kannst doch Bass spielen´ und dann bin ich da irgendwie reingerutscht und ab da bin ich dabei gewesen“, berichtet Carl. Schlagzeuger Toni schloss sich im Dezember 2015 der Band an. Den ehemaligen Schlagzeuger hat es nach Neuseeland verschlagen und es war klar, dass ein neuer her muss. Toni grinst zu Myriam rüber und erzählt: „Sie hat mich damals angerufen und gesagt `Ich habe von jemandem deine Nummer bekommen. Wir suchen noch einen Schlagzeuger für einen Auftritt´.“ Nur eine einzige Bandprobe gab es bis zum besagten Auftritt und „Das war die beste Nummer, die wir die letzten zwei Jahre in unserem Proberaum hatten“, sagt Toby. Toni half noch ein weiteres Mal aus, bevor er zum festen Bestandteil von Ain’t The Ones wurde. Sixties and seventies Vibe Ihre Musik? Ehrlicher Rock `n´ Roll mit einer psychedelischen Prise Funk in Bestform. Zusammen mit dem Klamottenstil eines jeden einzelnen und ihrer gelassenen Art liegt ein sixties and seventies Vibe (eine 60er und 70er-Jahre Stimmung) in der Luft. Jeder hat seine Vorbilder und seinen eigenen Musikgeschmack. Am Ende treffen sie sich in der Mitte und vereinen ihre Einflüsse teils bewusst, teils unbewusst. Toby umschreibt es mit: „Jeder Musiker hat seine eigene Art zu spielen, so wie jeder auf seine Art spricht. Das ist bei uns wie in einer Patchwork-Familie, die irgendwie versucht, ihre Einflüsse in einen Einklang zu bringen. Ich schätze es sehr, dass jeder seinem eigenen `Faden´ folgt und das ergibt dann diese `Färbung´. Das ist das, was jeden einzelnen und uns alle zusammen ausmacht.“ Während so manch andere Band zuerst den Text schreibt und sich dann an die Melodie wagt, passiert es hier oft anders herum. Myriam ist die Sängerin und eine Faustregel der Band lautet: Wer singt, der muss auch die Texte schreiben. Sie erklärt mir: „Es geht um sehr emotionale Sachen, die mich gerade beschäftigen. Ich habe deswegen auch immer ein Notizbuch bei mir, damit ich paar Dinge loswerden kann. Wenn Toby dann mit einer Melodie ankommt und je nachdem, wie sich diese anfühlt, kann ich das, was auf meinen Seiten schlummert in Form bringen. Oder es entsteht etwas ganz Neues.“ So entsteht eine harmonische `Färbung´, die an die 60er und 70er Jahre erinnert. Mit Herzschlag auf der Bühne Toni stand schon früh als kleines Kind auf der Bühne. „Mein Vater hat mich immer mitgenommen.“ Kein Wunder, dass sich bei ihm die Aufregung in Freude verwandelt hat. Toby kann sich noch an seinen ersten Auftritt mit ca. 16 Jahren erinnern: „Das war bei mir in der Schule. Da war ich schon ziemlich aufgeregt, weil ich wusste, dass ich das nicht so umsetzen konnte, wie ich es gerne wollte. Da war diese Aufregung und ich dachte `Man, warum war jetzt alles weg´.“ Aber ohne Aufregung würde es nur halb so viel Spaß machen. „Das ist sonst so, als würde man für sich selber spielen und da ist dann auch kein richtiger Herzschlag“, meint Toby dazu – auf der Bühne spüren sie also diesen ganz besonderen Herzschlag in der Brust. Ihren besten Auftritt hatten sie vergangenes Jahr im Dezember: eine Benefizveranstaltung zum Erhalt von der „Alte Mu Impuls-Werk e.V.“ auf dem ehemaligen Gelände der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Myriams Augen fangen an zu leuchten und strahlend erzählt sie: „Die Leute hatten alle Lust und haben mitgewippt. Der Raum war voll und dann waren auch Leute dabei, von denen man wusste, dass das nicht deren Musikgeschmack ist. Aber die wollten einfach Spaß haben. Das war echt ein tolles Gefühl!“ Dann erinnert sie sich lachend an einen witzigen Auftritt bei einer Geburtstagsfeier. „Wir waren in voller Montur dort und sollten elektrisch spielen. Dann gab es aber halt auch Wünsche nach akustischen Sachen. Unsere Musik war den älteren Gästen zu laut. Wir haben den ersten Song gespielt und die Augen der Leute in der ersten Reihe wurden groß und sie hielten sich auf einmal die Ohren zu.“ Wir reden weiter über ihre Auftritte und landen irgendwann bei den kleinen Pannen, die auf der Bühne passieren. Carl schmunzelt leicht und sagt: „Mir ist einmal eine Saite gerissen und ich hatte keinen Ersatz dabei. Das war zum Glück hier in der Nähe. Da haben wir dann eine Pause eingelegt und ich konnte schnell nachhause fahren und Ersatz holen. Das ist mir auf jeden Fall peinlich gewesen.“ Wurde schon mal der Text vergessen? Toni grinst und sagt in die Runde: „Ich vergesse öfters mal den Text.“ Eine kurze Pause entsteht, da fängt Toby plötzlich an zu lachen und lässt uns an seiner Erinnerung teilhaben: „Ich erinnere mich noch an eine Geschichte, die unserem ehemaligen Bassisten passiert ist. Der ist zum Podest gegangen, wo der Schlagzeuger saß und meinte, er müsse von da runterspringen. Er ist dann irgendwie unglücklich gelandet und lag dann da wie ein umgekippter Maikäfer und hat versucht das Ganze noch zu retten, indem er sich zweimal auf dem Boden im Kreis gedreht hat.“ Generell zu dem Thema fällt Carl ein: „Es gibt ja so Tricks, wenn du Fehler machst – du spielst denselben Fehler einfach noch paarmal. Das klingt dann so, als wäre das beabsichtigt.“ Zurück in die Zukunft Ain’t The Ones haben bereits zwei Lieder aufgenommen und fanden die Zeit im Studio sehr interessant, denn „Es ist ja doch etwas anderes, als live spielen“, meint Carl. Man hat viel mehr Möglichkeiten seine Ideen kreativ umzusetzen und man macht sich auch viel mehr Gedanken darüber, wie man diese am besten umsetzen kann. Für Myriam war es eine ganz neue Erfahrung. Sie berichtet: „Es ist echt ungewohnt, wenn der Gesang zum Schluss alleine drankommt. Du stehst in einem leeren Raum und bekommst die ganze Power, die du sonst physisch neben und hinter dir hast, nur aus diesen Kopfhörern und du sollst, quasi wie gewohnt, deinen Text singen. Da brauchte ich etwas Zeit, um in dieses Gefühl reinzukommen.“ Vielleicht gibt es bald eine erste EP, denn an Material, das sie aufnehmen könnten, scheitert es nicht. Bei den normalen Bandproben haben sie alle viel Spaß zusammen. Myriam findet es immer lustig, wie Toni lacht und muss selber anfangen zu lachen und Carl fügt hinzu: „Und bei Myriam und Toby merkt man manchmal, dass sie Geschwister sind. Die zwei streiten gelegentlich.“ „Das ist aber immer ganz witzig. Wenn die beiden nebeneinander stehen und streiten, stehen Carl und ich daneben und gucken ihnen amüsiert zu“, sagt Toni schmunzelnd und lehnt sich zu Carl rüber. Wenn sie dann gemeinsam musizieren reisen sie gedanklich in die alte Zeit und kommen danach wieder zurück in die Zukunft. Zukunft – was soll mit Ain’t The Ones passieren? „Komme was wolle – Hauptsache es macht Spaß!“ Myriam nimmt einen Schluck von ihrer Apfelschorle und denkt: „Das Tolle an dieser Band ist, dass wir was Eigenes haben, was wir weitervorantreiben können. Wir sind selbst dafür verantwortlich, können dieses Projekt selbst formen und gemeinsam entscheiden, wie unsere Zukunft wird.“ Auf der Kieler Woche werden sie jedenfalls Gas geben und den Sommer über ihre Chance nutzen! Sie freuen sich schon auf ihren Auftritt und geben allen Fans folgenden Rat mit auf den Weg: „Kommt vorbei, bringt eure Regencapes und Regenschirme mit und habt Spaß!“ Ain’t The Ones sind nicht diejenigen, die wir als typische Band mit Musik aus früheren Zeiten abstempeln sollten! Sie führen uns lediglich mit ihrem eigenen Musikstil in diese Zeit zurück, lassen uns aber auch die Gegenwart spüren. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr eurem `Faden´ treu bleibt und das Leben vieler anderer Menschen mit eurer Musik bunt färbt! Reist auf der Bühne oder im Proberaum in die alte Zeit, aber vergesst nie, wieder zurück in die Zukunft zu kommen. terminkalender

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Lustige Unterhaltung mit
„Basement Character“

