Zu Besuch bei „Firth of Drangiss“

An der Förde von Drangiss

Ich - Kreativpur - habe die Band am 23.03.2016 in der "Festung Friedrichsort" in Kiel besucht. Kommt mit und lasst euch auf dem Rücken der Musik in eine Welt tragen, der die Fantasie inne wohnt. Eine Art Paralleluniversum mit eigener Geographie, Historie und mystischen Gestalten. Macht euch auf zu fantastischen Orten, zusammengesetzt aus endlosen Wäldern, weiten Feldern, Gebirgsketten und beeindruckenden Städten. Besucht die Band in Drangiss und lauscht ihren Klängen! Die Mannschaft An der Förde von Drangiss lassen sich sechs Gestalten erkennen, die für die mit Musik erfüllte Brise, die uns entgegen weht, verantwortlich sind: Front-Kapitänin Marit Böhmer (Anfang 30) ist die Sängerin der Band; Marc Rodemer (24) spielt Gitarre und unterstützt Marit mit seinem `kehligen´ bzw. gutturalen Gesang. Marcus Kubsch (25) spielt ebenfalls Gitarre und Bennet Carstensen (24) zupft seinen sechsaitigen Bass, während Tiemo Merkel (27) über die Tasten seines Keyboards streicht und Leif Jacobsen (21) seine Becken und Trommeln am Schlagzeug schlägt. Marit Sechs unterschiedliche Charaktere – sechs unterschiedliche Entscheidungen, singen oder ein Instrument spielen zu wollen. Mit einer Haarbürste in der Hand fing die damals noch schüchterne Marit an zu singen. Sie erzählt: „Gesungen habe ich schon immer, aber das so richtig ausleben zu wollen, kam erst viel später. Mit 24 Jahren habe ich dann angefangen Gesangsunterricht zu nehmen. Ich wollte mir von einem Profi bestätigen lassen, ob das was werden kann oder ob es nur für die Badewanne reicht. Vier Jahre lang habe ich dann Unterricht genommen und habe mich dann auf die Suche nach einer Band gemacht.“ Marits Schüchternheit wurde mit der Zeit davongespült und heute würde sie „alles stehen und liegen lassen“, wenn ihr jemand sagen würde, sie könne Singen zu ihrem Hauptberuf machen. Marc Marc fing mit 16 Jahren an Gitarre zu spielen. Anfangs hatte er ein musikalisches Projekt mit Freunden, aus dem leider nie wirklich etwas geworden ist. Er hat dann drei Jahre in einer Schulband gespielt. „Das war so eine Bigband, die hauptsächlich Jazzstücke, aber auch Klassiker wie `Eye of the Tiger´ gespielt hat“, erinnert er sich. 2011 hat ihn der Wind nach Kiel geweht und auch er machte sich auf die Suche nach einer Band. Marcus Marcus fängt an zu lachen und meint scherzhaft: „Wie kommt man zur Gitarre? Mädchen aufreißen und übersteigertes Ego wahrscheinlich.“ Der wahre Grund spielte sich in Marcus‘ alter Schule ab. „Es gab die Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren. Ich habe vorher schon viel Heavy Metal gehört, fand das cool und hab’s getestet. Das hat dann Spaß gemacht, gut funktioniert und dann bin ich dabei geblieben.“ Bennet Bennet nimmt einen Schluck von seinem Bier und erzählt dann in die Runde: „Ich habe erst angefangen Gitarre zu lernen. Dann hat eine Jugendband einen Bassisten gesucht – so bin ich dann beim Bass gelandet. Das hat dann aber drei bis vier Jahre gedauert, bis das richtige Wollen kam und ich die Faszination für Bass entdeckt habe.“ Tiemo Gedanklich reist Tiemo an den Tag zurück, an dem er sich fürs Keyboardspielen entschied: „Ich habe mit zehn Jahren angefangen Unterricht zu nehmen. Das war in einer Musikschule, in der mein Bruder Akkordeon lernte. Ich wollte aber nicht das gleiche Instrument spielen wie er. Es gab Keyboard zur Auswahl, ich habe mir das angeguckt und festgestellt, dass das genau mein Instrument ist. Mit der Zeit habe ich dann auch festgestellt, dass ich große Fortschritte gemacht habe und irgendwann stellte sich raus, dass mir auch das Songwriting liegt.