Mit „Ember Rose“ im Gespräch

Wie eine Rose aus der Glut aufsteigen

Elmshorn empfängt mich (Kreativpur) am 16.04.2016 mit einem blauen Himmel und strahlender Sonne. Im Café `Jim Coffey´ mache ich es mir mit der Sängerin und ihren Bandkollegen von Ember Rose gemütlich. Ein letzter Schluck Kaffee und los geht’s … Glühende Rosen Aus der Glut steigen Sängerin Marie (19), Gitarrist Jan (19), zweiter Gitarrist Luca (19), Bassist Leonard (16) und Kilian (20), der am Schlagzeug sitzt. Gemeinsam bringen sie nicht nur sich selbst, sondern auch das Publikum zum Glühen. ki-wo-de_kieler_woche_2016_ember_rose1 (von links nach rechts: Jan, Marie, Leonard, Luca und Kilian) Den Gesang hat man praktisch immer bei sich. So auch Marie: „Schon im Kindergarten habe ich viel und gerne gesungen. In der Grundschule habe ich dann im Chor gesungen und weil mir das viel Spaß gemacht hat, habe ich dann in der darauffolgenden Schule in der Big Band gesungen und jetzt nehme ich seit letzten September Gesangsunterricht.“ Dass Jan früher seinen Musikunterricht in der Schule so gar nicht mochte und daran auch keinen Spaß gefunden hat, merkt man ihm heute nicht mehr an. Wie kam es dazu? „Ich habe mit dem Gitarre spielen angefangen, weil mich Luca dazu gebracht hat. Ich kenne ihn seit der 5. Klasse. Ich war dann irgendwann mal bei ihm zu Hause und fand das total cool, dass er Gitarre spielt. Ich habe mir dann auch eine E-Gitarre gekauft. Ich habe dann wirklich eine große Begeisterung daran gefunden und eine Leidenschaft dafür entwickelt und jetzt spiele ich seit 6 Jahren Gitarre. 1 ½ Jahre davon hatte ich Unterricht“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Lucas Familie ist sehr musikalisch und da war es naheliegend, dass auch er zu einem Instrument greifen würde. „Mein Vater macht seit 30 Jahren Musik. Das hat mich halt sofort interessiert und ich wollte auch Musik machen. Dann habe ich angefangen mir selber Gitarre beizubringen. Davon kam ich dann nie wieder weg“, erklärt er mir. „Mein älterer Bruder hat schon sehr lange Musik gemacht. Er war immer so ein bisschen mein Idol und ich fand das schon sehr cool, was er gemacht hat. Als ich zehn war, wollte ich auch mit Gitarre anfangen und dann ist mein Bruder mit mir nach Hamburg gefahren. Er hat mir dann aber keine Gitarre gekauft, sondern einen Bass. Das fand ich erst mal nicht so cool, aber er hat mir tolle Tipps gegeben. Und dann hat sich das so ergeben“, erinnert sich Leonard. Kilian hat schon früh angefangen, auf allem Möglichen herum zu trommeln. „Mit sechs Jahren habe ich angefangen Schlagzeugunterricht zu nehmen, weil meine Eltern gesagt haben ` Wir geben dir jetzt eine Probestunde, dann wirst du vielleicht ein bisschen ruhiger´, aber ich wollte das dann unbedingt weitermachen. Ich habe mir auch privat selber viel beigebracht.“ Von seinem Bandkollegen Jan wird er für sein Können geschätzt und mit „ das Tier am Schlagzeug“ betitelt. Mit Funken zum Neustart Jan und der ehemalige Schlagzeuger Jeff haben damals mit zarten 14 Jahren die Band gegründet. Weitere Bandmitglieder zu finden stellte sich als nicht sehr leicht heraus. Eines Tages sprach Jan Marie und Leonard an, die in der Big Band gesungen und gespielt haben, an, ob sie nicht mal gemeinsam Musik machen wollen. „Dann haben wir im Proberaum gejammt und hatten von Anfang an ziemlich viel Spaß“, berichtet Jan. Kurz darauf fällt ihm lachend ein: „Und Leonard war damals noch etwas kleiner als heute.