Musikalischer Charakter entwickelt sich im Keller

Ganz gespannt darauf, welch unterschiedlichen Charakteren ich begegnen werde, betrete ich am 17.04.2016 die Campus Suite. „Hallo“, ruft mir Phil von links entgegen. Ich blicke in drei gutgelaunte Gesichter, aber Moment! Da fehlen doch zwei. Bassist Dennis und Gitarrist Steffen sind leider verhindert, aber ich bin mir sicher, ihre Bandkollegen wissen über alles Bescheid. An einem Fenster machen wir es uns gemütlich und starten. Kellerkinder Viele Menschen haben ihre Waschmaschine oder ihren Trockner im Keller stehen – und andere haben eine Band, von der auch die Nachbarn zu hören kriegen. Zu dieser lauten Band gehören Sänger Phil (21), Leadgitarrist und Backgroundsänger Darius (23), Rhythmusgitarrist Steffen (24), Bassist Dennis (24) und Schlagzeuger Ole (22). ki-wo-de_kieler_woche_2016_basement_character1 (von links nach rechts: Steffen, Phil, Dennis [vorne], Ole und Darius) Phils Singstimme klang vor einigen Jahren noch ganz anders. „ Ich habe mich früher schon immer viel mit Musik beschäftigt. Ich habe mich damals mit einem Kumpel zusammengesetzt, der Gitarre gespielt hat. Wir waren ein Duo. Dann habe ich gesagt `Ach Mensch, ich kann nichts anderes. Ich muss jetzt irgendwie eine Stimme entwickeln´ und dann habe ich angefangen zu singen und habe das dann immer weiter ausgeschmückt“, erzählt er. Nicht alles, was auf dem Sperrmüll landet, gehört auch dort hin. Das dachte sich auch Darius. „Das war vor zehn Jahren. Der Bruder von einer Freundin meiner Mutter hat in einer Band gespielt und seine Gitarre auf den Sperrmüll geworfen. Ich fand die sofort super cool und habe die dann einfach mitgenommen – da waren nur drei Saiten drauf. Meine Mutter hat dann gesagt, ich solle Unterricht nehmen. Irgendwann habe ich dann meine Traumgitarre von meiner Mutter geschenkt bekommen. Irgendwie war die Gitarre von Anfang an mein Steckenpferd“, berichtet Darius euphorisch. Green Day – die Band, die in Steffen den Wunsch auslöste, Gitarre zu spielen. Er wollte gerne alle Lieder spielen können. Er hat sich einfach eine Gitarre gekauft und sich mit Youtube-Videos das Spielen autodidaktisch beigebracht. Heute kauft er sich keine Gitarren mehr – „Er baut sie sich selbst“, staunt Darius. Steffen kennt sich gut mit Technik aus und wird deshalb von seinen Bandkollegen als „Handwerker der Band“ bezeichnet. Dennis hat nicht von Anfang an den Bass brummen lassen. Ole, dessen Freund Tobias, Steffen und Dennis machten zusammen Musik und stellten fest: „Wir sind ein Schlagzeuger und drei Gitarristen – wir brauchen einen Bassisten.“ „Dennis ist ein Gitarrist, zu dem am besten ein Bass passt und dann haben wir gesagt `Du spielst jetzt Bass´“, erinnert sich Ole. Das macht Dennis nun seit ca. 3 Jahren sehr gut! Ganz gelassen erzählt Ole: „Ich habe mit sieben angefangen Schlagzeugunterricht zu nehmen, weil ich schon immer Schlagzeug spielen wollte. Meine Eltern haben gesagt `Letztes Jahr waren Dinosaurier noch cool, dann wolltest du auf den Mond und jetzt Schlagzeug spielen´.“ Auch, wenn seine Eltern ein Schlagzeug für „laut und teuer“ hielten, haben sie ihm den Wunsch erfüllt. Vom Trommeln kam er dann nie wieder weg. Von ganz unten Ganz unten im Keller von Oles Oma fing alles an. Mit 14 lernten sich Ole und Steffen kennen. Gemeinsam machten sie ab und zu Musik und die ein oder andere Party im Keller. „Wir haben mal 1000-jähriges Kellerverbot bekommen und an dem Tag haben wir uns dann auch gegründet. Wir haben gesagt `Jetzt machen wir hier alles sauber und fangen an eine Band aufzumachen´“, schwelgt Ole in Erinnerungen. Bandmitglieder kamen und gingen und dann traten Dennis und Darius ihrer Band bei. Die Vier kennen sich seit Kindergarten- bzw. Schultagen. Fehlte nur noch jemand, der sich um den Gesang kümmert. Phil hatte sich bei Ole gemeldet, der ihm aus Zeitgründen absagen musste. Doch seine „24/7-Nachrichten“ ließen nicht lange auf sich warten. Phil schüttelt lächelnd den Kopf und sagt: „Ich hatte keine Ruhe mehr in der Schule.“ Die Gründung fand 2013 in Stein (Kreis Plön) statt. Ein Jahr des Zusammenspiels verging und es ward noch kein Bandname gefunden. Viele Namen wurden ausgedacht und wieder verworfen. „Irgendwann haben wir gedacht, was spielen wir für Musik in diesem Keller? Wir haben unseren ganz eigenen Stil. Warum nicht Basement Character“, bringt mir Darius ihren Gedankengang näher. „Wir haben im Keller angefangen, wir sind immer noch im Keller und das ist das, was den Keller wiederspiegelt“, beendet er die Geschichte. Ein Keller mit Charakter, wenn man so will. Musik um der Musik Willen In ihren Liedern findet man, wie in einem Keller, ganz viel. Von Metal zu Punk, von Rock über Hardcore. Das liegt daran, dass jeder der Jungs seine eigenen Einflüsse mitbringt und diese auch in den Liedern verarbeitet. „Unsere Lieder haben unseren `Basement Character´. Das ist so, weil die ihre eigene Würze haben“, kommentiert Darius. „Ich finde Vielfältigkeit nicht schlecht. Der Kreativität sind ja keine Grenzen gesetzt“, schließt sich Phil ihm an. In den Liedern selbst findet man nicht nur unterschiedliche Genres wieder, sondern auch verschiedene Themen. Phil zählt Freundschaft, Selbstzweifel und Probleme mit Selbstbewusstsein, aber auch ihre Kehrseite – was kann man tun, damit es besser wird - auf. Auch Sozialkritik findet ihren Platz. Neben den ernsten Themen in den Liedern findet sich der Spaß in und mit der Band wieder. Darius sagt fröhlich: „Wir können ganz viel zusammen lachen. Das muss auch einfach sein, weil das ein super Ausgleich zum grauen Alltag ist. Wir sind keine Berufsmusiker, die sich wegen der Musik Willen treffen, sondern wir sind alle Freunde, die Lust haben, zusammen was zu machen!“ Da fällt Ole ein: „Wir sind quasi eine kleine Firma. Wir haben Grafikdesigner und Fotografen (Dennis und Phil), einen BWLer (mich), Ingenieur Steffen, der alles repariert und Darius ist der Sozialpädagoge, der uns kindergartenmäßig zusammenhält.“ Darius muss schmunzeln und sagt kleinlaut: „Das war jetzt nicht nett.“ „Entschuldigung. Aber es funktioniert alles. Das ganze Aufgabenspektrum ist perfekt verteilt. Von Fotos habe ich zum Beispiel keine Ahnung. Ich halte da einfach mein Gesicht in die Kamera“, fährt Ole fort. Phil schaut Ole an und sagt ironisch: „Ich glaube, die Bilder wären besser, wenn du dein Gesicht da nicht mehr reinhältst.“ Eine freundschaftliche Diskussion entsteht, aber genau das macht sie aus – ohne solche Momente wären sie nicht Basement Character! Aus kleinen Jungs werden Rockstars Es gibt viele Auftritte, an die sich die Jungmusiker gerne zurückerinnern. In Darius‘ Berufsschule (für Sozialpädagogik) hatten sie ihren ersten Auftritt. Sein ehemaliger Schuldirektor wurde in seine Rente verabschiedet und die Band gefragt, ob sie ein paar Lieder spielen wollen. „Das war so peinlich“, lacht Ole. Musik von den Eagles und frühere Klassiker wurden erwartet, eigene Lieder wurden gespielt (nach Absprache mit den Veranstaltern). „Wir standen auf der Bühne und dann saßen da drei Jahrgänge, die gezwungen waren, sich da hinzusetzen und sich das anzuhören. Wir haben richtig reingehauen“, erzählt Darius. „Und der komische Moment war dann - wir hören auf und alle gucken so nach dem Motto `Ok, was war das jetzt´“, fügt Ole hinzu. Ihren besten Auftritt hatten sie beim Festival „Bolzplatz Revival“. Bevor es losging, war die Aufregung mehr als nur ein leichtes Kribbeln im Bauch. „Es gab ein riesiges Buffet und ich kam da mit großem Hunger an, aber ich konnte in dem Moment überhaupt nichts essen. Im Backstage Bereich hätte ich mir vor Aufregung in den Schoß kotzen können“, platzt es aus Darius heraus. Der Auftritt hat allen Spaß gemacht und Ole zitiert Steffen: „Wir kamen als Jungs und gingen als Rockstars.“ Gab es auch einen besonders witzigen Auftritt? Nach kurzer Überlegungszeit schnipst Phil und ruft: „Ponyhof!“ Oles Klasse feierte dort ein Sommerfest und die Band wurde, wie bei Darius, nach einem Auftritt gefragt. Ole grinst und sagt: „Wir standen auf einem Feld und während wir gespielt haben, hatten die anderen ihre Reitstunden.“ Es dauert gar nicht lange und die Jungs fangen an, mir einige ihrer lustigen Pannen auf der Bühne aufzuzählen. Darius fällt ein: „Wir haben `Zombie´ gespielt. Phil hat den Text vergessen und hat immer wieder die erste Strophe gesungen.“ „Ich sage immer, ich habe den Text nicht vergessen – wir haben den Song spontan gespielt. Ich konnte den Text gar nicht“, verteidigt sich Phil. Dann fängt er plötzlich an zu lachen: „Oder Darius bei seinem Gitarrensolo. Er hat voll danebengegriffen!“ „Das war gar nicht cool! Ich hatte mich echt auf das Solo gefreut und greif dann voll in die falsche Saite und dachte `Das darf doch nicht wahr sein, man´“, entgegnet dieser lachend. Ole kann zu sich selber eine kleine Anekdote erzählen: „Mir ist mal Folgendes passiert. Ich habe Schlagzeug gespielt und auf einmal haue ich mir mit einem Stick meine Brille runter. Die hing dann da so auf halb 8. Und in dem Moment macht Darius‘ Vater ein Foto von mir.“ Trotz dieser unterhaltsamen und vielleicht auch peinlichen Situationen macht ihnen das „auf-der-Bühne-stehen“ viel Spaß. „In der Mitte des Sets wünschen wir uns, dass wir noch doppelt so viele Lieder spielen können. Man hat gar keine Lust mehr von der Bühne runter zu gehen“, sagen Darius und Ole mit leuchtenden Augen. Vom Keller auf den Dachboden Geprobt wird immer noch in Omas Keller. „Die schläft übrigens dabei“, grinst mich Ole an. „Wenn wir mal ein Wochenende nicht da sind, heißt es von den Nachbarn `Oh, wo ward ihr denn letztes Wochenende? ´, weil wir so laut sind, dass man uns durchs halbe Dorf hört“, meint Darius. Zurzeit wird an einer EP gearbeitet, auf die wir uns schon freuen können! Zudem folgt ihr Auftritt auf der Kieler Woche – Darius und Ole rücken an das Mikro näher und sagen: „Zur Kieler Woche gibt es 20% Rabatt auf unseren Basement Character Shop.“ (Darius) „Online Shop, den wir noch nicht haben. Aber ihr kriegt trotzdem 20%. Also kommt alle vorbei!“ (Ole) Ole zwinkert und zeigt schnipsend aufs Mikro, woraufhin wir alle anfangen müssen zu lachen. Und was bringt die Zukunft? „Wir wollen uns alle zusammen ein Haus kaufen und zusammen alt werden“, sagt Ole locker und lehnt sich zurück. Festivals, kleinere Auftritte, vielleicht ein Album aufnehmen und regional so bekannt werden, dass sie auf der Straße erkannt und angesprochen werden – das sind ihre Ziele und Träume. Es stellt sich heraus, dass Basement Character nicht für immer im „Keller“ (auf kleinen Bühnen) bleiben, sondern nach ganz oben auf den „Dachboden“ (auf große Bühnen) wollen! Wir sollten daher diese Band nicht in unserem Keller abstellen und dort vergessen, sondern die Treppen nach oben beleuchten, sodass sie ihren Weg findet! Für eure Zukunft wünschen wir euch eine stabile Treppe, die euch sicher auf den „Dachboden“ bringt und euch nicht zurück in den „Keller“ fallen lässt! Bleibt hierbei immer bei guter Laune und seid stetig kreativ. terminkalender

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Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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Mit „Ember Rose“ im Gespräch

Wie eine Rose aus der Glut aufsteigen

Elmshorn empfängt mich (Kreativpur) am 16.04.2016 mit einem blauen Himmel und strahlender Sonne. Im Café `Jim Coffey´ mache ich es mir mit der Sängerin und ihren Bandkollegen von Ember Rose gemütlich. Ein letzter Schluck Kaffee und los geht’s … Glühende Rosen Aus der Glut steigen Sängerin Marie (19), Gitarrist Jan (19), zweiter Gitarrist Luca (19), Bassist Leonard (16) und Kilian (20), der am Schlagzeug sitzt. Gemeinsam bringen sie nicht nur sich selbst, sondern auch das Publikum zum Glühen. ki-wo-de_kieler_woche_2016_ember_rose1 (von links nach rechts: Jan, Marie, Leonard, Luca und Kilian) Den Gesang hat man praktisch immer bei sich. So auch Marie: „Schon im Kindergarten habe ich viel und gerne gesungen. In der Grundschule habe ich dann im Chor gesungen und weil mir das viel Spaß gemacht hat, habe ich dann in der darauffolgenden Schule in der Big Band gesungen und jetzt nehme ich seit letzten September Gesangsunterricht.“ Dass Jan früher seinen Musikunterricht in der Schule so gar nicht mochte und daran auch keinen Spaß gefunden hat, merkt man ihm heute nicht mehr an. Wie kam es dazu? „Ich habe mit dem Gitarre spielen angefangen, weil mich Luca dazu gebracht hat. Ich kenne ihn seit der 5. Klasse. Ich war dann irgendwann mal bei ihm zu Hause und fand das total cool, dass er Gitarre spielt. Ich habe mir dann auch eine E-Gitarre gekauft. Ich habe dann wirklich eine große Begeisterung daran gefunden und eine Leidenschaft dafür entwickelt und jetzt spiele ich seit 6 Jahren Gitarre. 1 ½ Jahre davon hatte ich Unterricht“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Lucas Familie ist sehr musikalisch und da war es naheliegend, dass auch er zu einem Instrument greifen würde. „Mein Vater macht seit 30 Jahren Musik. Das hat mich halt sofort interessiert und ich wollte auch Musik machen. Dann habe ich angefangen mir selber Gitarre beizubringen. Davon kam ich dann nie wieder weg“, erklärt er mir. „Mein älterer Bruder hat schon sehr lange Musik gemacht. Er war immer so ein bisschen mein Idol und ich fand das schon sehr cool, was er gemacht hat. Als ich zehn war, wollte ich auch mit Gitarre anfangen und dann ist mein Bruder mit mir nach Hamburg gefahren. Er hat mir dann aber keine Gitarre gekauft, sondern einen Bass. Das fand ich erst mal nicht so cool, aber er hat mir tolle Tipps gegeben. Und dann hat sich das so ergeben“, erinnert sich Leonard. Kilian hat schon früh angefangen, auf allem Möglichen herum zu trommeln. „Mit sechs Jahren habe ich angefangen Schlagzeugunterricht zu nehmen, weil meine Eltern gesagt haben ` Wir geben dir jetzt eine Probestunde, dann wirst du vielleicht ein bisschen ruhiger´, aber ich wollte das dann unbedingt weitermachen. Ich habe mir auch privat selber viel beigebracht.“ Von seinem Bandkollegen Jan wird er für sein Können geschätzt und mit „ das Tier am Schlagzeug“ betitelt. Mit Funken zum Neustart Jan und der ehemalige Schlagzeuger Jeff haben damals mit zarten 14 Jahren die Band gegründet. Weitere Bandmitglieder zu finden stellte sich als nicht sehr leicht heraus. Eines Tages sprach Jan Marie und Leonard an, die in der Big Band gesungen und gespielt haben, an, ob sie nicht mal gemeinsam Musik machen wollen. „Dann haben wir im Proberaum gejammt und hatten von Anfang an ziemlich viel Spaß“, berichtet Jan. Kurz darauf fällt ihm lachend ein: „Und Leonard war damals noch etwas kleiner als heute.“ Weil Jeff die Band verließ, wurde Kilian von Jan zur Weihnachtszeit angesprochen – daran, in welchem Jahr das war, können sie sich nicht mehr erinnern. Ende 2014 wurde dann die offizielle Gründung bekanntgegeben. Seit ca. zwei Monaten ist auch Luca Teil der glühenden Rosen. Er war zuvor „nur“ das gute Gewissen der Band – hat sich hinter der Bühne um vieles gekümmert. „Gerade für mich war es immer blöd als einziger Gitarrist in diesem Spagat zwischen Leadgitarre und Rhythmusgitarre zu stehen und jetzt gibt uns das einfach viel mehr Möglichkeiten, mit zwei Gitarren Songs zu entwickelt“, findet Jan. Sicher fragt sich der ein oder andere „Heißt die Band nicht eigentlich `Burning Jim Stone´?“ Es entstanden neue Funken (Ideen) und Jan erklärt: „In den letzten Monaten hat sich bei uns ziemlich viel verändert. Sowohl musikalisch, als auch persönlich. Wir haben Luca dazu bekommen und unser Genre hat sich auch verändert. Früher hatten wir keinen festen Stil, aber jetzt bewegen wir uns in eine feste Richtung.“ Ob sie den Bandnamen wirklich ändern sollen, brachte eine lange Zeit der Überlegung mit sich, denn der alte Name ist mit vielen Erfolgen verbunden. Sie sehen diese als „alte Erinnerungen, die an dem alten Namen hängen“ und nun, da sie sich stark weiterentwickelt haben, möchten sie einen Neustart beginnen – und dazu gehört ein neuer Bandname. Brainstorming war angesagt und am Ende entschieden sie sich für „Ember Rose“ (dt. Glut Rose). Luca sagt dazu: „Wir fühlen uns alle wohl damit, dass wir diesen Schritt gemacht haben.“ Duft der Musik Früher war ihre Musik wie ein Blumenstrauß – bunt gemischt, viele verschiedene Gerüche (Genres). Sie selbst haben gemerkt, dass ihre Songs sehr vom Rhythmus belastet waren und der Gesang in den Hintergrund gedrängt wurde. Welchem Musikstil sie sich zuordnen sollten, wussten sie nicht, da sich alle Genres in ihren Songs vereinten. Die Red Hot Chili Pepper waren für Jan und Leonard eine Größe, die sie inspirierte. Heute verbinden sich die Foo Fighters mit Kings of Leon, Oasis und U2. Jetzt prägen in sich stimmige Melodien ihre Songs und „Wir legen auch mehr Wert darauf, dass unsere Songs tanzbar werden“, fügt Jan hinzu. Ihre Musik (Rock) hat ihren ganz eigenen „Duft“ entwickelt. Was den Gesang betrifft, geht Marie etwas anders vor als ihre Bandkollegen. „Ich höre mir andere Künstler an oder schaue mir an, wie sie auf der Bühne performen . Es ist ganz gut, sich diese verschiedenen Stimmen anzuhören, aber es ist auch wichtig, dass man stimmlich seinen eigenen Stil findet und nicht unbedingt so singt, wie jemand anderes.“ In den Songs verarbeitet sie dann je nach Gefühl persönliche Sachen, mit denen sie aber auch andere sich beschäftigen – hierbei wird sie von der vorhandenen Melodie emotional geführt. Entwicklung Ihren ersten Auftritt erlebten sie aus zwei unterschiedlichen Perspektiven – als Band auf der Bühne und Kilian alleine im Publikum, weil er zu dem Zeitpunkt noch nicht Teil der Band war. Mit einem schwachen Grinsen im Gesicht erinnert er sich: „Das war bei einer Schulfeier. Der Auftritt an sich war cool, aber es wirkte auf mich, als hätte jeder für sich alleine gespielt. Da gab es den Gitarristen, der sein Solo gespielt hat, den Schlagzeuger, der versucht hat, sich in den Vordergrund zu spielen, einen Bassisten und eine Sängerin, deren Gesang unterging.“ Leonard glaubt: „Uns ging es damals viel mehr darum eine Band und Auftritte zu haben. Da wussten wir noch nicht, wie so ein Song klingen muss, damit er gut ist.“ Mit jedem weiteren Auftritt stiegen sie weiter auf und fanden zu sich. „Wir haben aus den Fehlern, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, gelernt und somit eine große Entwicklung durchgemacht“, findet Jan. Wenn sie an ihren bisher besten Auftritt denken sollen, fällt ihnen die Zeit im Hamburger Gruenspan ein. Mit einem verträumten Lächeln sagt Marie in die Runde: „Vom Gefühl her war das einfach unbeschreiblich. Mich hat das richtig beflügelt, als ich die ganzen Leute gesehen habe.“ „Man weiß halt, welche Bands da sonst spielen - Bands, die Welttourneen spielen“, schließt sich Leonard ihr an. Mit den Erfolgen haben sie einen Wiedererkennungsfaktor geschaffen. Am Tag zuvor ist Leonard auf einer Party angesprochen worden. „Ich wurde gefragt, ob ich nicht der Sänger von dieser Band bin und ich habe dann gesagt `Ja´ und das war ganz blöd.“ Kilian unterbricht ihn lachend: „Du hast `Ja´ gesagt?“ „ Ja, das war ganz peinlich, aber ich fand das witzig. Und dann sollte ich was vorsingen und ich kann halt überhaupt nicht singen und dann kann das schon auch mal peinlich werden“, erzählt er weiter. Auch Marie wurde schon angesprochen. „Ich habe mal im `Jim Coffey´ gearbeitet und dann kamen tatsächlich Leute, die was bestellen wollten und die mich dann wiedererkannt und angesprochen haben. Das fand ich witzig.“ Auch an Peinlichkeiten auf der Bühne fehlt es nicht. „Ich hatte meinen Bass zur Pause runter gestimmt und als es dann weiterging, habe ich vergessen, ihn wieder hoch zu stimmen. Wir haben `Seven Nation Army´ gespielt und die Bassline am Anfang kennt eigentlich jeder – die hat dann gefehlt“, erzählt Leonard. „Ich wollte bei meinem Solo meine Gitarre in die Luft heben. Ich stand mit einem Fuß auf dem Kabel und habe es aus der Gitarre gerissen. Ich bin Brillenträger und auf der Bühne spiele ich lieber ohne. Ich habe dann erst mal eine Weile gebraucht, um das Kabel wieder zu finden“, lacht Jan. Und Marie hat das Bier vor dem Auftritt nicht vertragen. „Ich bin ganz komisch abgeschweift“ und Jan ergänzt: „Marie ist sehr philosophisch geworden. Sie hat alles, was sie so über Musik und über die Band fühlt, rausgelassen“ und Luca fügt ganz gelassen ein „Aus einer 20-Sekunden-Ansage wurden dann so 2-3 Minuten“ hinzu. Ein Leuchten breitet sich aus In Zukunft wollen sie sich und ihrem Musikstil treu bleiben, sich weiterentwickeln und vielleicht irgendwann eine EP herausbringen. Im Proberaum – bei Luca zu Hause – entstehen viele neue Ideen. „Der Raum ist top ausgestattet, man hat viel Bewegungsfreiheit und die Atmosphäre ist dort auch sehr schön“, zählt Jan beeindruckt auf. „Praktisch ist auch, dass man reinkommt, alles schon aufgebaut ist und man sofort anfangen kann zu proben – dadurch ist man viel produktiver“, findet Kilian. Alleine die Räumlichkeiten machen eine gute Harmonie in der Band nicht aus. Die Kommunikation untereinander stimmt – jeder kann offen reden, ohne dass ein anderer sich verletzt fühlen muss. Nach einiger Überlegungszeit fällt Jan noch ein, was er an Marie besonders mag: „Sie lacht immer so witzig“ und schon fängt Marie neben ihm an zu lachen – es dauert nicht lange und wir lachen alle gemeinsam. Im Juni werden sie auf der Kieler Woche spielen. „Wir hoffen, dass es so cool wird, wie letztes Mal! Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, sagt Leonard. „Letztes Jahr hat echt Spaß gemacht mit den Leuten! Die hatten alle gute Laune. Wäre cool, wenn das dieses Jahr auch wieder so wird! Und gutes Wetter fänden wir auch nicht schlecht“, sagt Jan grinsend. Und nach der Kieler Woche? „Gucken wir einfach, wo uns der Wind hintreibt.“ Mit einem kleinen Leuchten fängt alles an. `Ember Rose´ werden sicherlich mit der Zeit ihr Leuchten ausbreiten und in den Weiten der Musikwelt auf sich aufmerksam machen! Sie werden wie eine Rose aus der Glut aufsteigen. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass die Glut, die euch antreibt, nie erlischt und dass ihr euch weiterhin vom „Blumenstrauß“ der Musik (Genres) inspirieren lasst! Steigt auf und erwärmt unsere Gemüter mit euren Songs. terminkalender

