Kuchen essen mit „The Pies“

Kuchen mit Sound

Ich – Kreativpur – habe die Band am 02.04.2016 in Elmshorn zu einer "Kuchenschlacht" besucht. Schwarzwälder Kirschtorte, Käsekuchen, Bienenstich, Apfelkuchen. Es gibt so viele unterschiedliche Kuchensorten, doch The Pies sind ein `Kuchen mit Sound´! Diesen sollte man sich nicht entgehen lassen! Warum? 5 Stücke – 1 Kuchen Zu diesem `Kuchen´ gehören Sängerin Marie (18), Gitarrist René (20) und der zweite Gitarrist Ike (21); Martin (22) übernimmt den Bass und Backgroundvocals und der selbsternannter „Bandpapa“ Nick (23) sitzt am Schlagzeug und steuert ebenfalls etwas zum Backgroundgesang bei. Zusammen bilden sie die perfekten Zutaten, um vereint in der `Kuchenauslage´ ganz vorne zu stehen. The Pies_850 (von links nach rechts: Ike, Nick, Marie, Martin und René) Genauso wie Backzutaten erst aus ihren Rohstoffen gewonnen werden, haben auch diese Jungmusiker klein anfangen. Marie blickt verträumt zum blauen Himmel über uns hinauf und fängt an zu erzählen: „Bei mir ist das wie ein süßer Traum, der dahinter steckt. Mein Vater spielt Gitarre in einem Gospelchor und ich war von klein an bei seinen Konzerten dabei. Ich fand das so toll, dass ich mich vor 2 ½ Jahren bei einem Gesangs-Casting angemeldet habe. Ich wurde genommen und habe Gesangsunterricht bekommen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und dachte, ich möchte weiter in diesem Bereich bleiben.“ René erinnert sich sofort, wer der Auslöser für sein heutiges größtes Hobby war: „Als ich sieben oder acht Jahre alt war, habe ich zu Weihnachten von meiner Oma eine Akustikgitarre geschenkt bekommen, weil ich außer Sport kein anderes Hobby hatte. Ich hatte dann Gitarrenunterricht bei einem Rocker, den ich anfangs richtig gruselig fand. Meine Mama hat mich deshalb anfangs noch zum Unterricht begleitet. Als ich dann älter wurde, fand ich ihn richtig cool.“ Schmunzelnd erzählt Ike in die Runde: „Ich habe vor ca. fünf Jahren im Schaufenster von `Musik-Hofer´ hier in Elmshorn eine – heute gesehen - richtig schäbige Gitarre gesehen und gedacht `Voll geil!´ und habe sie mir von meinem zusammengekratzten Ersparten gekauft. Ich habe dann gemerkt, dass das ziemlich cool ist und ich da richtig Lust drauf habe. Unterricht hatte ich dann keinen, weil ich es mir selber beigebracht habe.“ Martins Lachen erklingt und er erinnert sich: „Ich wollte meiner damaligen Freundin zeigen, dass ich auch ein Instrument spielen kann. Ich habe dann aber keine Gitarre, sondern einen Bass gewählt, weil das einfacher ist. Ich ging zu meinem Onkel, der Bässe baut, und in seinem Keller griff er ins Regal und gab mir einen Bass, von dem ich dachte, das wäre so ein altes Schrott-Ding. Drei Jahre später habe ich erfahren, dass es sich dabei um ein Sondermodell von LeFay “4“ handelt, welches nur 4x produziert wurde. Weil mir zu der Zeit aber dann die Motivation fehlte, habe ich aufgehört. Irgendwann in der Schule hat mich dann einer angesprochen, dass ich in seiner Band spielen könnte und dann fing ich wieder mit dem Bassspielen an und merkte, dass das mehr ist, als nur die Grundgriffe.“ „Meine Geschichte ist ähnlich traurig“, fängt Nick an. Martin wirft traurig ein „Immer auf die Bassisten“ ein und zieht eine Schnute. „Ich habe früher Kampfsport gemacht. Weil ich dann aber keine Lust mehr hatte, habe ich aufgehört und meine Mutter hat gemerkt, dass mir ein Hobby fehlt. Sie hat mir dann einen Gutschein für einen Schlagzeugkurs geschenkt. Damals habe ich den sportlichen Aspekt daran nicht verstanden, heute schon. Ich hatte dann zehn Jahre bei einem echt coolen Schlagzeuglehrer Unterricht. Mir hat das richtig Spaß gemacht und dann war ich in einer Schulbigband. Ich habe immer Schlagzeug gespielt .. aber gut bin ich trotzdem nicht“, fährt Nick lachend fort. Mal unter uns, das ist er schon! Fertig gebacken René und Martin kennen sich schon fast ihr ganzes Leben und trafen sich eines Tages