Witzige Gesprächsrunde mit
„The Right Season“

Alles eine Frage der Zeit

Der 28.05.2016 - ein sonniger Tag scheint wie für das Interview mit The Right Season gemacht worden zu sein. Bei kühlen Getränken und Kuchen sitzen wir (leider ohne Bassist Sebastian, dafür mit Freund/Tourmanager Lennart) in bequemer Runde beisammen und reden über den richtigen Zeitpunkt… Jungs von nebenan Den richtigen Zeitpunkt, eine Band zu gründen, haben Sänger und Gitarrist Jan (22), Bassist Sebastian (26) und Schlagzeuger Dodo (26) gut abgepasst. Gemeinsam streifen sie durch die Zeit und haben für jeden Moment die richtige Musik dabei. ki-wo-de_kieler_woche_2016_the_right_season_850 (von links nach rechts: Basti, Jan und Dodo) Jan blickt in die Ferne und erinnert sich: „Das Musikmachen liegt bei mir in der Familie. Mein Papa hat früher schon Musik gemacht und das Interesse daran an mich weitergegeben. Da ‚musste‘ ich halt Musik machen; Fußball spielen durfte ich nicht - nein, das stimmt nicht. Ich bin da einfach reingewachsen.“ Bevor er zur Gitarre gewechselt hat, ließ er jedoch Basedrum und Becken am Schlagzeug knallen. Dodo, der eigentlich Max heißt, lehnt sich nach vorne und sagt: „Meine Eltern machen auch beide Musik und ich fand früher verzerrte E-Gitarren richtig geil! Nur bin ich jetzt beim Schlagzeug gelandet.“ Gitarre spielen kann er trotzdem. Sebastian, von allen Basti genannt, wurde der Bass „aufgezwungen“. Lange Zeit vor Bandgründung wurde Basti gefragt, ob er nicht Bass lernen möchte. Später wurde er von Dodo und Jan gefragt: „Wir wollen eine Band gründen. Möchtest du unser Bassist sein?“ Lennart schmunzelt und fügt hinzu: „Wer Basti heißt, muss auch Bass spielen“. Aus dem „Zwang“ ist inzwischen Leidenschaft geworden und Jan sagt über ihn: „Er ist auf seinem Instrument mit Abstand der Beste aus der Band, weil er sehr professionell an die Sache ran geht.“ Zudem ist er sehr organisiert und hält die Bande zusammen. Alle drei stecken viel Leidenschaft in ihr Tun, verfolgen ihre Ziele mit realistischem Blick und sind menschlich nicht abgehoben. „Wir sind sehr anspruchslos. Klingt komisch, ist aber so. Wir schlafen auch auf dem Boden, wenn wir nach der Probe mal nicht nachhause fahren wollen“, erklärt Jan, der laut Dodo jemand ist, der für andere sein letztes Hemd geben würde. Und Dodo? Dodo ist Tischler und das findet Jan ziemlich praktisch. Zeit für etwas Neues Alle drei kommen aus Niebüll und wohnten nah beieinander. Jan schwelgt in Gedanken: „In den Dörfern bei uns hat man früher auf Bandabenden gespielt. Ich war damals zehn Jahre alt und habe mir das immer angeguckt und fand die Bands, die da gespielt haben, immer ganz cool. Dodo und Basti haben da mitgespielt. Die waren ja älter als ich und dann haben wir irgendwann alle zusammen in verschiedenen Projekten gespielt; manchmal auch alle beim selben.“ Sicher wird so mancher denken, Jan und Dodo kommen mir bekannt vor. Die zwei haben bereits bei Alessa’s Appetite mitgespielt – Jan als Schlagzeuger und Dodo als Gitarrist. Nach einiger Zeit hat das Duo festgestellt, dass die Punkband nicht ganz das Richtige für sie ist. So starteten sie zu zweit ein Akustik-Pop-Projekt. Die Lust auf etwas Rockiges kam nach einiger Zeit wieder zum Vorschein und zusätzlich ein weiteres Gesicht in der Runde – Basti am Bass. Die Gründung fand im Dezember 2014 statt. Der Bandname hätte auf Grund dieser Situation, etwas Neues starten zu wollen, nicht besser gewählt werden können: The Right Season. Für die drei Jungmusiker ist die richtige Zeit angebrochen! Der geschmackvolle Rock bringt die Zuhörer zum Mittanzen, Mitsingen und ab und an kann das Feuerzeug entzündet in die Höhe gehalten werden. Beim gemeinsamen Musikmachen bringt jeder seine Einflüsse, die sich mal wöchentlich, mal täglich ändern, mit ein. Dann kann man es in ihren Köpfen knistern hören – „Wir brauchen diese Spannung. Sie macht uns aus“, sagt Jan dazu. Jan ist als Sänger für die Songtexte verantwortlich. Auch in der alten Band hat er schon die Texte geschrieben. „Irgendwie ist es aber schöner, wenn man seine eigenen Sachen singen kann“, findet er. Fällt ihm spontan eine coole Zeile ein, holt er sein kleines Notizbüchlein heraus und schreibt sie hinein. Mit der Zeit haben sich viele solcher Zeilen angesammelt und er versucht daraus konzeptmäßig einen passenden Text zu schreiben. Dabei lässt er sich nicht unter Druck setzen – so entsteht ein Song auf ganz natürliche Weise und das kann man dem Endergebnis hörbar entnehmen. Momente machen die Zeit Der erste und wohl auch größte Auftritt als „The Right Season“ hatten sie beim Festival Les Pétarades 2015 in Brest (Frankreich) im Rahmen eines Wettbewerbs der Jungen Bühne Kiel. „Wir haben vor 6.000 Leuten gespielt. Abends um 23 Uhr war da schon richtig Stimmung. Das war echt cool und hat echt Spaß gemacht! Da erinnert man sich gerne dran“, erzählt Dodo enthusiastisch. Jan schließt sich ihm an: „Es war überwältigend! Ich dachte, dass das Festival kleiner ist und als man uns sagte, wie viele Leute kommen, dachte ich ` Vielleicht sollen wir da lieber doch nicht spielen´.