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Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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„Dem eigenen Rad seinen Dreh geben“
Im Interview mit Max Giesinger

Der Newcomer Max Giesinger

Locker und gelassen, mit der Gitarre in der Hand, betritt Newcomer Max Giesinger (27 Jahre) den kleinen Konferenzraum. Ein freundliches Lächeln macht sich in seinem Gesicht breit – muss wohl an den vielen Schokoriegeln liegen, die vor uns auf dem Tisch stehen. Max Giesinger – bekannt für sein neues Album „Der Junge, der rennt“ inkl. seiner aktuellen Single „80 Millionen“. Max wird uns Kieler im Juni zur Kieler Woche 2016 besuchen kommen. Daher hat das R.SH Funkhaus Kiel zu einem Interview mit Max Giesinger eingeladen. Gekommen waren Kim Hase vom Magazin „KIELerLEBEN“ und ich aus dem Team von Ki-Wo.De. Mit ein klein wenig Aufregung im Bauch stellten wir unsere Fragen.
Ki-Wo.De: Hättest du damit gerechnet, dass dein Album oder speziell dein Song „80 Millionen“ so gut ankommt?
Max:
Man wünscht sich das natürlich! Also ich weiß noch, dass ich im September dagesessen bin und mir so überlegt habe, wie ich die Platte angehe. Was wird die erste Single? Mir war klar, nachdem ich „80 Millionen“ geschrieben habe, dass das die erste Single sein muss. Es war ja auch tatsächlich der letzte Track, den ich für die Platte geschrieben habe. Aber dass der jetzt überall in Deutschland läuft, das habe ich mir nicht ausgemalt. Deswegen muss ich mich immer kneifen, weil das gerade ein Traum ist, der in Erfüllung geht. Ich bin vor einigen Tagen durch den Osten gefahren und habe in einer halben Stunde 3x den Song auf verschiedenen Radiosendern gehört. Das war schon so ein Gänsehautmoment! Denn als Newcomer hat man es auch nicht immer leicht. Nach ca. 50 Jahren Pop-Geschichte kannst du kaum noch was Neues erfinden. Du musst deinem eigenen Rad seinen eigenen Dreh geben.
KIELerLEBEN: Hast du denn eine bestimmte Person im Kopf, wenn du den Song singst?
Max (schmunzelt):
Eventuell, aber man weiß es nicht. Ich verweise da immer auf mein Album. Da habe ich ja so meine letzten 2-3 Jahre verarbeitet. Einfach reinhören und dann bekommt man am meisten mit, was bei mir so privat geht. Das Album hat viele autobiografische Züge.
KIELerLEBEN: Würdest du dann sagen, dass du so emotional bist, wie das in den Songs ist; dass du jemand bist, bei dem die Emotionen sehr präsent sind?
Max:
Also als Künstler bist du das ja eh. Da bist du nah am Wasser gebaut. Wenn ich dann einen Song höre, der mich richtig flasht, dann könnte ich schon auch ein Tränchen verdrücken. Aber ich bin jetzt nicht der typische Romantiker, der ein Tretboot mietet und dann ans andere Ufer fährt und dann gibt es da ein Feuerwerk und man sitzt da so mit seinem Girl. Das kann ich nicht so. Ich packe das lieber in meine Songs rein und drücke mich dadurch aus. - - - (Die Kieler Woche ist natürlich für viele Musiker ein Traum-Festival – jeder würde gerne einmal auf einer der großen Bühnen stehen, um vor einem großen Publikum zu performen. Bei der Vorstellung, er stünde bald vor dieser Menschenmenge mit zusätzlichem Blick auf die Hörn, fangen seine Augen an zu leuchten. „Boah! So viele Leute? Geil! Ich bin ja eh mehr so ein Meer- und Wasserfan. Deswegen finde ich es ja auch in Hamburg so geil. Ich komme aus dem Nordschwarzwald – da gibt es das nicht.“) - - -
Ki-Wo.De: Wie geht es dir damit zu wissen, dass du im Rahmen der Kieler Woche bald vor Tausenden von Menschen stehen und deine Songs spielen wirst?
Max:
Ich freue mich unfassbar auf die Kieler Woche! Grade auch, weil das eines der Top-Festivals in Deutschland ist. Alle so `Max, du musst mal auf der Kieler Woche spielen – das ist der Hammer!´ und jetzt geht da auf jeden Fall ein Traum in Erfüllung. Ich habe da richtig Bock drauf, weil man im Norden immer gute Gigs spielen kann. Hier wird Live-Musik richtig zu schätzen gewusst. Speziell bei Kiel denke ich ans Urlaubmachen und das mit dem Musikmachen zu kombinieren ist der Hammer! - - - (In seiner Single „80 Millionen“ geht es um die vielen Zufälle des Lebens und dass sich durch diese irgendwo zwei Menschen treffen: „So weit gekommen und so viel gesehen, so viel passiert, dass wir nicht verstehen, ich weiß es nicht, doch ich frag' es mich schon, wie hast du mich gefunden? Einer von 80 Millionen.“) - - -
KIELerLEBEN: Wie stehst du denn selber zu Zufällen? Hast du das Gefühl, die gibt es?
Max:
Hm, gute Frage. Ich glaube, wenn ich mein Leben Revue passieren lasse, dass ich doch eher ans Schicksal glaube. Da sind so viele Sachen zusammengekommen. Die ganzen Entscheidungen, die ich gefällt habe – jeder Schritt, der auf den anderen folgte. Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass das nicht Schicksal gewesen sein muss. Wenn ich paar Leute nicht kennen würde, wäre das nie so gekommen. Dann wäre ich wahrscheinlich für immer in Karlsruhe geblieben. Hätte ich damals nicht diesen einen Schritt getan, wäre das alles ganz anders gekommen. Sicherlich würde ich auch Musik machen, da bin ich mir sicher, aber ich würde ein ganz anderes Umfeld haben. Jede größere oder kleinere Entscheidung, wenn ich mich da anders entschieden hätte, würde die Platte jetzt nicht so klingen oder ich hätte ganz andere Geschichten zu erzählen gehabt.
Ki-Wo.De: Wer hat dich denn zu dem Schritt gebracht, Gitarre zu spielen?
Max:
Meine Mutti hat mich für zehn Stunden zum Gitarrenschnupperkurs geschickt. Nach der 4. Stunde wollte ich schon gar nicht mehr hin, weil ich das voll doof fand. Irgendwann hat der Gitarrenlehrer dann „Country Roads“ vorgespielt und da dachte ich `Wow, das Lied ist richtig geil, das musst du spielen lernen!´ Ich habe mich dann zuhause damit hingesetzt und habe das dann irgendwie hinbekommen. Ich bekam Lob von meinem Gitarrenlehrer und war dann natürlich motiviert. Es folgte die erste Band - `Deadly Punks´ - und mit einem Kumpel hatte ich dann meine ersten kleinen Auftritte. Ich war so aufgeregt! Ich habe mich gar nicht getraut, vor Leuten zu reden. Singen war nicht das Problem, aber vor Leuten zu reden, das hat ein bisschen länger gedauert. Da war ich 15 oder so, aber Gitarre spiele ich jetzt seit 17 Jahren.
R.SH Funkhaus Kiel: Hast du denn ein Mittel gegen Lampenfieber?
Max:
Ich trinke jedenfalls keinen Alkohol vor dem Auftritt! Max hat seinen Bandkollegen Lars zum Interview mitgebracht. Dieser antwortet nach einer kurzen Denkpause für Max, weil dieser während des Interviews regelmäßig zu den Schokoriegeln greift,: „Süßigkeiten.“ Max schmunzelt und fährt fort: Ich glaube, Lampenfieber gehört dazu. Wenn das ganz weg ist, dann ist es, glaube ich, auch irgendwann langweilig. Man will ja dieses Gefühl haben `Was passiert jetzt?´ Vor unseren Auftritten kommen wir als Band dann noch mal zusammen, liegen uns in den Armen und sagen dann noch einen Spruch wie `Hakuna Matata´ oder (singt) `YMCA´ (lacht). - - - (Max reiste nach seinem Abitur nach Australien und Neuseeland, wo er als Straßenmusiker tätig war. „Da habe ich mich so richtig entdeckt, was da so in mir schlummert und was da so aus mir rauskommt.“) - - -
R.SH Funkhaus Kiel: Hattest du dann überhaupt eine Alternative zur Musik im Kopf oder gab’s die nicht?
Max:
Ich habe eine Banklehre angefangen, aber nach zwei Wochen habe ich das beendet. Ich habe mich dort wie das letzte Alien gefühlt. Die Mitarbeiter haben mich angeguckt und gemeint `Max, wir machen das schon seit 10-20 Jahren und niemand hat bisher so traurig aus der Wäsche geguckt wie du, vegetiert so vor sich hin und verzählt sich immer´. Ich habe ja die ganze Zeit an Musik gedacht. Irgendwann kam so eine Metalband rein und ich stand da in meinem Anzug. Ich kannte die von Bandcontesten, weil ich gegen die angetreten bin und immer verloren habe. Mir war das so peinlich, dass ich mich unter dem Schalter versteckt habe. Ich hatte ja wegen der Lehre meinen Traum aufgegeben. Aber das war dann der Schlüsselmoment, wo ich dann gesagt habe `Jo, Adios Amigos - jetzt mache ich wieder Musik´. Es gab nie eine andere Option. Ich habe da schon immer einen ganz tiefen Glauben gehabt, dass das funktionieren wird. So lange du das mit Liebe machst, kannst du das. Es war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Ich stand früher als Kind immer vor der Bühne, habe den Bands zugejubelt und wollte das auch irgendwann machen.
R.SH Funkhaus Kiel: Wen hast du denn als Kind gehört?
Max:
So mit zehn fand ich die Spice Girls super. Spice Girls, System of a Dawn, Pink Floyd, Dire Straits, Deep Purple und ich war ein riesen Queen-Fan. Ich wollte immer so klingen wie Freddie Mercury. Der hat aber viel zu hoch gesungen. Hätte ich so weitergesungen, hätte ich mir meine Stimme zerfetzt, weil ich immer nur gepresst habe. Mit ca. 22 habe ich dann meine eigene künstlerische Stimme entdeckt.
KIELerLEBEN: Was willst du mit deiner Musik bewegen? Was willst du den Menschen mitgeben?
Max:
Also als Musiker, auch wenn ich noch sehr jung bin, habe ich eine relativ große Lebenserfahrung. Ich versuche Sachen, die ich gelernt habe, die ich für mich herausgefunden habe, in meinen Songs zu verarbeiten. Im Endeffekt mache ich das ja, um damit abzuschließen. Und wenn Leute da etwas rausziehen und mitnehmen, dann ist das eine super schöne Sache. Wenn da jemand kommt und sagt `Für mich ist das DER Track und Max hat daraus das und das gelernt, dann kann ich das vielleicht auch auf mich anwenden´, dann freue ich mich natürlich. Es gibt einen weiblichen Fan, die wegen ihrer Krankheit im Krankenhaus lag. Einer meiner Songs – „Du kannst das“ – hat ihr dabei geholfen, von der Krankheit wegzukommen und jetzt hat sie sich diesen Songtitel auf ihre Haut tätowieren lassen. Du denkst so `Krass, das sind Worte, die dir mal aus dem Kopf gekommen sind!´. Das ist schon eine Ansage. Man kann also schon einiges verändern. Wenn man das kann, dann ist das was Schönes. - - - (Das Ende rückt näher, die letzten Schokoriegel werden vernascht und eine letzte Frage haben wir noch. ) - - -
Ki-Wo.De: Hast du vorab noch einen Gruß an die Kieler Woche-Fans?
Max:
Ey Leute, ich freue mich unfassbar, dass das endlich klappt und ich auf der Kieler Woche spiele, was ja ein Traumfestival ist und jeder da mal spielen will. Kommt alle vorbei, zieht euch das Album rein, damit ihr alle mitsingen könnt und dann sehen wir uns im Juni!
Ki-Wo.De: Wir bedanken uns ganz herzlich für deine Zeit, Max, dass du uns jede Frage so ausführlich beantwortet hast und auch, dass du dir am Ende Zeit für gemeinsame Fotos genommen hast! Wir freuen uns schon auf deinen Auftritt auf der Kieler Woche und wünschen dir auf deinem weiteren Lebensweg viele ereignisreiche Momente, die dich zum Songs schreiben inspirieren!