mit den Aussagen „Hey, ich spiele Gitarre“ und „Hey, ich spiele Bass“. Zusammen versuchten sie sich an „Dance, Dance“ von der Band Fall Out Boy. „Das war richtig schlecht“, erinnert sich René und schüttelt den Kopf. Dennoch entschieden sie sich 2011 dazu, eine Band zu gründen. Seit dieser Zeit hatte die Band viele unterschiedliche Mitglieder. Schlagzeuger, Gitarristen und Sänger wurden immer wieder gewechselt. Beim Hurricane Festival 2012 trafen Nick und Martin aufeinander; sie kannten sich vorher nur flüchtig, campten aber auf dem Festival zusammen. Nick fragte, ob er sich Martins Band anschließen könne, doch erst zwei Monate später kam dessen Zusage mit den Worten „Ich brauche dich.“ Die offizielle Gründung: Ende 2013. Sängerin Marie und Gitarrist Ike kamen dann erst vor gut einem Jahr dazu und machten die Truppe komplett. Endlich die richtigen Zutaten! Der `Kuchen´ ist fertig gebacken und kann der Gesellschaft präsentiert werden. Verstehen tun sie sich sehr gut – Ironie und Sarkasmus lässt sich während des Gesprächs immer wieder heraushören. Dennoch sagt Nick ernst: „Ich habe euch alle lieb.“ Jeder wird für seinen Charakter und sein Talent geschätzt. Nur einer fällt aus der Reihe: Ike. Er sagt im gespielt ernsten und doch mit Ironie unterlegten Ton: „Ich mag euch alle eigentlich gar nicht. Ich werde bezahlt, um dabei zu sein.“ Einen lecker klingenden Namen trägt die Band. Saß die Band beim Kuchenessen zusammen oder war sie gerade dabei, welchen zu backen? Ein richtiger Kuchen stand beim Einfall des Namens nicht auf dem Tisch. Am Ende einer Bandprobe mit Freunden haben sie sich den Hollywoodstreifen „American Pie“ angesehen. Zuerst hing „The Apple Pies“ im Raum, doch Martin war der Meinung, „The Pies“ klinge besser – Kuchen ist Kuchen, egal welche Geschmacksrichtung er hat. Das richtige Rezept Um sich musikalisch aufeinander einzustimmen, wurde anfangs gecovert. Ike umschreibt ihre Liedersammlung mit den Worten: „Wir haben uns das rausgepickt, was wir geil fanden, haben das in einen Mixer getan und noch ein bisschen Sahne dazu .. für den Kuchen halt .. und das, was wir heute machen, ist dabei rausgekommen.“ Sie nehmen sich aus jedem Genre eine Prise und backen daraus ihren ganz eigenen Musikstil: Crunch Rock. „Wenn man nicht weiß, in welche Schublade man passt, macht man einfach eine neue Schublade auf“, sagt René und Ike witzelt: „Frischer Kuchen kommt ja auch aufs Fensterbrett und nicht in die Schublade.“ Songtexte entstehen zusammen in der Gruppe. Dafür sitzen sie bei schönem Wetter gerne auf der Terrasse, grillen und verarbeiten ihre eigenen Erfahrungen oder erzählen, wie Marie beschreibt, Geschichten. „Aber am besten können wir unter Stress arbeiten“, wirft Martin ein. Ike hat seine ganz eigene Meinung dazu, sagt mit ironischem Unterton: „Wir sind ja auch alle wahrscheinlich psychisch sehr instabil“ und alle fangen wir an zu lachen. Keiner ihrer Songs klingt wie der andere. Auf leise folgt laut, nach gefühlvoll kommt’s hart auf hart. Nick versucht zu erklären: „Bei vielen Songs merkt man, dass sie keinen geregelten Ablauf haben. Die sind einfach so entstanden, wie sie entstanden sind.“ Leise murmelt Ike ein „Wie Marmorkuchen“ und Nick lachend: „Genau, wir schreiben unseren nächsten Song über Marmorkuchen.“ Sie haben definitiv ihr Rezept gefunden, mit dem sie ihre Fans anlocken! Kleine und große Auslagen Der erste Auftritt vor Publikum ist immer aufregend. Martin bekommt leuchtende Augen und erzählt euphorisch: „Es war für mich ein unglaubliches Gefühl, auf der Bühne zu stehen! Nach Jahren stand ich dann mit The Pies wieder auf der Bühne und das war dann ein noch geileres Gefühl!