“ Dodo fängt an zu lachen und teilt seine Erinnerung mit uns: „Ich weiß noch, als du das Mikro genommen und das Kabel unten dran entfernt hast, um damit ins Publikum zu springen. Da hast du dich dann gewundert, warum das nicht mehr geht.“ „Ja, das war geil! Die haben die Lieder mitgesungen. Ich habe die Gitarre weggeschmissen und bin rockstarmäßig nach vorne und da war dann so eine Metalabsperrung und da habe ich mich dann draufgestellt. Ich habe mich gefühlt wie King Lui“, ergänzt Jan mit einem Leuchten in den Augen. In Dodo‘s Gesicht macht sich ebenfalls ein Lächeln breit und er meint: „Ich wurde mal ja mal gefragt, ob ich Schlagzeugunterricht gebe.“ Dann erinnert sich Dodo an eine peinliche Begebenheit bei sich selber: „Das war bei meinem Realschulabschluss. Ich habe amateurmäßig Schlagzeug gespielt. Das Schlagzeug stand auf zwei Podesten, die nur zusammengeschoben worden waren und in der Mitte war ein kleiner Spalt. Der Schlagzeughocker war genau in dieser Spalte, ich habe gespielt und mitgewippt und auf einmal rutschte der Stuhl da noch weiter rein und ich bin nach hinten umgekippt.“ Jan versucht die Geschichte zu toppen: „Wir haben in Kiel beim SPH-Bandcontest gespielt. Da hat man nur 15 Minuten für den Umbau und Soundcheck. Das ist immer hektisch. Ich hatte an dem Abend meine Umhängetasche mit, weil wir irgendwo übernachten sollten und da hatte ich halt T-Shirt, Unterhosen, Socken und den ganzen Kram mit, aber auch meine Kopfhörer für das Live-Spielen. Ich war so im Stress und habe auf der Bühne alles aus der Tasche gerissen. Dann war das Konzert zu Ende, es wurde aufgeräumt und einer so ‚Hey, hier ist noch eine Unterhose‘ und ich ‚Jo, das ist meine‘ und ein anderer dann ‚Hier sind auch noch Socken‘ und ich ‚Ja, geil‘. Beim Auftritt hatte ich eine offene Flasche Wasser umgestoßen - alles nass und ekelig. Ich hatte dann diese nasse, ekelige Unterhose in der Hand. Das war unangenehm.“ Ihre ehrliche Rockshow macht das aber wieder wett. Und die Aufregung, die durch ihre Adern fließt, merkt das Publikum auch nicht. Jan‘s Meinung dazu ist: „Wenn man da zu lässig ran geht, wirkt das alles nicht mehr so. Eine Grundspannung gehört dazu.“ Jeder Moment auf der Bühne formt die unvergessliche Zeit, die sie zusammen verbringen dürfen. Mit Alessa’s Appetite standen sie schon auf der Bühne von „Das Supertalent“ (RTL). Ironisch berichtet Jan: „Es war hinreißend, mal so ein geiles, ehrliches Format wie RTL auch hinter den Kulissen zu sehen – wie echt das alles ist! Aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert.“ Sie sind sogar eine Runde weitergekommen. Wenn nicht jetzt - dann wann anders Bevor The Right Season in ihrer Zeit so richtig angekommen waren, begannen sie damit, eine erste EP aufzunehmen. Die richtige Erfahrung fehlte und so spielte jeder mal die Gitarre oder verausgabte sich am Schlagzeug. „Das klang alles sehr selbstgemacht“, sagt Jan amüsiert. Im Moment befindet sich die Band in der Vorproduktionsphase zur zweiten EP, die in der zweiten Jahreshälfte 2016 herauskommen soll. Einen ersten Vorgeschmack bietet ihre neue Single „All I Ever Wanted“, die im Juli zusammen mit einem neuen Video erscheinen soll; auch über ein Album wird nachgedacht. Wer aber nicht so lange auf die Musik von The Right Season warten möchte, der kann sich zur Kieler Woche einen ersten Eindruck verschaffen. Sie spielen nicht zum ersten Mal dort und freuen sich erneut auf die vielen Leute und die tolle Stimmung. „Fühlt euch geküsst, ihr süßen Mäuschen!“ The Right Season sind gespannt, wohin sie der Wind tragen wird und welchen Einfluss die Zeit auf sie bzw. welchen Einfluss sie auf die Zeit haben werden. Wir wissen: Im Hier und Jetzt haben sie treue Fans, die gerne ihre Zeit mit The Right Season-Musik auf den Ohren verbringen! Und wenn nicht jetzt – dann wann anders. Es ist alles eine Frage der Zeit. Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr immer den richtigen Zeitpunkt trefft und die Zeit, die euch zur Verfügung steht, nutzt! Möge die Zeit mit euch gehen und ihr mit ihr. terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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