Audienz bei „Fools & Kings“

Idiotisch königlich

Zum Interview treffe ich - Kreativpur - am 09.04.2016 einen chaotischen Haufen. Wer von ihnen die Idioten und wer die Könige sind, ist mir bis heute noch unklar. Mit Keksen, die laut Max nach Pappe und Müsliriegeln schmecken, und Tee machen wir es uns gemütlich. Die ersten Witze werden gerissen und schon bin ich mitten im Geschehen … Idioten und Könige Zu dieser verrückten Truppe gehören Sänger und Klarinettist Robin (24), Gitarrist Andreas Lukas (25), der sich beim Singen Robin anschließt, Gitarrist Tilman (20), der zusätzlich am Synthesizer in die Tasten haut, Bassist Max (25) und Simon (25), der bei Auftritten immer hinter den Jungs sitzt – nämlich am Schlagzeug. 2016_ki-wo-de_kieler_woche_2016_kreativpur (von links nach rechts: Simon, Andreas Lukas, Max, Robin, Tilman) Wie ein Prinz dazu geboren wird, eines Tages den Platz seines Vaters auf dem Thron zu übernehmen, wurden auch diese Jungs dazu geboren, Musik zu machen. Robin fängt scherzhaft an zu rappen, lacht und meint: „Ja, so habe ich angefangen zu singen, nein Spaß! Mit acht Jahren habe ich angefangen Klarinette zu spielen. Mit ca. 15 kam dann die Gitarre und Theorie dazu. Ich habe dann zusätzlich erste Songs gecovert und bei Youtube hochgeladen. 2011 habe ich dann Andreas Lukas kennengelernt. Weil in seiner Band Defunk der Sänger abgesprungen ist, meinte ich scherzhaft `Eigentlich könnte ich das doch übernehmen´ und er `Warum nicht? Hier hast du die Songs. Üb‘ die mal und stell‘ dich in drei Wochen bei uns vor´.“ Er lehnt sich gemütlich in seinem Sessel zurück und sagt: „Und dann habe ich gesungen.“ Andreas Lukas spielt schon von klein auf Gitarre. „Bei Volksfesten blieb ich immer bei den Big Bands mit ganz großen Augen stehen, weil ich die so beeindruckend fand. Meine Eltern haben mich dann mit acht Jahren zum Gitarrenunterricht geschickt.“ Das richtige Interesse kam dann mit elf, als er Jimi Hendrix hörte. Seitdem interessiert er sich für alle möglichen Musikarten. Mit seinem absoluten Gehör fiel ihm das Musizieren nicht schwer. So kam es, dass er erst im Nachhinein Notenlesen gelernt hat. „Ich brauchte die nie, weil ich alles raushören konnte“, schmunzelt er. Tilman, der laut seinen Bandkollegen das „musikalische Genie“ der Band ist, hat anfangs Bass gespielt. „Ich wollte dann aber eigene Songs, Akkorde und Melodien schreiben und habe zur Gitarre gewechselt. Ich hatte dann drei Jahre Unterricht und dann kam Klavier dazu. Das stand bei uns zu Hause rum, ich merkte, dass da was Brauchbaren bei herauskommt und nehme nun seit einem Jahr Unterricht“, erzählt er locker. „Musik hat mich schon immer fasziniert“, fängt Max an zu erzählen. „Es gibt witzige Kindervideos von mir, wie ich am Strand auf umgedrehten Plastikeimern trommle und singe. Meine Eltern haben mir dann irgendwann ein Keyboard geschenkt – das beste Instrument, um zu Komponieren. Ich wollte aber auf die Bühne und mich dort auch bewegen können, also habe ich mich für einen Bass entschieden.“ Die Jungs fangen an zu lachen und Max erklärt mit ernster Miene: „Vor allem ist Bass ein sehr unterschätztes Instrument. Viele Leute denken, Bassisten sind Gitarristen, die für die Gitarre nicht gut genug sind, aber das stimmt gar nicht. Als Bassist kann man einen Song unglaublich gut vorantreiben und im Hintergrund den Musikern ein Fundament geben, auf dem sie sich dann entfalten können.“ Max spielt einen 5-Saiter und als er dann schwärmt: „Es gibt nichts Schöneres, als die tiefste Saite einmal richtig stark anzuschlagen und den Bass aufzudrehen“ bekommt er ganz leuchtende Augen. „Ich habe mit Schlagzeug angefangen, weil meine Eltern wollten, dass ich mir ein Hobby suche - Sport oder Musik. Schlagzeug liegt exakt in der Mitte und so habe ich mit acht damit angefangen“, beginnt Simon. Nach einer kurzen Pause fährt er lachend fort: „Während meiner Schulzeit überlegte ich mir dann, dass ich keinen anständigen Beruf ergreifen, sondern Musiker werden will. In Hannover habe ich dann eine Ausbildung zum Berufsmusiker gemacht.“ Simon darf sich heute „Geprüfter Berufsmusiker/qualifizierter Musikpädagoge“ nennen. Musiker mit Dachschaden Andreas Lukas und Max kennen sich seit sie drei Jahre alt sind; jede musikalische Phase ihres Lebens haben sie zusammen durchlebt. So mancher wird sie sicherlich von „Matt Chase und Band“ kennen. Andreas Lukas entschied sich 2009 dazu, alleine Musik zu machen, nahm erste Demos auf und verteilte diese im Freundeskreis. 2010 wurde dann Defunk durch Andreas Lukas und Max gegründet. Zufällig gründete sich 2013 dann die Band The Panic The Vomit (dt. Die Panik Die Kotze). Teil dieser Band waren Andreas Lukas (Gitarre), Robin (Gesang), Lars (Schlagzeug), Lukas (Gitarre) und Claas (Bass). Claas wurde durch Max ersetzt und Lukas durch Tilman, denn „Weil wir alle nicht so hübsch sind, brauchten wir jemanden, der auf der Bühne was hermacht“, witzelt Max und schon kuschelt sich Tilman an ihn. 2014 verließ Lars die Band und Simon übernahm seinen Platz. Da fällt Robin ein: „Wir hatten auch überlegt, Andreas Lukas gegen einen Kühlschrank einzutauschen, aber der summt nicht hoch genug.“ Da man mit „Die Panik Die Kotze“ keinen positiven Eindruck hinterlässt und es dazu kam, dass die Band nicht gebucht wurde, benannten sie sich in „Fools & Kings“ um. Max beginnt scherzhaft: „Weil damals zwei von uns bei Burger King gearbeitet haben und der Rest eh Idioten sind …“ doch Andreas Lukas wirft nach einem kurzen Lachanfall ein: „Die wahre Geschichte ist, dass wir alle große Muse-Fans sind. Meine damalige Freundin hörte das Lied `Knights of Cydonia´ und da gibt es eine Textzeile, die …“ Da wird er von Robin unterbrochen, der sogleich „When fools can be kings“ anstimmt. So entschieden sie sich für diesen amüsant-königlichen Namen. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass diese Band wie eine zusammengeschweißte Familie ist. Andreas Lukas unterstützt meinen Gedanken mit: „Wir sind alle schon ein bisschen miteinander verheiratet.“ Hier wird fließend Ironisch mit sarkastischem Akzent gesprochen. Simon meint lachend dazu: „Das ist etwas, was ich an dieser Band sehr schätze – wir haben alle einen an der Waffel.“ Musiker mit Dachschaden sozusagen – auf positive und liebevolle Art. Andreas Lukas lacht: „Wir haben total ernste Songtexte, nehmen die Sache mit der Band sehr ernst und haben einen Humor zum Davonlaufen. Wir werden Backstage immer gefragt“ – alle stimmen mit ein – „Was stimmt denn nicht mit euch!?“ Eingängig und anspruchsvoll Ihr Progressiver Pop ist eine Mischung aus vielen unterschiedlichen Bands und Solokünstlern. Durch ihre eingängigen, aber sehr anspruchsvollen Songs wird man immer wieder an Muse, Queen, die Beatles, Porcupine Tree, Flying Colors und die Foo Fighters erinnert. Andreas Lukas kümmert sich hauptsächlich um die Texte. Er sagt: „Musik war schon immer ein Ventil für mich. Wenn mich etwas gestört hat oder ich emotional instabil war, habe ich das – bzw. ich mache das immer noch – in meinen Songs verarbeitet.“ Jeder der Fünf hat für sich seine eigenen Vorbilder, die ihn beeinflussen. Robin zum Beispiel findet Avantasia-Sänger Tobias Sammet und Muse-Sänger Matthew Bellamy inspirierend. „Könige“ präsentieren sich Der erste Auftritt war im April 2014 in der Kieler Schaubude. Viel lieber denken die Jungs aber an ihren Auftritt in Süsel beim „Ehrensache Festival 2015“: Sofas wurden nach draußen getragen, es waren um die 100 Leute anwesend und gemeinsam verbreiteten sie gute Laune. „Es gibt einfach kein geileres Gefühl, als wenn man auf der Bühne steht, seine Musik spielt und das Publikum anfängt zu tanzen“, sagt Max mit einem Lächeln auf den Lippen. Fanbindung ist für alle sehr wichtig. Robin hat sich extra ein Funkmikro gekauft, um ins Publikum gehen zu können – dann lässt er gerne auch mal andere singen, wenn er merkt, dass sie den Text können. Mittlerweile hat sich ihre Nervosität in Lust verwandelt. Simon erinnert sich: „Früher hatte ich beim ersten Song zittrige Hände. Heute gucke ich ins Publikum und freue mich“ und Max fügt hinzu: „Bevor es dann auf die Bühne geht, kann ich es kaum noch erwarten!“ Hat sich in der Zeit etwas verändert, seitdem sie auf der Bühne stehen? Nach kurzer Überlegung meint Robin schmunzelnd: „Tilman ist gewachsen.“ Vielleicht wurden sie ja schon auf der Straße erkannt und angesprochen? „Ich habe eher das Gefühl, du kommst von der Bühne und die Leute erkennen dich nicht als den, der gerade noch auf der Bühne stand“, berichtet Simon. In Hamburg sei es schon mal vorgekommen, dass einer von ihnen nicht wieder in den Club gelassen wurde, wo sie einen Auftritt hatten – Andreas Lukas musste dem Türsteher erklären, dass jene Person zur Band gehört. Auch an einen leicht unangenehmen Vorfall erinnern sie sich. „Max‘ Bass ist runtergefallen, weil der Gurt nicht fest war. Er hat versucht ihn zu reparieren und nach kurzer Zeit dachten die Veranstalter `Ihr seid ja eh fertig´ und unser Auftritt war vorbei, obwohl wir noch Lieder zu spielen hatten“, erzählt mir Robin. In Search of Balance Von The Panic The Vomit ist bereits eine EP erschienen. Im Gegensatz zum frisch erschienenen Album „In Search of Balance“ hatten sie alles innerhalb von zwei Tagen eingespielt. Beim Album ließen sich die Jungmusiker ein ganzes Jahr Zeit, denn hierbei ging es ihnen um höchste Qualität. Nachdem es zwischen ihnen und ihrem Tontechniker zu Meinungsverschiedenheiten kam, entschieden sie „Wir machen uns selbst ein Album“. So kam es, dass fast alle Instrumente und der Gesang bei Andreas Lukas im Zimmer aufgenommen und die CD an seinem Rechner gemischt und editiert wurde. Simon spielte sein Schlagzeug bei sich selbst im Keller ein und schickte Andreas Lukas die Aufnahmen zu. Ihr Album hört sich live ganz anders an, denn für das Recording wurden auch Musiker der Lübecker Musikhochschule (Streicher, Blechbläser, Chorsänger) eingeladen, zu denen Andreas Lukas Kontakt hat. Auch Freunde aus der Kieler Musikszene wurden für das Recording eingeladen. Das Album ist die Möglichkeit ihre Songs so zu realisieren, wie sie sie gerne hätten – es sollen die Songs im Mittelpunkt stehen; auf der Bühne geht es dann um die Band, die sie performt. Für alle war es eine langwierige Zeit, aber Simon sagt stolz: „Man fühlte sich wie eine der großen Bands im Studio, nur dass wir nicht unter Zeitdruck standen.“ Nach so langer Zeit ist man erleichtert, endlich fertig zu sein und wie fühlt sich das Endergebnis an? Andreas Lukas erinnert sich an mein Interview mit Fin the Chaef und sagt: „Der Gitarrist hat es sehr gut mit `wie ein Baby kriegen´ umschrieben. Das trifft bei uns auch zu.“ Da wirft Robin lachend ein: „Wir haben zusammen ein Baby gemacht!“ Der Albumtitel stammt aus einer Textzeile ihres Liedes „Halo“. Ihre Assoziation: Suche nach dem eigenen Seelenfrieden, aber auch der Versuch, all ihre verarbeiteten Musikstile in Balance zu bringen. Königliche Pläne Auf meine Frage, welche Zukunftspläne sie haben, fängt Robin in die Luft schauend an aufzuzählen: „Ich würde gerne ein Haus haben …“ Natürlich stehen „für immer Kontakt halten“ und „weiter zusammen Musik machen“ an oberster Stelle! Auch erste Überlegungen zu einer kleinen Tour und einem möglichen zweiten Album schweben im Raum. Bevor sie dann aber wirklich durchs Land ziehen, kommt zuerst ihr Auftritt auf der Kieler Woche. „Wir freuen uns über jeden, der zu uns kommt, ziemlich königlich“, sagt Andreas Lukas und Robin schließt sich ihm an: „Gebt uns die Chance, euer Herz zu gewinnen.“ Da kommt Simon die Idee: „Wir spielen nackt – mit nur einer Socke bekleidet“, doch Max setzt ihm entgegen: „Also das können wir nicht versprechen, weil dann kommt keiner.“ Wir lassen uns überraschen! Diese fünf „Idioten und Könige“ werden ihre Pläne mit Sicherheit, Ernst und vor allem Spaß umsetzen. Jeder trägt seinen Part zur harmonischen Bandatmosphäre bei. Um nur einiges zu nennen - Max sagt über Andreas Lukas: „Ich kenne keinen zweiten wie ihn. Er ist sehr loyal, lieb und zudem mein bester Freund“ und an Simon gerichtet: „Er bringt bei uns alles auf eine professionelle Ebene, auf die wir ohne ihn gar nicht kämen.“ Grinsend schaut Max zu Robin rüber: „Robin ist unser Bärchen. Den kann man immer so richtig schön knuddeln“ und dann legt er Tilman freundschaftlich seine Hand auf die Schulter und sagt beiläufig: „Tilman mag ich nicht“, was selbstverständlich nur ein Scherz ist. Das gesamte Interview wurde von unserem Gelächter begleitet. Die Jungs haben mir bewiesen, wie Simon schon sagte, dass sie einen an der Waffel haben. Idiotisch königlich eben! Dennoch kann man davon ausgehen, dass sie, was die Musik betrifft, ernsthaft arbeiten und die Bühnen beherrschen können wie „Könige“. Für eure Zukunft wünschen wir euch musikalische Momente, bei denen ihr euch wie Könige und nicht wie Idioten fühlt. Egal was auf euch zukommt, ihr werdet euch sicherlich keinen Zacken aus der Krone brechen! terminkalender