“ „Also ich habe immer so einen Schutzwall aus Menschen und Instrumenten bei den Konzerten, weil ich ganz hinten sitze. Deswegen war ich nicht so nervös. Ich hatte einfach das Gefühl, das Publikum sieht mich gar nicht“, bringt sich Nick ins Gespräch ein. Dann fällt ihm folgende Geschichte ein: „Nach einem Konzert mit der Bigband in Hamburg stand ich an der Bar und habe die Besitzerin, die uns eingeladen hat, gefragt, wie ihr denn das Konzert gefallen hat. Daraufhin hat sie mich gefragt, ob ich auch zur Band gehören würde. Sie hatte mich nicht gesehen und das war schon relativ traurig.“ Und schon fallen jedem nacheinander lustige Begebenheiten ein, die bei Auftritten passiert sind. Martin war früher der Bassist, der ruhig in seiner Ecke stand und am liebsten nicht auffallen wollte. „Heute turne ich von links nach rechts. Eigentlich renne ich die ganze Zeit – das ist wie eine Sportveranstaltung für mich“, lacht er. 1x nicht aufgepasst und schon zog er sich beim Springen sein Kabel am Bass raus und wurde im Publikum nicht mehr gehört. Ganz locker berichtet Nick: „Ich habe früher immer meine Sticks verloren. Deswegen hatte ich an verschiedenen Stellen meines Schlagzeugs Sticks deponiert, dass wenn etwas passiert, ich gleich Ersatz habe. Beim anschließenden Abbauen war das so `Ich hatte acht mit, ich habe jetzt drei – wo sind die anderen?´“ und guckt sich demonstrierend auf der Terrasse um. Wohl immer in Erinnerung bleiben wird die Situation mit René und einem Tontechniker: René hat dem Tontechniker gewunken, um verständlich zu machen, dass er Probleme hat. „Und der Tontechniker dann so“ und René winkt mir grinsend entgegen. Bei Pannen hat jeder sein Verhaltensmuster, wie Martin festgestellt hat. „Ich gucke immer so, als hätte ich einen Geist gesehen, René kriegt ein Doppelkinn, Ike sieht so aus, als hätte er sich verlaufen und Marie guckt weg und fängt an zu tanzen.“ Egal, ob sie auf kleinen oder großen `Auslagen´ (Bühnen) spielen, sie fühlen sich wohl und haben ihr kleines Maskottchen immer dabei: Bernd das Brot. Der hängt bei jedem Auftritt am Sängermikro. Da fällt Marie plötzlich ein: „Ich wurde mal in einer Elmshorner Bar angesprochen, so von wegen `Du bist doch die Sängerin von The Pies´. Das fand ich sehr interessant“ und traurig schaut Nick auf den Tisch vor sich und murmelt: „Mir ist das noch nie passiert.“ Besonders cool finden sie alle, dass sich ihre Bandsticker nicht nur in Deutschland verbreiten, sondern auch schon in England oder Spanien an Laternen kleben – Martin erhält regelmäßig Fotos von ihren Stickern in besagten Ländern. „Total verrückt!“ Rockende Brötchen In ihrem gemütlichen Proberaum, der sich passend zum Namen über einer Bäckerei befindet, geht es wild zu. Die Bäckerei gehört Renés Eltern und selbst bezeichnet er sich scherzhaft als „Junior Chef“. Außerdem kümmere er sich immer ums Aufräumen und, was seinen Bandmitgliedern sehr wichtig zu sein scheint, die Versorgung mit Essen und Trinken. „Deswegen bist du auch der Beliebteste in der Band“, lacht Ike zu René rüber. Wenn ihre Instrumente erklingen, dann gibt es unten in der Bäckerei „rockende Brötchen“, denn die Band ist durch die Decke zu hören. „Es ist auch immer witzig, wenn wir mit unserem Equipment durch den Verkaufsraum laufen, weil wir das Auto für einen Auftritt beladen und uns die Kunden dabei beobachten“, erzählt mir Nick. Dieses Jahr möchten sie ihre erste EP herausbringen. Oder doch lieber ein Album? Jedenfalls träumen sie von einer kleinen Deutschlandtour. Aber jetzt kommt erst einmal die Kieler Woche und darauf freuen sie sich schon sehr! „Komm(t) zu uns, das wird der Hammer“, „Ich turne auch ganz viel über die Bühne und vielleicht packe ich mich auch auf die Schnauze“, „Vielleicht backen wir auch Cupcakes und verteilen die ans Publikum“ und „Der lauten Musik folgen – das sind dann wir – und dann bitte bleiben“, rufen sie mir freudig entgegen. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass euch die `Backzutaten´, die ihr braucht, nie zu Ende gehen und dass ihr irgendwann den ganz großen `Kuchen´ backen werdet! terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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