“ Leif Endlich darf auch Leif erzählen, wie er zum Schlagzeug gefunden hat: „Eigentlich bin ich schon als Schlagzeuger aus dem Bauch rausgekommen.“ Ein Lachen kann sich in diesem Moment keiner von uns verkneifen. „ Mit vier Jahren habe ich dann schon bei meiner Oma auf den Kochtöpfen rumgetrommelt und mit fünf oder sechs habe ich dann von meiner Familie einen Gutschein für eine Musikschule bekommen. So fing das an, dass ich Schlagzeugunterricht genommen habe“, beendet er seine Erzählung. Inspiriert durch Tolkien Anfang 2012 lernten sich Marc, Bennet und der ehemalige Schlagzeuger (Christian) kennen. Die ersten gemeinsamen Rhythmen wurden zusammen gespielt und gegen Ende des Jahres stieß Marcus zu ihnen. Auch die frühere Sängerin (Rosa) war mit von der Partie. Erste Coversongs wurden gespielt und bald darauf eigene Songs geschrieben. 2013 wurde auch Tiemo Teil des Teams. Aus beruflichen Gründen verließen Christian und Rosa im Jahr 2014 die Band; Marit und Leif ließen nicht lange auf sich warten und wurden von Marc übers Internet gefunden. Marit berichtet: „Ich habe die Band auf Facebook verfolgt und immer ihre neuen Songs geliket. Irgendwann schrieb mich Marc an, dass sie gerade eine Sängerin suchen und ob ich nicht Lust hätte. Wenn ich nicht zu 100% von dem Gehörten überzeugt gewesen wäre, hätte ich mich nie darauf eingelassen.“ Marc legt seine Hände an seine Brust, schmunzelt zu ihr rüber und sagt: „Es war Liebe auf den ersten Klick.“ Marit brachte Leif, mit dem sie noch in einer zweiten Band spielt, mit und auch er wurde schnell zum vollwertigen Mitglied. „Wir haben ihm ein Firth of Drangiss-Shirt aufgedrängt und gesagt, wer das trägt, ist automatisch dabei“, kommentiert Marit. Seit Anfang 2015 spielt die Band in dieser Konstellation. Wie sicherlich jede Band hatte auch diese ihre Schwierigkeiten bei der Namensfindung. Marc greift zu den vor uns liegenden Salzbrezeln und erzählt: „Bennet, Marcus und ich haben uns an einem Abend zusammen gesetzt und überlegt. Wir spielten seit einem Jahr zusammen und hatten noch keinen Bandnamen. Und dann war das so `Hey, das klingt cool! Gib mal bei Google ein. Ach, gibt’s schon. Das klingt nicht schlecht! Gib mal bei Google ein. Ach, gibt’s schon.´ Marcus ist dann für eine Denkpause an die Luft und als er wieder kam `Lasst uns doch Firth of Drangiss nennen.´ Also wieder bei Google eingegeben und `Gibt’s noch nicht. Nehmen wir!´“ Etwas Magisches muss in der Luft gelegen haben, als Marcus nachdachte. Er erklärt, dass er das Silmarillion zu J.R.R. Tolkiens Werken gelesen habe und erinnerte sich an so manche Fantasy-Orte. Aus Drangist ist am Ende Drangiss geworden. Zudem hatte er die Idee: „Förde auf Englisch heißt Firth. Wir sind hier an der Förde und kommen auch von hier. Also warum dann nicht Firth of Drangiss – Förde von Drangiss?“ Ein wilder Ritt ins Auge des Sturms In eine Schublade lässt sich diese Mannschaft nicht so leicht stecken. Sie selbst würden ihren Musikstil mit `Melodic Female Fronted Power Metal mit progressiven Einflüssen´ oder kurz `Power Metal´ beschreiben. Jeder von ihnen bringt seine eigenen Einflüsse mit ein. Zusammen erarbeiten sie Schritt für Schritt ihre Songs. Marc beschreibt diesen Vorgang: „Über Dropbox hat jeder Zugriff auf hochgeladene Ideen und kann sich daran weiterversuchen, bevor sich hauptsächlich Marcus an die Songtexte wagt.“ In ihrer Musik schwimmt maritimer Flair, es klingt in sich stimmig und die starken Melodien regen sofort zum Mitwippen an. Starke Stimmen, fetzige Gitarrenriffs, brummender Bass, summende Keyboardtasten und knallende Becken fühlen sich an wie ein wilder Ritt ins Auge des Sturms. Im Grunde „machen wir einfach Musik, auf die wir Lust haben und die uns Spaß macht und das ist das Ergebnis, das dabei rauskommt.