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Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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Interview mit „Heartbound“

Musik, die von Herzen kommt

Freundlich scheint die Sonne am 10.04.2016 auf uns herab und wir entscheiden uns für einen gemütlichen Platz draußen an der Kieler Luft. Bassist Kai kann aus beruflichen Gründen nicht am Interview teilnehmen und auch die Entfernung von 6.104,49km (Luftlinie) macht es uns nicht leichter. Wir stellen unsere Getränke ab und beginnen … Lässige Typen Sänger Johnny (27), Rhythmusgitarrist Mono (30), Leadgitarrist Martin (23), Bassist Kai (23) und Schlagzeuger Dave (23) bilden zusammen diese charakterstarke Band aus Hamburg. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, ihrem Herzen zu folgen und dabei ihre Musik sprechen zu lassen. ki-wo-de_kieler_woche_2016_heartbound_2 (von links nach rechts: Mono, Dave, Martin, Johnny und Kai) Johnny – heißt eigentlich Stefan – war sich anfangs seinem Musikgeschmack noch unsicher. Das sollte sich dann aber bald ändern. „Ich hatte einen Nachbarn mit langen Haaren, den ich immer cool fand. Der hat coole Musik gehört und irgendwann hat er mir zum Geburtstag meine erste Metal-CD geschenkt. Ich habe mitgesungen und auf umgedrehten Tellern versucht Schlagzeug zu spielen. Mein Cousin fing an Gitarre zu spielen. Ich fand das cool und habe ihm immer zugeguckt und es mir dann selber autodidaktisch beigebracht.“ Aber Johnny ist doch der Sänger der Band! Wie kam es, dass er sich nun dem Gesang widmet? „Zusammen mit Mono hatte ich eine Band und es gab keinen Sänger. Ich wollte lieber Schlagzeug spielen, aber das ging dann nicht mehr, weil wir einen anderen Schlagzeuger gefunden hatten.“ Scherzhaft fügt er hinzu: „Also wurde ich dazu genötigt zu singen.“ Mono – mit richtigem Namen Michael – wurde während seiner Schulzeit durch die Band Blink-182 dazu inspiriert, Gitarre spielen zu wollen. „Ich dachte `Wow! Das möchte ich auch machen.´ Zum Geburtstag habe ich dann eine Gitarre geschenkt bekommen.“ Es folgten die ersten Bands, jedoch ist Heartbound die erste Band, die ihm sehr viel bedeutet. „Meine Familie ist sehr musikalisch und so habe ich schon sehr früh mit Klavier angefangen“, beginnt Martin. „Mit ca. 16 habe ich dann Billy Talent gehört und habe gedacht `So was habe ich noch nie gehört. Ich möchte genauso Gitarre spielen, wie Ian D‘sa!´ Und dann habe ich es mir autodidaktisch beigebracht“, erinnert er sich weiter. Michael Padget (Bullet for my Valentine) und Jack Pitts (Black veil Brides) haben ihn dann zur Metalmusik gebracht. Seitdem möchte er nichts anderes mehr machen, denn „Das hat mich total verzaubert!“ Schlagzeug war früher kein Instrument für Dave, der ursprünglich David heißt. „Mein Vater ist Schlagzeuglehrer und wollte immer, dass ich das lerne.“ Mit der Zeit entwickelte sich dann doch die Leidenschaft dafür. Auslöser: diverse Punk- und Metalbands. Mit ca. 16 fing er an regelmäßig zu üben; der Gedanke, in einer Band spielen zu wollen, war sein stetiger Begleiter. Heartbound Schlagzeuger Dave, Bassist Kai und der eigentliche Heartbound-Leadgitarrist Cenk spielten bereits in einer Band, Dave ging ins Ausland und die Band löste sich auf. Cenk gründete eine neue Band mit dem Namen „The Ocean In Me“. Die Zeit verging und es kamen und gingen neue Bandmitglieder. Anfang 2014 entschieden sie „Wir gründen eine ganz neue Band“ und diese ist Heartbound. Johnny und Mono kamen kurz darauf dazu. Der offizielle Bandstart, wie die Jungs mir erklären, war dann 2015. Cenk ist zurzeit im Ausland und so kam Martin ins Spiel. Seit einem knappen halben Jahr vertritt er ihn – zur vollsten Zufriedenheit seiner Bandkollegen. „Grundlegend wurde ich super aufgenommen. Alle sind sehr herzlich und es hat mir von der ersten Probe an sehr gut gefallen. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe“, erzählt mir Martin glücklich. Wie kam es dann zu diesem simplen und doch emotionalen Bandnamen? Ironisch sagt Johnny mit einem Grinsen im Gesicht: „Das bleibt echt ein Mysterium.“ Mono rückt seine Sonnenbrille zurecht und meint: „Die Musik, die wir machen, kommt von Herzen. Da ist viel Passion mit drin.“ Zu dem Namen wurden sie endgültig von der Band „Dream On, Dreamer“ und deren Album „Heartbound“ inspiriert. Von Herzen Der Post-Hardcore und Metalcore, den diese fünf Jungs direkt aus ihren Herzen erklingen lassen, ist inspiriert durch die vielen verschiedenen Musikgeschmäcker jedes Einzelnen. Da gibt es die ganz harten Sachen, die Hits, die im Radio laufen, Bands, die man fernab der Radiolandschaft findet, aber auch Klassik. Zusammen ergibt das eine bunte Mischung und macht ihren Musikstil zu ihrem Eigenen. Die Songtexte stammen zum größten Teil von Mono, aber auch Dave trägt etwas zum Songwriting bei. Johnny bringt sich ins Gespräch ein und sagt schmunzelnd: „Ich lasse die Texte schreiben, weil …“ Nach kurzer Überlegung versucht er einen zumindest vernünftigen, gerade selbstausgedachten Satz zu singen: „Hello. You broke my heart and I’m so sad.“ Wir fangen an zu lachen und er fügt hinzu: „Das klingt halt nicht so geil und deswegen überlasse ich das lieber den anderen. Oder ich schreibe etwas auf Deutsch und lasse es mir übersetzen.” Mono zögert kurz, sagt dann aber: „In meinen Texten verarbeite ich Sachen, deswegen klingen sie eher nachdenklich und traurig. Dave ist mehr so unser Sunnyboy“ und schaut lächelnd zu ihm rüber. „Ja, ich bin ein sehr positiver Mensch und so klingen dann halt auch meine Texte“, ergänzt Dave. Aber die Inspiration durch andere Bands ist nicht das Einzige, was zählt – was zählt ist die Harmonie in der Band. Johnny sagt über Mono, den er schon seit Jahren kennt, er sei für ihn wie ein „Bruder von einer anderen Mutter“. Mono sagt über Dave: „Er ist die gute Laune der Band und wirkt wie der perfekte Schwiegersohn“ und zu Kai fällt ihm ein: „Er ist unter uns der Businessmensch und auf der Bühne ist er dann im `Beast-Modus´.“ „Zudem ist sein Lachen sehr ansteckend“, fügt Dave hinzu. Über Martin wird gesagt: „Er ist extrem aufnahmefähig und kann Neues relativ schnell umsetzen.“ und zu Johnny fällt allen ein: „Er ist mega-gut im Organisieren, arbeitet sehr strukturiert und professionell.“ Um es abzuschließen: Sie sind wie eine Familie geworden! Lifestyle mit Emotionen Ihr Auftritt auf der Jungen Bühne zur Kieler Woche 2014 war somit auch ihr erster. Alle waren sie aufgeregt; so einiges wirkte chaotisch. „Aber es war gut, ins kalte Wasser gestoßen zu werden“, findet Mono. „Es war eine gute Erfahrung und Inspiration für unser weiteres Verfahren.“ Für ein Jahr zogen sie sich zurück, um intensiv zu proben und weitere Songs zu schreiben. 2015 ging es dann weiter. Die Aufregung vor jedem Auftritt ist immer noch da und auch der Respekt vor dem Publikum. „Man weiß nie, wie das Publikum an diesem Abend reagiert“, erklärt Martin. Da erinnert sich Johnny an seinen allerersten Auftritt vor Publikum: „Der war witzig. Ich musste in meiner alten Band Schlagzeug spielen – was ich bis dato nicht richtig konnte. Der Club war gut besucht. Ich saß dann da an meinem Schlagzeug und der nächste Song wurde angekündigt.“ Da fängt er an zu lachen und fährt kurz darauf fort: „Ich habe angezählt und einen ganz anderen Song gespielt. Ich habe dann alle Songs durchprobiert und die anderen `Nicht den, nicht den. Den anderen. Ja, der.´ Das war schon sehr witzig!“ Auch Mono kann sich an seinen erinnern: „Das war auf einem Schulfest. Jeder von uns hat sich ausgemalt, wie geil das wird und letztendlich standen wir nur auf einer Stelle, haben auf den Boden geguckt und gehofft, dass das alles bald vorbei ist.“ Für Martin war sein erster Auftritt super aufregend. Bei seinem Gitarrensolo haben seine Hände gezittert, aber er sagt dazu selbst: „Ich war danach einfach nur glücklich. Ich habe gemerkt, dass ich mich auf der Bühne zuhause fühle, weil mich das tief im Herzen mitgenommen hat. Musik ist wie ein Gefühl.“ „Wie ein Lifestyle mit Emotionen“, fällt es Dave dazu ein. Hat sich dieser emotionale Lifestyle auf ihr Leben ausgewirkt? Die Lust, Musik zu machen, hat sie nie verlassen und sie wissen jeden zu schätzen, der sich zu ihnen vor die Bühne stellt und sein Herz für ihre Musik öffnet. Und so im öffentlichen Raum? Dave schaut nach links und rechts und meint scherzhaft: „Also ohne die ganzen Bodyguards um uns herum würde das Interview, glaube ich, nicht funktionieren.“ Wir schauen uns alle an und können uns ein Lachen nicht verkneifen. Wie die Großen Die Jungs haben zwar noch keine EP, aber dafür ein cooles Video zu ihrem Debütsong „Overcome“. Für den Dreh sind sie nach Fürstenwalde (bei Berlin) gereist und haben ein altes Gebäude gemietet. Kaum zu glauben, dass die Videoaufnahmen in nur einer Nacht gedreht wurden. „Es war ein sehr langer und anstrengender Tag! Von Hamburg aus fährt man ca. vier Stunden und wir haben dann auch erst um 20 Uhr angefangen zu drehen. Nach vier Stunden waren wir durch. Es war richtig kalt in dem Gebäude. Wir mussten dann noch das ganze Equipment wieder zusammenräumen und von 2 bis 6 Uhr morgens fuhren wir dann zurück“, schildert Johnny den Vorgang. Die Arbeit hat sich gelohnt und alle sind mit dem fertigen Video zufrieden. „Plötzlich hat man so ein Video, wie die anderen großen Bands“, sagt Mono stolz. Vor kurzem haben sie einen neuen Song aufgenommen und verraten mir, dass er in diesem Jahr zusammen mit einem neuen Video veröffentlicht wird. Auch, wenn es noch keine EP gibt, wurden schon zwei Songs im Studio aufgenommen. Für den einen war diese Zeit interessant, für den anderen anstrengend. Dave ist jedoch der Meinung: „Überzeugt euch von unserer Musik live!“ Apropos live – Heartbound treten dieses Jahr wieder auf der Kieler Woche auf. Für Martin ist es die erste Kieler Woche, die er erlebt. Sie sagen: „Kommt reichlich, dreht durch!“, „Überrascht uns und wir überraschen euch!“ und „Wir machen unser Ding und wenn ihr mit dabei sein möchtet, dann kommt und fühlt die Musik mit uns! Es wird heiß!“ Für die Zeit nach der Kieler Woche haben sie die Hoffnung auf eine kleine Tour. Und wenn das nicht klappt? „Musik ist unser Leben! Wir würden uns niemals für jemanden ändern. Wir wollen keinem Image nachgehen, um berühmt zu werden. Wir machen Musik, die uns gefällt, stehen dazu und sind stolz darauf“, bezieht Johnny seine Stellung dazu. Egal, wie es für die Fünf weitergeht – sie folgen ihrem Herzen. Lassen diese für sich durch ihre Musik sprechen und erreichen auf diese Weise viele Menschen. Heartbound ist für die Jungs eine wichtige Sache, die von Herzen geliebt und gelebt wird! Für eure Zukunft wünschen wir euch von Herzen alles Gute und immer die richtigen Einfälle, die euch euren Weg zeigen! Bleibt euren Herzen treu und steht weiterhin zu eurer Lebenseinstellung, die mich (Kreativpur) persönlich beeindruckt hat! terminkalender