“ Weil Jeff die Band verließ, wurde Kilian von Jan zur Weihnachtszeit angesprochen – daran, in welchem Jahr das war, können sie sich nicht mehr erinnern. Ende 2014 wurde dann die offizielle Gründung bekanntgegeben. Seit ca. zwei Monaten ist auch Luca Teil der glühenden Rosen. Er war zuvor „nur“ das gute Gewissen der Band – hat sich hinter der Bühne um vieles gekümmert. „Gerade für mich war es immer blöd als einziger Gitarrist in diesem Spagat zwischen Leadgitarre und Rhythmusgitarre zu stehen und jetzt gibt uns das einfach viel mehr Möglichkeiten, mit zwei Gitarren Songs zu entwickelt“, findet Jan. Sicher fragt sich der ein oder andere „Heißt die Band nicht eigentlich `Burning Jim Stone´?“ Es entstanden neue Funken (Ideen) und Jan erklärt: „In den letzten Monaten hat sich bei uns ziemlich viel verändert. Sowohl musikalisch, als auch persönlich. Wir haben Luca dazu bekommen und unser Genre hat sich auch verändert. Früher hatten wir keinen festen Stil, aber jetzt bewegen wir uns in eine feste Richtung.“ Ob sie den Bandnamen wirklich ändern sollen, brachte eine lange Zeit der Überlegung mit sich, denn der alte Name ist mit vielen Erfolgen verbunden. Sie sehen diese als „alte Erinnerungen, die an dem alten Namen hängen“ und nun, da sie sich stark weiterentwickelt haben, möchten sie einen Neustart beginnen – und dazu gehört ein neuer Bandname. Brainstorming war angesagt und am Ende entschieden sie sich für „Ember Rose“ (dt. Glut Rose). Luca sagt dazu: „Wir fühlen uns alle wohl damit, dass wir diesen Schritt gemacht haben.“ Duft der Musik Früher war ihre Musik wie ein Blumenstrauß – bunt gemischt, viele verschiedene Gerüche (Genres). Sie selbst haben gemerkt, dass ihre Songs sehr vom Rhythmus belastet waren und der Gesang in den Hintergrund gedrängt wurde. Welchem Musikstil sie sich zuordnen sollten, wussten sie nicht, da sich alle Genres in ihren Songs vereinten. Die Red Hot Chili Pepper waren für Jan und Leonard eine Größe, die sie inspirierte. Heute verbinden sich die Foo Fighters mit Kings of Leon, Oasis und U2. Jetzt prägen in sich stimmige Melodien ihre Songs und „Wir legen auch mehr Wert darauf, dass unsere Songs tanzbar werden“, fügt Jan hinzu. Ihre Musik (Rock) hat ihren ganz eigenen „Duft“ entwickelt. Was den Gesang betrifft, geht Marie etwas anders vor als ihre Bandkollegen. „Ich höre mir andere Künstler an oder schaue mir an, wie sie auf der Bühne performen . Es ist ganz gut, sich diese verschiedenen Stimmen anzuhören, aber es ist auch wichtig, dass man stimmlich seinen eigenen Stil findet und nicht unbedingt so singt, wie jemand anderes.“ In den Songs verarbeitet sie dann je nach Gefühl persönliche Sachen, mit denen sie aber auch andere sich beschäftigen – hierbei wird sie von der vorhandenen Melodie emotional geführt. Entwicklung Ihren ersten Auftritt erlebten sie aus zwei unterschiedlichen Perspektiven – als Band auf der Bühne und Kilian alleine im Publikum, weil er zu dem Zeitpunkt noch nicht Teil der Band war. Mit einem schwachen Grinsen im Gesicht erinnert er sich: „Das war bei einer Schulfeier. Der Auftritt an sich war cool, aber es wirkte auf mich, als hätte jeder für sich alleine gespielt. Da gab es den Gitarristen, der sein Solo gespielt hat, den Schlagzeuger, der versucht hat, sich in den Vordergrund zu spielen, einen Bassisten und eine Sängerin, deren Gesang unterging.“ Leonard glaubt: „Uns ging es damals viel mehr darum eine Band und Auftritte zu haben. Da wussten wir noch nicht, wie so ein Song klingen muss, damit er gut ist.“ Mit jedem weiteren Auftritt stiegen sie weiter auf und fanden zu sich. „Wir haben aus den Fehlern, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, gelernt und somit eine große Entwicklung durchgemacht“, findet Jan. Wenn sie an ihren bisher besten Auftritt denken sollen, fällt ihnen die Zeit im Hamburger Gruenspan ein. Mit einem verträumten Lächeln sagt Marie in die Runde: „Vom Gefühl her war das einfach unbeschreiblich. Mich hat das richtig beflügelt, als ich die ganzen Leute gesehen habe.