“ Mit jeder Welle ein Stück weiter Mit eigenen und gecoverten Songs an Bord ging es mit alter Besetzung zum ersten Auftritt auf Sylt. Die erste Erinnerung, die Marcus dazu in den Kopf kommt: „Da gab es gutes Catering!“ War der erste Auftritt noch leicht chaotisch, sind die heutigen Auftritte besser organisiert. Das liege wohl auch daran, dass die Mannschaft heute in neuer Besetzung ein gefestigtes und eingespieltes Team bildet. Mit der Zeit haben sich nicht nur die Songs und die Bühnenpräsenz (einheitliches Outfit) verändert, sondern auch jeder Jungmusiker selbst. Marc ist aufgefallen, dass „Bennet plötzlich vor Selbstbewusstsein strotzt“. „Bin halt cool geworden“, entgegnet dieser lässig. Marcus betrachtet ein Gruppenfoto an der Wand und meint: „Also wenn man mal die Fotos von unserem ersten Auftritt zu unserem letzten vergleicht, dann hat sich bei uns schon viel geändert.“ Leif folgt seinem Blick und wendet grinsend ein: „So viel aber bestimmt auch nicht. Tiemo hat auf dem Bild eine Bierflasche in der Hand und hier auf der Couch auch.“ Wieder erfüllt ein lautes Lachen unsere Sitzecke. Jeder Auftritt lässt ihren Adrenalinpegel steigen, aber das ist wichtig, denn „wenn man vor einem Auftritt nicht aufgeregt ist, geht man völlig emotionslos auf die Bühne und dann kann man mit seiner Musik auch nichts transportieren – man ist dabei nicht leidenschaftlich“, versucht Marc zu erklären. Und dann gibt es da die kleinen Pannen, die jeden Auftritt auflockern: Marit, Marcus, Marc und Bennet rennen sich über den Haufen, Tiemo kann sich selber nie hören und Leif spielt manchmal so heftig, „dass man ihm am liebsten mal die Becken abkleben möchte.“ Diverse Auftritte bei kleinen und großen Festivals haben die Band wie eine Welle immer Stück für Stück weiter nach vorne getragen. Sie trauen sich viel zu und wollen definitiv mehr. Das ganz große Ziel: Wacken! Private Drachenhöhle Passend zu ihrem Bandnamen liegt ihr Proberaum am Wasser. Die Festung Friedrichsort am Falkensteiner Strand bietet ausreichenden und sicheren Platz für ihr Equipment. Der wohl schönste Vorteil: im Sommer ein gemütlicher Platz zum Grillen oder um zur Abkühlung ins Wasser zu springen. Auf mich persönlich wirkt ihr Proberaum wie eine versteckte Drachenhöhle, die nicht für jeden zugänglich ist. Hier können sie frei sein, auf dem Rücken der Musik empor steigen und sich nach Drangiss bringen lassen. Man merkt ihnen an, wie die Musik durch ihren Körper fliest, wenn sie erst einmal den ersten Ton angespielt haben – hier vereinen sich Leidenschaft und Herzblut. Nach wenigen Stunden kehren sie wieder auf den steinigen Boden des Lebens zurück und sind wieder ganz normale Studenten und Arbeitstätige, die sich in ihrer Freizeit, der Musik widmen. Zurzeit ist ihr erstes Album in Planung, welches dieses Jahr erscheinen soll. Und wie sieht es mit weiteren Zukunftsplänen aus? „Ganz klar Welttournee und dann gehen wir in Rente“, platzt es ganz souverän aus Marit heraus. Ausruhen kommt jedenfalls nicht in Frage! Für eure Zukunft wünschen wir euch, dass ihr weiterhin in Drangiss (und auch in eurem normalen Leben) anregende Songideen findet und nie eure Kreativität verliert! Lasst euch von den Wellen Stück für Stück weiter nach vorne tragen! (Noch mehr von Firth of Drangiss: Fotos vom Auftritt im Beat Club Kiel am 01.04.2016) terminkalender

K_I_W_O

Countdown bis zum Anglasen:

Kieler Woche 2016 vom 18. juni – 26. juni 2016
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