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Kuchen essen mit „The Pies“

Kuchen mit Sound

Ich – Kreativpur – habe die Band am 02.04.2016 in Elmshorn zu einer "Kuchenschlacht" besucht. Schwarzwälder Kirschtorte, Käsekuchen, Bienenstich, Apfelkuchen. Es gibt so viele unterschiedliche Kuchensorten, doch The Pies sind ein `Kuchen mit Sound´! Diesen sollte man sich nicht entgehen lassen! Warum? 5 Stücke – 1 Kuchen Zu diesem `Kuchen´ gehören Sängerin Marie (18), Gitarrist René (20) und der zweite Gitarrist Ike (21); Martin (22) übernimmt den Bass und Backgroundvocals und der selbsternannter „Bandpapa“ Nick (23) sitzt am Schlagzeug und steuert ebenfalls etwas zum Backgroundgesang bei. Zusammen bilden sie die perfekten Zutaten, um vereint in der `Kuchenauslage´ ganz vorne zu stehen. The Pies_850 (von links nach rechts: Ike, Nick, Marie, Martin und René) Genauso wie Backzutaten erst aus ihren Rohstoffen gewonnen werden, haben auch diese Jungmusiker klein anfangen. Marie blickt verträumt zum blauen Himmel über uns hinauf und fängt an zu erzählen: „Bei mir ist das wie ein süßer Traum, der dahinter steckt. Mein Vater spielt Gitarre in einem Gospelchor und ich war von klein an bei seinen Konzerten dabei. Ich fand das so toll, dass ich mich vor 2 ½ Jahren bei einem Gesangs-Casting angemeldet habe. Ich wurde genommen und habe Gesangsunterricht bekommen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und dachte, ich möchte weiter in diesem Bereich bleiben.“ René erinnert sich sofort, wer der Auslöser für sein heutiges größtes Hobby war: „Als ich sieben oder acht Jahre alt war, habe ich zu Weihnachten von meiner Oma eine Akustikgitarre geschenkt bekommen, weil ich außer Sport kein anderes Hobby hatte. Ich hatte dann Gitarrenunterricht bei einem Rocker, den ich anfangs richtig gruselig fand. Meine Mama hat mich deshalb anfangs noch zum Unterricht begleitet. Als ich dann älter wurde, fand ich ihn richtig cool.“ Schmunzelnd erzählt Ike in die Runde: „Ich habe vor ca. fünf Jahren im Schaufenster von `Musik-Hofer´ hier in Elmshorn eine – heute gesehen - richtig schäbige Gitarre gesehen und gedacht `Voll geil!´ und habe sie mir von meinem zusammengekratzten Ersparten gekauft. Ich habe dann gemerkt, dass das ziemlich cool ist und ich da richtig Lust drauf habe. Unterricht hatte ich dann keinen, weil ich es mir selber beigebracht habe.“ Martins Lachen erklingt und er erinnert sich: „Ich wollte meiner damaligen Freundin zeigen, dass ich auch ein Instrument spielen kann. Ich habe dann aber keine Gitarre, sondern einen Bass gewählt, weil das einfacher ist. Ich ging zu meinem Onkel, der Bässe baut, und in seinem Keller griff er ins Regal und gab mir einen Bass, von dem ich dachte, das wäre so ein altes Schrott-Ding. Drei Jahre später habe ich erfahren, dass es sich dabei um ein Sondermodell von LeFay “4“ handelt, welches nur 4x produziert wurde. Weil mir zu der Zeit aber dann die Motivation fehlte, habe ich aufgehört. Irgendwann in der Schule hat mich dann einer angesprochen, dass ich in seiner Band spielen könnte und dann fing ich wieder mit dem Bassspielen an und merkte, dass das mehr ist, als nur die Grundgriffe.“ „Meine Geschichte ist ähnlich traurig“, fängt Nick an. Martin wirft traurig ein „Immer auf die Bassisten“ ein und zieht eine Schnute. „Ich habe früher Kampfsport gemacht. Weil ich dann aber keine Lust mehr hatte, habe ich aufgehört und meine Mutter hat gemerkt, dass mir ein Hobby fehlt. Sie hat mir dann einen Gutschein für einen Schlagzeugkurs geschenkt. Damals habe ich den sportlichen Aspekt daran nicht verstanden, heute schon. Ich hatte dann zehn Jahre bei einem echt coolen Schlagzeuglehrer Unterricht. Mir hat das richtig Spaß gemacht und dann war ich in einer Schulbigband. Ich habe immer Schlagzeug gespielt .. aber gut bin ich trotzdem nicht“, fährt Nick lachend fort. Mal unter uns, das ist er schon! Fertig gebacken René und Martin kennen sich schon fast ihr ganzes Leben und trafen sich eines Tages mit den Aussagen „Hey, ich spiele Gitarre“ und „Hey, ich spiele Bass“. Zusammen versuchten sie sich an „Dance, Dance“ von der Band Fall Out Boy. „Das war richtig schlecht“, erinnert sich René und schüttelt den Kopf. Dennoch entschieden sie sich 2011 dazu, eine Band zu gründen. Seit dieser Zeit hatte die Band viele unterschiedliche Mitglieder. Schlagzeuger, Gitarristen und Sänger wurden immer wieder gewechselt. Beim Hurricane Festival 2012 trafen Nick und Martin aufeinander; sie kannten sich vorher nur flüchtig, campten aber auf dem Festival zusammen. Nick fragte, ob er sich Martins Band anschließen könne, doch erst zwei Monate später kam dessen Zusage mit den Worten „Ich brauche dich.“ Die offizielle Gründung: Ende 2013. Sängerin Marie und Gitarrist Ike kamen dann erst vor gut einem Jahr dazu und machten die Truppe komplett. Endlich die richtigen Zutaten! Der `Kuchen´ ist fertig gebacken und kann der Gesellschaft präsentiert werden. Verstehen tun sie sich sehr gut – Ironie und Sarkasmus lässt sich während des Gesprächs immer wieder heraushören. Dennoch sagt Nick ernst: „Ich habe euch alle lieb.“ Jeder wird für seinen Charakter und sein Talent geschätzt. Nur einer fällt aus der Reihe: Ike. Er sagt im gespielt ernsten und doch mit Ironie unterlegten Ton: „Ich mag euch alle eigentlich gar nicht. Ich werde bezahlt, um dabei zu sein.“ Einen lecker klingenden Namen trägt die Band. Saß die Band beim Kuchenessen zusammen oder war sie gerade dabei, welchen zu backen? Ein richtiger Kuchen stand beim Einfall des Namens nicht auf dem Tisch. Am Ende einer Bandprobe mit Freunden haben sie sich den Hollywoodstreifen „American Pie“ angesehen. Zuerst hing „The Apple Pies“ im Raum, doch Martin war der Meinung, „The Pies“ klinge besser – Kuchen ist Kuchen, egal welche Geschmacksrichtung er hat. Das richtige Rezept Um sich musikalisch aufeinander einzustimmen, wurde anfangs gecovert. Ike umschreibt ihre Liedersammlung mit den Worten: „Wir haben uns das rausgepickt, was wir geil fanden, haben das in einen Mixer getan und noch ein bisschen Sahne dazu .. für den Kuchen halt .. und das, was wir heute machen, ist dabei rausgekommen.“ Sie nehmen sich aus jedem Genre eine Prise und backen daraus ihren ganz eigenen Musikstil: Crunch Rock. „Wenn man nicht weiß, in welche Schublade man passt, macht man einfach eine neue Schublade auf“, sagt René und Ike witzelt: „Frischer Kuchen kommt ja auch aufs Fensterbrett und nicht in die Schublade.“ Songtexte entstehen zusammen in der Gruppe. Dafür sitzen sie bei schönem Wetter gerne auf der Terrasse, grillen und verarbeiten ihre eigenen Erfahrungen oder erzählen, wie Marie beschreibt, Geschichten. „Aber am besten können wir unter Stress arbeiten“, wirft Martin ein. Ike hat seine ganz eigene Meinung dazu, sagt mit ironischem Unterton: „Wir sind ja auch alle wahrscheinlich psychisch sehr instabil“ und alle fangen wir an zu lachen. Keiner ihrer Songs klingt wie der andere. Auf leise folgt laut, nach gefühlvoll kommt’s hart auf hart. Nick versucht zu erklären: „Bei vielen Songs merkt man, dass sie keinen geregelten Ablauf haben. Die sind einfach so entstanden, wie sie entstanden sind.“ Leise murmelt Ike ein „Wie Marmorkuchen“ und Nick lachend: „Genau, wir schreiben unseren nächsten Song über Marmorkuchen.“ Sie haben definitiv ihr Rezept gefunden, mit dem sie ihre Fans anlocken! Kleine und große Auslagen Der erste Auftritt vor Publikum ist immer aufregend. Martin bekommt leuchtende Augen und erzählt euphorisch: „Es war für mich ein unglaubliches Gefühl, auf der Bühne zu stehen! Nach Jahren stand ich dann mit The Pies wieder auf der Bühne und das war dann ein noch geileres Gefühl!“ „Also ich habe immer so einen Schutzwall aus Menschen und Instrumenten bei den Konzerten, weil ich ganz hinten sitze. Deswegen war ich nicht so nervös. Ich hatte einfach das Gefühl, das Publikum sieht mich gar nicht“, bringt sich Nick ins Gespräch ein. Dann fällt ihm folgende Geschichte ein: „Nach einem Konzert mit der Bigband in Hamburg stand ich an der Bar und habe die Besitzerin, die uns eingeladen hat, gefragt, wie ihr denn das Konzert gefallen hat. Daraufhin hat sie mich gefragt, ob ich auch zur Band gehören würde. Sie hatte mich nicht gesehen und das war schon relativ traurig.“ Und schon fallen jedem nacheinander lustige Begebenheiten ein, die bei Auftritten passiert sind. Martin war früher der Bassist, der ruhig in seiner Ecke stand und am liebsten nicht auffallen wollte. „Heute turne ich von links nach rechts. Eigentlich renne ich die ganze Zeit – das ist wie eine Sportveranstaltung für mich“, lacht er. 1x nicht aufgepasst und schon zog er sich beim Springen sein Kabel am Bass raus und wurde im Publikum nicht mehr gehört. Ganz locker berichtet Nick: „Ich habe früher immer meine Sticks verloren. Deswegen hatte ich an verschiedenen Stellen meines Schlagzeugs Sticks deponiert, dass wenn etwas passiert, ich gleich Ersatz habe. Beim anschließenden Abbauen war das so `Ich hatte acht mit, ich habe jetzt drei – wo sind die anderen?´“ und guckt sich demonstrierend auf der Terrasse um. Wohl immer in Erinnerung bleiben wird die Situation mit René und einem Tontechniker: René hat dem Tontechniker gewunken, um verständlich zu machen, dass er Probleme hat. „Und der Tontechniker dann so“ und René winkt mir grinsend entgegen. Bei Pannen hat jeder sein Verhaltensmuster, wie Martin festgestellt hat. „Ich gucke immer so, als hätte ich einen Geist gesehen, René kriegt ein Doppelkinn, Ike sieht so aus, als hätte er sich verlaufen und Marie guckt weg und fängt an zu tanzen.“ Egal, ob sie auf kleinen oder großen `Auslagen´ (Bühnen) spielen, sie fühlen sich wohl und haben ihr kleines Maskottchen immer dabei: Bernd das Brot. Der hängt bei jedem Auftritt am Sängermikro. Da fällt Marie plötzlich ein: „Ich wurde mal in einer Elmshorner Bar angesprochen, so von wegen `Du bist doch die Sängerin von The Pies´. Das fand ich sehr interessant“ und traurig schaut Nick auf den Tisch vor sich und murmelt: „Mir ist das noch nie passiert.“ Besonders cool finden sie alle, dass sich ihre Bandsticker nicht nur in Deutschland verbreiten, sondern auch schon in England oder Spanien an Laternen kleben – Martin erhält regelmäßig Fotos von ihren Stickern in besagten Ländern. „Total verrückt!“ Rockende Brötchen In ihrem gemütlichen Proberaum, der sich passend zum Namen über einer Bäckerei befindet, geht es wild zu. Die Bäckerei gehört Renés Eltern und selbst bezeichnet er sich scherzhaft als „Junior Chef“. Außerdem kümmere er sich immer ums Aufräumen und, was seinen Bandmitgliedern sehr wichtig zu sein scheint, die Versorgung mit Essen und Trinken. „Deswegen bist du auch der Beliebteste in der Band“, lacht Ike zu René rüber. Wenn ihre Instrumente erklingen, dann gibt es unten in der Bäckerei „rockende Brötchen“, denn die Band ist durch die Decke zu hören. „Es ist auch immer witzig, wenn wir mit unserem Equipment durch den Verkaufsraum laufen, weil wir das Auto für einen Auftritt beladen und uns die Kunden dabei beobachten“, erzählt mir Nick. Dieses Jahr möchten sie ihre erste EP herausbringen. Oder doch lieber ein Album? Jedenfalls träumen sie von einer kleinen Deutschlandtour. Aber jetzt kommt erst einmal die Kieler Woche und darauf freuen sie sich schon sehr! „Komm(t) zu uns, das wird der Hammer“, „Ich turne auch ganz viel über die Bühne und vielleicht packe ich mich auch auf die Schnauze“, „Vielleicht backen wir auch Cupcakes und verteilen die ans Publikum“ und „Der lauten Musik folgen – das sind dann wir – und dann bitte bleiben“, rufen sie mir freudig entgegen. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass euch die `Backzutaten´, die ihr braucht, nie zu Ende gehen und dass ihr irgendwann den ganz großen `Kuchen´ backen werdet! terminkalender