“ „Man weiß halt, welche Bands da sonst spielen - Bands, die Welttourneen spielen“, schließt sich Leonard ihr an. Mit den Erfolgen haben sie einen Wiedererkennungsfaktor geschaffen. Am Tag zuvor ist Leonard auf einer Party angesprochen worden. „Ich wurde gefragt, ob ich nicht der Sänger von dieser Band bin und ich habe dann gesagt `Ja´ und das war ganz blöd.“ Kilian unterbricht ihn lachend: „Du hast `Ja´ gesagt?“ „ Ja, das war ganz peinlich, aber ich fand das witzig. Und dann sollte ich was vorsingen und ich kann halt überhaupt nicht singen und dann kann das schon auch mal peinlich werden“, erzählt er weiter. Auch Marie wurde schon angesprochen. „Ich habe mal im `Jim Coffey´ gearbeitet und dann kamen tatsächlich Leute, die was bestellen wollten und die mich dann wiedererkannt und angesprochen haben. Das fand ich witzig.“ Auch an Peinlichkeiten auf der Bühne fehlt es nicht. „Ich hatte meinen Bass zur Pause runter gestimmt und als es dann weiterging, habe ich vergessen, ihn wieder hoch zu stimmen. Wir haben `Seven Nation Army´ gespielt und die Bassline am Anfang kennt eigentlich jeder – die hat dann gefehlt“, erzählt Leonard. „Ich wollte bei meinem Solo meine Gitarre in die Luft heben. Ich stand mit einem Fuß auf dem Kabel und habe es aus der Gitarre gerissen. Ich bin Brillenträger und auf der Bühne spiele ich lieber ohne. Ich habe dann erst mal eine Weile gebraucht, um das Kabel wieder zu finden“, lacht Jan. Und Marie hat das Bier vor dem Auftritt nicht vertragen. „Ich bin ganz komisch abgeschweift“ und Jan ergänzt: „Marie ist sehr philosophisch geworden. Sie hat alles, was sie so über Musik und über die Band fühlt, rausgelassen“ und Luca fügt ganz gelassen ein „Aus einer 20-Sekunden-Ansage wurden dann so 2-3 Minuten“ hinzu. Ein Leuchten breitet sich aus In Zukunft wollen sie sich und ihrem Musikstil treu bleiben, sich weiterentwickeln und vielleicht irgendwann eine EP herausbringen. Im Proberaum – bei Luca zu Hause – entstehen viele neue Ideen. „Der Raum ist top ausgestattet, man hat viel Bewegungsfreiheit und die Atmosphäre ist dort auch sehr schön“, zählt Jan beeindruckt auf. „Praktisch ist auch, dass man reinkommt, alles schon aufgebaut ist und man sofort anfangen kann zu proben – dadurch ist man viel produktiver“, findet Kilian. Alleine die Räumlichkeiten machen eine gute Harmonie in der Band nicht aus. Die Kommunikation untereinander stimmt – jeder kann offen reden, ohne dass ein anderer sich verletzt fühlen muss. Nach einiger Überlegungszeit fällt Jan noch ein, was er an Marie besonders mag: „Sie lacht immer so witzig“ und schon fängt Marie neben ihm an zu lachen – es dauert nicht lange und wir lachen alle gemeinsam. Im Juni werden sie auf der Kieler Woche spielen. „Wir hoffen, dass es so cool wird, wie letztes Mal! Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, sagt Leonard. „Letztes Jahr hat echt Spaß gemacht mit den Leuten! Die hatten alle gute Laune. Wäre cool, wenn das dieses Jahr auch wieder so wird! Und gutes Wetter fänden wir auch nicht schlecht“, sagt Jan grinsend. Und nach der Kieler Woche? „Gucken wir einfach, wo uns der Wind hintreibt.“ Mit einem kleinen Leuchten fängt alles an. `Ember Rose´ werden sicherlich mit der Zeit ihr Leuchten ausbreiten und in den Weiten der Musikwelt auf sich aufmerksam machen! Sie werden wie eine Rose aus der Glut aufsteigen. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass die Glut, die euch antreibt, nie erlischt und dass ihr euch weiterhin vom „Blumenstrauß“ der Musik (Genres) inspirieren lasst! Steigt auf und erwärmt unsere Gemüter mit euren Songs. terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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