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Zu Besuch bei „Firth of Drangiss“

An der Förde von Drangiss

Ich - Kreativpur - habe die Band am 23.03.2016 in der "Festung Friedrichsort" in Kiel besucht. Kommt mit und lasst euch auf dem Rücken der Musik in eine Welt tragen, der die Fantasie inne wohnt. Eine Art Paralleluniversum mit eigener Geographie, Historie und mystischen Gestalten. Macht euch auf zu fantastischen Orten, zusammengesetzt aus endlosen Wäldern, weiten Feldern, Gebirgsketten und beeindruckenden Städten. Besucht die Band in Drangiss und lauscht ihren Klängen! Die Mannschaft An der Förde von Drangiss lassen sich sechs Gestalten erkennen, die für die mit Musik erfüllte Brise, die uns entgegen weht, verantwortlich sind: Front-Kapitänin Marit Böhmer (Anfang 30) ist die Sängerin der Band; Marc Rodemer (24) spielt Gitarre und unterstützt Marit mit seinem `kehligen´ bzw. gutturalen Gesang. Marcus Kubsch (25) spielt ebenfalls Gitarre und Bennet Carstensen (24) zupft seinen sechsaitigen Bass, während Tiemo Merkel (27) über die Tasten seines Keyboards streicht und Leif Jacobsen (21) seine Becken und Trommeln am Schlagzeug schlägt. Marit Sechs unterschiedliche Charaktere – sechs unterschiedliche Entscheidungen, singen oder ein Instrument spielen zu wollen. Mit einer Haarbürste in der Hand fing die damals noch schüchterne Marit an zu singen. Sie erzählt: „Gesungen habe ich schon immer, aber das so richtig ausleben zu wollen, kam erst viel später. Mit 24 Jahren habe ich dann angefangen Gesangsunterricht zu nehmen. Ich wollte mir von einem Profi bestätigen lassen, ob das was werden kann oder ob es nur für die Badewanne reicht. Vier Jahre lang habe ich dann Unterricht genommen und habe mich dann auf die Suche nach einer Band gemacht.“ Marits Schüchternheit wurde mit der Zeit davongespült und heute würde sie „alles stehen und liegen lassen“, wenn ihr jemand sagen würde, sie könne Singen zu ihrem Hauptberuf machen. Marc Marc fing mit 16 Jahren an Gitarre zu spielen. Anfangs hatte er ein musikalisches Projekt mit Freunden, aus dem leider nie wirklich etwas geworden ist. Er hat dann drei Jahre in einer Schulband gespielt. „Das war so eine Bigband, die hauptsächlich Jazzstücke, aber auch Klassiker wie `Eye of the Tiger´ gespielt hat“, erinnert er sich. 2011 hat ihn der Wind nach Kiel geweht und auch er machte sich auf die Suche nach einer Band. Marcus Marcus fängt an zu lachen und meint scherzhaft: „Wie kommt man zur Gitarre? Mädchen aufreißen und übersteigertes Ego wahrscheinlich.“ Der wahre Grund spielte sich in Marcus‘ alter Schule ab. „Es gab die Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren. Ich habe vorher schon viel Heavy Metal gehört, fand das cool und hab’s getestet. Das hat dann Spaß gemacht, gut funktioniert und dann bin ich dabei geblieben.“ Bennet Bennet nimmt einen Schluck von seinem Bier und erzählt dann in die Runde: „Ich habe erst angefangen Gitarre zu lernen. Dann hat eine Jugendband einen Bassisten gesucht – so bin ich dann beim Bass gelandet. Das hat dann aber drei bis vier Jahre gedauert, bis das richtige Wollen kam und ich die Faszination für Bass entdeckt habe.“ Tiemo Gedanklich reist Tiemo an den Tag zurück, an dem er sich fürs Keyboardspielen entschied: „Ich habe mit zehn Jahren angefangen Unterricht zu nehmen. Das war in einer Musikschule, in der mein Bruder Akkordeon lernte. Ich wollte aber nicht das gleiche Instrument spielen wie er. Es gab Keyboard zur Auswahl, ich habe mir das angeguckt und festgestellt, dass das genau mein Instrument ist. Mit der Zeit habe ich dann auch festgestellt, dass ich große Fortschritte gemacht habe und irgendwann stellte sich raus, dass mir auch das Songwriting liegt.“ Leif Endlich darf auch Leif erzählen, wie er zum Schlagzeug gefunden hat: „Eigentlich bin ich schon als Schlagzeuger aus dem Bauch rausgekommen.“ Ein Lachen kann sich in diesem Moment keiner von uns verkneifen. „ Mit vier Jahren habe ich dann schon bei meiner Oma auf den Kochtöpfen rumgetrommelt und mit fünf oder sechs habe ich dann von meiner Familie einen Gutschein für eine Musikschule bekommen. So fing das an, dass ich Schlagzeugunterricht genommen habe“, beendet er seine Erzählung. Inspiriert durch Tolkien Anfang 2012 lernten sich Marc, Bennet und der ehemalige Schlagzeuger (Christian) kennen. Die ersten gemeinsamen Rhythmen wurden zusammen gespielt und gegen Ende des Jahres stieß Marcus zu ihnen. Auch die frühere Sängerin (Rosa) war mit von der Partie. Erste Coversongs wurden gespielt und bald darauf eigene Songs geschrieben. 2013 wurde auch Tiemo Teil des Teams. Aus beruflichen Gründen verließen Christian und Rosa im Jahr 2014 die Band; Marit und Leif ließen nicht lange auf sich warten und wurden von Marc übers Internet gefunden. Marit berichtet: „Ich habe die Band auf Facebook verfolgt und immer ihre neuen Songs geliket. Irgendwann schrieb mich Marc an, dass sie gerade eine Sängerin suchen und ob ich nicht Lust hätte. Wenn ich nicht zu 100% von dem Gehörten überzeugt gewesen wäre, hätte ich mich nie darauf eingelassen.“ Marc legt seine Hände an seine Brust, schmunzelt zu ihr rüber und sagt: „Es war Liebe auf den ersten Klick.“ Marit brachte Leif, mit dem sie noch in einer zweiten Band spielt, mit und auch er wurde schnell zum vollwertigen Mitglied. „Wir haben ihm ein Firth of Drangiss-Shirt aufgedrängt und gesagt, wer das trägt, ist automatisch dabei“, kommentiert Marit. Seit Anfang 2015 spielt die Band in dieser Konstellation. Wie sicherlich jede Band hatte auch diese ihre Schwierigkeiten bei der Namensfindung. Marc greift zu den vor uns liegenden Salzbrezeln und erzählt: „Bennet, Marcus und ich haben uns an einem Abend zusammen gesetzt und überlegt. Wir spielten seit einem Jahr zusammen und hatten noch keinen Bandnamen. Und dann war das so `Hey, das klingt cool! Gib mal bei Google ein. Ach, gibt’s schon. Das klingt nicht schlecht! Gib mal bei Google ein. Ach, gibt’s schon.´ Marcus ist dann für eine Denkpause an die Luft und als er wieder kam `Lasst uns doch Firth of Drangiss nennen.´ Also wieder bei Google eingegeben und `Gibt’s noch nicht. Nehmen wir!´“ Etwas Magisches muss in der Luft gelegen haben, als Marcus nachdachte. Er erklärt, dass er das Silmarillion zu J.R.R. Tolkiens Werken gelesen habe und erinnerte sich an so manche Fantasy-Orte. Aus Drangist ist am Ende Drangiss geworden. Zudem hatte er die Idee: „Förde auf Englisch heißt Firth. Wir sind hier an der Förde und kommen auch von hier. Also warum dann nicht Firth of Drangiss – Förde von Drangiss?“ Ein wilder Ritt ins Auge des Sturms In eine Schublade lässt sich diese Mannschaft nicht so leicht stecken. Sie selbst würden ihren Musikstil mit `Melodic Female Fronted Power Metal mit progressiven Einflüssen´ oder kurz `Power Metal´ beschreiben. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Einflüsse mit ein. Zusammen erarbeiten sie Schritt für Schritt ihre Songs. Marc beschreibt diesen Vorgang: „Über Dropbox hat jeder Zugriff auf hochgeladene Ideen und kann sich daran weiterversuchen, bevor sich hauptsächlich Marcus an die Songtexte wagt.“ In ihrer Musik schwimmt maritimer Flair, es klingt in sich stimmig und die starken Melodien regen sofort zum Mitwippen an. Starke Stimmen, fetzige Gitarrenriffs, brummender Bass, summende Keyboardtasten und knallende Becken fühlen sich an wie ein wilder Ritt ins Auge des Sturms. Im Grunde „machen wir einfach Musik, auf die wir Lust haben und die uns Spaß macht und das ist das Ergebnis, das dabei rauskommt.“ Mit jeder Welle ein Stück weiter Mit eigenen und gecoverten Songs an Bord ging es mit alter Besetzung zum ersten Auftritt auf Sylt. Die erste Erinnerung, die Marcus dazu in den Kopf kommt: „Da gab es gutes Catering!“ War der erste Auftritt noch leicht chaotisch, sind die heutigen Auftritte besser organisiert. Das liege wohl auch daran, dass die Mannschaft heute in neuer Besetzung ein gefestigtes und eingespieltes Team bildet. Mit der Zeit haben sich nicht nur die Songs und die Bühnenpräsenz (einheitliches Outfit) verändert, sondern auch jeder Jungmusiker selbst. Marc ist aufgefallen, dass „Bennet plötzlich vor Selbstbewusstsein strotzt“. „Bin halt cool geworden“, entgegnet dieser lässig. Marcus betrachtet ein Gruppenfoto an der Wand und meint: „Also wenn man mal die Fotos von unserem ersten Auftritt zu unserem letzten vergleicht, dann hat sich bei uns schon viel geändert.“ Leif folgt seinem Blick und wendet grinsend ein: „So viel aber bestimmt auch nicht. Tiemo hat auf dem Bild eine Bierflasche in der Hand und hier auf der Couch auch.“ Wieder erfüllt ein lautes Lachen unsere Sitzecke. Jeder Auftritt lässt ihren Adrenalinpegel steigen, aber das ist wichtig, denn „wenn man vor einem Auftritt nicht aufgeregt ist, geht man völlig emotionslos auf die Bühne und dann kann man mit seiner Musik auch nichts transportieren – man ist dabei nicht leidenschaftlich“, versucht Marc zu erklären. Und dann gibt es da die kleinen Pannen, die jeden Auftritt auflockern: Marit, Marcus, Marc und Bennet rennen sich über den Haufen, Tiemo kann sich selber nie hören und Leif spielt manchmal so heftig, „dass man ihm am liebsten mal die Becken abkleben möchte.“ Diverse Auftritte bei kleinen und großen Festivals haben die Band wie eine Welle immer Stück für Stück weiter nach vorne getragen. Sie trauen sich viel zu und wollen definitiv mehr. Das ganz große Ziel: Wacken! Private Drachenhöhle Passend zu ihrem Bandnamen liegt ihr Proberaum am Wasser. Die Festung Friedrichsort am Falkensteiner Strand bietet ausreichenden und sicheren Platz für ihr Equipment. Der wohl schönste Vorteil: im Sommer ein gemütlicher Platz zum Grillen oder um zur Abkühlung ins Wasser zu springen. Auf mich persönlich wirkt ihr Proberaum wie eine versteckte Drachenhöhle, die nicht für jeden zugänglich ist. Hier können sie frei sein, auf dem Rücken der Musik empor steigen und sich nach Drangiss bringen lassen. Man merkt ihnen an, wie die Musik durch ihren Körper fliest, wenn sie erst einmal den ersten Ton angespielt haben – hier vereinen sich Leidenschaft und Herzblut. Nach wenigen Stunden kehren sie wieder auf den steinigen Boden des Lebens zurück und sind wieder ganz normale Studenten und Arbeitstätige, die sich in ihrer Freizeit, der Musik widmen. Zurzeit ist ihr erstes Album in Planung, welches dieses Jahr erscheinen soll. Und wie sieht es mit weiteren Zukunftsplänen aus? „Ganz klar Welttournee und dann gehen wir in Rente“, platzt es ganz souverän aus Marit heraus. Ausruhen kommt jedenfalls nicht in Frage! Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr weiterhin in Drangiss (und auch in eurem normalen Leben) anregende Songideen findet und nie eure Kreativität verliert! Lasst euch von den Wellen Stück für Stück weiter nach vorne tragen! (Noch mehr von Firth of Drangiss: Fotos vom Auftritt im Beat Club Kiel am 01.04.2016) terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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Interview mit der Band „Geisterfahrer“

Unterwegs auf der falschen Spur

Ich - Kreativpur - habe mich getraut! Die Geisterfahrer waren 2015 auf der Jungen Bühne zu höhren und ihre Musik geht mir nicht mehr aus dem Kopf, also habe ich die Band auf ein Interview angesprochen. Am 20. März 2016 traf ich mich mit den Geisterfahrern in einem Café in Kiel, um mehr über die Jungs in einem persönlichen Gespräch zu erfahren. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Stellt euch vor, ihr fahrt gemütlich auf der Autobahn Richtung Urlaub. Ihr schaltet das Radio ein, dreht die Musik lauter und plötzlich werdet ihr von folgender Nachricht aus euren mit Musik unterlegten Gedanken gerissen: „Achtung, Geisterfahrer!“ Geisterfahrer – Autofahrer, die versehentlich auf die entgegengesetzte Fahrbahn geraten sind und somit eine massive Gefahr für den Straßenverkehr darstellen. Auf die falsche Spur sind diese Geisterfahrer, mit denen ich mich im Kieler MUM&DAD zum Interview getroffen habe, aber nicht. Mit ihren kaffeegefüllten Tassen und bei guter Laune sitzen mir die vier Jungmusiker gegenüber. Geisterfahrer Marco Schwarz (24) bildet als Sänger und Akustik-Gitarrist den Kopf der Band. Zu ihm gesellt sich Wladimir, von allen nur „Wladi“ genannt, Haase (25), der ebenfalls Akustik-Gitarre spielt und im Hintergrund singt. Akustik-Bassist und Sänger Frederik, bekannt als „Freddi“, Kleinschmidt (23) und Schlagzeuger Tobias alias „Tobi“ Nissen (21) machen die Band komplett. Zusammen machen sie ihre Heimatstadt Kiel als „Geisterfahrer“ unsicher. Nachdem sich jeder der Reihe nach vorgestellt und sein Alter genannt hat, fällt Marco auf: „Eigentlich bräuchten wir noch einen fünften Mann, der 22 Jahre alt ist. Dann wäre die Reihe komplett.“ Marco Musik ist ein fester Bestandteil im Leben eines jeden von ihnen. Marco erzählt: „Die Musik, die ich früher gehört habe, also Rock und auch härtere Sachen, haben mich irgendwann dazu gebracht, dass ich auch Gitarre spielen wollte. Da war ich 13 Jahre alt. So generell bin ich wohl der erste in meiner Familie, der ein Instrument spielt. Und später kam dann noch der Gesang dazu.“ Wladimir Wladi nimmt einen Schluck Kaffee und erzählt dann: „Ich habe zuerst Klavier gespielt. Ich hatte dann aber keine Lust mehr auf diese Art Musik und habe angefangen Gitarre zu spielen.“ Freddi Freddi fing schon im zarten Alter von sieben Jahren an, mit seinem Opa Musik zu machen. Lächelnd erzählt er: „Angefangen hat alles mit meinem Opa, mit dem ich zusammen Akkordeon gespielt habe. Er ist irgendwie mein Schlüsselerlebnis, warum ich weiter Musik machen wollte.“ Aber Freddi spielt nicht nur Akkordeon und Bass. „Zusätzlich spiele ich auch Gitarre, Schlagzeug und mit Kontrabass habe ich es auch versucht.“ Er fängt an zu grinsen, erinnert sich, dass er gerade am Studieren ist und sagt dann: „Ich habe keinen Bock mehr, ich werde jetzt Musiker und mache nur noch Musik. Das ist mein Lebenstraum!“ Da fangen wir plötzlich alle an zu lachen. Tobias Tobi spielt schon seit über zehn Jahren Schlagzeug. Mit den Jahren hat er sich für viele verschiedene Musikgenres interessiert und er erinnert sich: „Zwischendurch habe ich dann Gitarre gespielt, aber jetzt bin ich Teil von ‚Geisterfahrer’ und spiele wieder Schlagzeug. Das Musikalische muss wohl in den Genen von meinem Opa liegen.“ Aus 2 wird 4 Alles begann vor über zehn Jahren, als sich Marco und Wladi durch gemeinsame Freunde zum Jammen trafen. Die Musik hat sie von Anfang an verbunden und so kam es, dass sie zuerst härtere Sachen aus den Bereichen Metal und Hardcore spielten. Bald folgten auch die leiseren Töne und prompt entstand der erste Song mit dem Titel ‚Podest‘. Diesen Stil wollten sie beibehalten! Fehlte nur noch ein passender Bandname. Ganz spontan mit der Überlegung „gegen den Strom schwimmen“ und „sein eigenes Ding machen“ kamen sie auf ‚Geisterfahrer‘. „Man könnte es auch noch so sehen: ‚Geister‘ steht dafür, dass man sich mit seinen eigenen Gedanken auseinandersetzt“, fügt Marco hinzu. Schnell schaltet sich Freddi mit einem scherzhaft gemeinten „Und einen religiösen Hintergrund haben wir auch“ ein, auf das Marco sofort mit „Nein, das haben wir nicht“ reagiert. Ein leichtes Schmunzeln kann er sich trotzdem nicht verkneifen. Die ersten Auftritte standen an und Marco fragt Wladi gedankenversunken: „Damals war unsere Setlist noch ganz klein. Ich weiß gar nicht, wie wir die Zeit vollgekriegt haben?“ Wladi lacht und antwortet: „Ich glaube, wir haben mindestens 3x ‚Podest‘ gespielt.“ Das Duo merkte, dass mehr Fülle in die Songs gehört – ein Bassist sollte her! Wladi kannte Freddi und schon wurde Freddi zum Geisterfahrer. Am richtigen Beat sollte es auch nicht fehlen! Freddi und Tobi kennen sich von ihrem früheren Job und haben sich in dieser Zeit voller gemeinsamer Erlebnisse angefreundet. Tobi setzte sich durch und vollendet das Team, welches es in dieser Konstellation nun seit Winter 2014 gibt. Show Dass die Chemie in der Band stimmt, merkt man. Und jetzt sollten sie mir die Geheimnisse für diese verraten! Für eine Weile herrscht Stille am Tisch, dann werden Blicke ausgetauscht und ein Gelächter bricht aus. „Wer fängt an“, fragt Marco in die Runde. Er. „Also an Tobi finde ich auf jeden Fall gut, dass er ein sehr kreativer Mensch ist. Freddi hat mich damals dadurch überzeugt, dass er sich in die Band gut einfinden konnte und auch wusste, was er spielen soll. Er bringt immer gute Ideen mit ein und ist im Allgemeinen ein sehr netter Typ! Wladi kenne ich ja nun auch schon ewig ..“ und muss überlegen. Wladi macht es ihm einfach und haucht: „Das reicht auch.“ Marco will das so nicht stehenlassen und fährt fort: „Ich mag seine menschliche Art, aber das trifft hier eigentlich auf jeden zu!“ Wladi ist als Nächster an der Reihe und überlegt: „Tobi. Was mag ich an Tobi? Tobi ist seit gut einem Jahr mein Mitbewohner und deshalb verstehen wir uns sehr gut. Ich mag auf jeden Fall, dass er eine ruhige Art hat und Marco ist sehr witzig.“ Da strahlt ihn Marco sofort mit einem breiten Grinsen an. „Zu Freddi muss man sagen, dass er sehr offen ist und sich in der Band um das ganze Organisatorische kümmert. Konzerte und die Kontakte im Nachhinein halten. Das läuft alles über ihn. Vor allem, weil er sehr gerne telefoniert“ und lacht zu ihm rüber. Jetzt möchte Freddi weitermachen: „An Tobi schätze ich seine Zuverlässigkeit; an Marco mag ich seine Art, wie er die Songtexte schreibt. Und Wladi – er ist eigentlich der Papa der Band.“ Freddi legt Wladi freundschaftlich seine Hand auf die Schulter und ergänzt: „Er hat gute Tipps fürs Leben; zu jeder Lebenslage kann er dir irgendwas sagen. Sehr weise der Junge!“ Tobi beendet die Runde: „Wie schon gesagt, wohnen Wladi und ich zusammen und verstehen uns sehr gut. Auch er hat eine ruhige Art, aber man hat immer viel Spaß mit ihm. Er ist immer gut drauf.“ Da wirft Freddi ein: „Manchmal auch wütend.“ Tobi guckt zu Marco, zeigt auf ihn und setzt der Aussage entgegen: „Wütend ist er hier! Aber das schätze ich an ihm. Also wenn wir mal im Stau stehen, dann brennt die Luft.“ Marco fängt wieder an zu grinsen und Freddi meint lachend: „Oder wenn er mal einen Parkplatz sucht.“ „Ja, das ist auch relativ lustig mit ihm. Ich glaube, jeder hat schon mal den Zorn des Marco abbekommen außer ich“, beendet Tobi seine Aufzählung. „Oder wenn ich mal zu spät komme“, fällt es Freddi schlagartig ein. Aber alle sind sich einig, dass Marco ein geiler Bandleader und guter Freund ist. Deutsch versteht jeder Ihren Musikstil kann man in den Akustik-Rock/Pop einordnen. Die deutschen, emotionalen und zum Nachdenken anregenden Texte werden von schwungvollen, ruhigen, aber auch knackigen Rhythmen unterlegt. Bei der Vorliebe für akustische Musik haben sich die vier, die generell aus verschiedenen Genres kommen, gefunden. „Es ist halt etwas anderes als Rock, den man überall hört“, erklärt Marco. Und warum auf Deutsch? Wladi überlegt, lacht und antwortet mit ironischem Unterton: „Weil wir kein Englisch können.“ Der wahre Grund ist natürlich: „Auf Deutsch können wir uns am besten ausdrücken und erreichen die Leute eher, weil jeder hier in Deutschland Deutsch versteht.“ Marco und Wladi schreiben seit Beginn an ihre Songtexte auf Deutsch, an ihren allerersten selbstgeschriebenen Song erinnern sie sich jedoch nicht mehr. Lieber auf kleinen Bühnen Marco, Wladi, Freddi und Tobi haben früher in jeweils einer eigenen Schülerband gespielt und erste Auftritte gehabt. Allerdings haben sie keine besonders guten Erinnerungen daran. Ihr erstes gemeinsames Konzert hatten sie im Shamrock in Husum und schwelgen in Gedanken. „Das war mit eines der besten Konzerte. Guter Sound und viele nette Leute. Hat uns sehr viel Spaß gemacht!“ Aus anfangs mitgebrachten Freunden zu ihren Auftritten ist heute eine noch recht überschaubare Fangemeinde geworden, die mit der Zeit aber sicher noch wachsen wird! Bühne Am liebsten „fahren“ die Geisterfahrer auf kleinen Bühnen. Dort entstehe eine „intime Atmosphäre“ und es lässt sich viel eher Kontakt zum Publikum aufnehmen. „Als Musiker macht man auf der Bühne zwar sein eigenes Ding, man muss sich ja selber wohlfühlen, aber es ist natürlich viel schöner, wenn man das Publikum dazu animieren kann, mit zu klatschen oder mit zu singen. Das hatten wir zwar erst selten, aber es kam schon mal vor. Das war echt cool! So bringt das dann schon deutlich mehr Spaß“, erklärt Marco. Egal, ob nun kleine oder größere Bühne – eine Grundaufregung ist bei jedem vorhanden. Freddi sagt: „Vor kleinen Mengen geht es, aber vor vielen Leuten ist es dann schon eine Herausforderung.“ „Also erst mal ein Bier trinken“ bevor es auf die Bühne geht. Wie jedem Künstler, sind auch den Geisterfahrern schon Pannen auf der Bühne passiert. Am Tag zuvor hatte die Band einen Auftritt in Nahe und Freddi erinnert sich: „Mir ist gestern das Mikro runtergefallen – direkt auf ein Glas Bier und das ist zerplatzt.“ „Das eine Mal wollte ich vor dem nächsten Song etwas Tiefgründiges sagen. Ich habe mich gedanklich total verloren und wusste dann gar nicht mehr, was ich sagen soll. Das war ein unangenehmes Gefühl für mich“, beichtet Marco. Selbstgemacht Nachdem Marco und Wladi ‚Podest‘ geschrieben hatten, folgte kurz darauf ihr erstes Video. Hierfür haben sie sich einfach mit ihrem Freund Arne von Pixelperle (Medienproduktion in Flensburg) getroffen und angefangen aufzunehmen. Auch eine erste EP sollte entstehen – auf ganz skurrile Weise: aufgenommen im Kleiderschrank. War da denn genug Platz? „Wir haben damals Gesang und die Instrumente bei mir zuhause aufgenommen, also home-recording, und so klingt das auf der CD auch. Im Kleiderschrank war dafür früher der beste Sound für die Aufnahme“, schildert Marco ihr damaliges Vorgehen. Das Gefühl, endlich etwas Eigenes in Händen zu halten war wie „Hier hast du eine selbstgebrannte CD von mir“. Im August 2015 sollte sich das Gefühl ändern! Es wurde eine zweite EP mit dem Titel ‚Gerade stehen‘ produziert. Wie war das Gefühl dann? „Jetzt hast du dein eigenes Werk und bist da voll stolz drauf“, umschreibt es Tobi und hält demonstrierend die EP (aus Luft) in die Höhe. Ein zweites Video zu ihrem Song ‚Neues Glück‘ rückte nach. Unterstützung gab es von dem vierköpfigen Team von Pixelperle, das sich um Requisiten, Schauspieler und Bearbeitung gekümmert hat. ‚Geisterfahrer‘ haben seit Kurzem einen neuen Song, zu dem auch ein neues Video entstehen soll – wieder ein Projekt von Arne. Wir dürfen gespannt sein! Ideen zu Songs und Videos entstehen nicht nur in den Köpfen der vier Jungmusiker, sondern auch in ihrem Proberaum im Gaardener Hochbunker. Bewegungsfreiheit? Nicht wirklich. Lachend zieht Marco eine durchsichtige Mauer zur anliegenden Sitzecke im MUM&DAD und sagt: „Wir haben ungefähr diesen kleinen Bereich. Du kannst auf einer Stelle stehen, dich nur hin und her bewegen und das war’s.“ Die Tassen leeren sich und so langsam packen wir unsere Sachen zusammen. Diese Kieler Geisterfahrer fahren mit ihren Texten, ihrer Musik, auf der richtigen – also der falschen – Spur durch Deutschland. Auch wenn wir unsere Augen nach Falschfahrern offen halten sollten, Marco, Wladi, Freddi und Tobi müssen wir nicht ausweichen, wenn sie uns entgegenkommen! Für eure musikalische Weiterfahrt auf der „falschen Spur“ wünschen wir euch alles Gute und immer einen Grund, warum ihr auf der Gegenfahrbahn richtig seid!

K_I_W_O

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